#36 – Dortmund: Wieder Qualzucht-Tod bei Giraffen?

PRESSEMITTEILUNG #36/ 2013

Zoo Dortmund: Wieder Qualzucht-Tod bei Giraffen?

Stadt und Zoo verwehren EndZOO bisher die Akteneinsicht

vom 19.09.2013

Dortmund – Der aktuelle Tod des nur elf Monate alten Giraffenbabys AMANA im Dortmunder Zoo ist nach Ansicht der Tierschutzorganisation EndZOO das tierquälerische Ergebnis einer erneuten unverantwortlichen und ungebremsten  Inzest- und Inzucht. Denn AMANA ist mittlerweile die 16. Giraffe im Dortmunder Zoo, die mit Inzest- oder Inzuchthintergrund frühzeitig verstarb. Genauere Informationen zur Zucht, Haltung und veterinärmedizinische Behandlung der Giraffen hatte sich die Organisation von einer Akteneinsicht erhofft, die nach dem Tod von Giraffe TAMU im Februar diesen Jahres bei der Stadt und beim Zoo schriftlich beantragt wurde. Bisher erhielt EndZOO jedoch keine Antwort von den Verantwortlichen. Am vergangenen Freitag hat die Organisation dem Zoo und der Stadt nun eine letzte Frist gesetzt, dem Grundrecht auf Informationen endlich folgen zu leisten. Lässt man die Frist in Dortmund verstreichen, wird die Organisation beim Verwaltungsgericht Klage einreichen. EndZOO fordert bis dahin ein von den Dortmunder Veterinärbehörden verordnetes Verbot der Giraffen-Inzest- und -Inzucht.

„In Nordrhein-Westfalen hat man eigentlich ein Recht auf Informationen. Ein Zoo, der von Grund auf nichts zu verbergen hat, öffnet freiwillig und ohne richterliche Anordnung seine Akten. Das hat der Dortmunder Zoo bisher nicht getan. Wir gehen davon aus, dass eine Klage beim Verwaltungsgericht letztendlich Erfolg haben wird. Denn 2012 wurde ein ähnlicher Antrag auf Akteneinsicht zum Delfinarium im Duisburger Zoo vom Gericht als rechtens erachtet“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

Eine Auflistung des bisherigen Giraffenbestandes im Dortmunder Zoo finden Sie HIER (PDF)


#35 – Zoo Halle soll Geburts- und Todesvideo veröffentlichen!

PRESSEMITTEILUNG #35/ 2013

Totes Elefantenbaby Zoo Halle: Zoo soll Geburtsvideo veröffentlichen!

EndZOO fordert eine lückenlose Aufklärung und Zuchtstopp

vom 19.09.2013

Halle – Nach der Kindestötung von Elefantenmutter BIBI im Zoo Halle wird die Kritik der Tierschutzorganisation EndZOO nun schärfer. So ist die Organisation darüber empört, dass der Zoo nach dem Desaster behauptet, dass Kindestötungen durch die eigene Mutter nach oder während der Geburt (Infantizid) bei Elefanten in Freiheit ein ebenso häufiger und normaler Vorgang seien und dem Zoo demnach kein Vorwurf zu machen sei. EndZOO spricht in diesem Zusammenhang nun von bewusster „Volksverdummung“. Der Zoo wolle von selbst gemachten Fehlern und Grundproblemen der weltweiten Zoo-Gefangenschaftshaltung von Elefanten ablenken. EndZOO verlangt vom Zoo Halle nun, Beweise für die Behauptungen von Infantizid in freier Wildbahn vorzulegen. Zudem verlangt die auch in Österreich tätige zookritische Organisation, die Veröffentlichung des Geburtsvideos in voller Länge. Nach Auffassung der Tierschützer hätten die Bürgerinnen und Bürger von Halle, die den Zoo mit Steuergeldern subventionieren, ein Anrecht darauf, sich ein eigenes Bild von dem Desaster zu machen. Nur mit 100%iger Transparenz, so EndZOO, könne der Zoo für eine „lückenlose Aufklärung“ sorgen. Zudem verlangt die Organisation ein Zuchtstopp in Halle. Weitere Geburts-Desaster sind vorprogrammiert.

„Mit dem Erzählen von Märchen spielt der Zoo Halle, wie fast alle Zoos bei einem Skandal, jetzt auf Zeit. Kritik wird wie immer weitestgehend ausgesessen. Und wahrscheinlich wird auch der Zoo in Halle damit Erfolg haben. EndZOO ist jedenfalls aus keiner Fachliteratur auch nur ein Fall von einer solchen Kindestötung in Freiheit bekannt. Belegt dagegen ist, dass die Tötung von Babys durch die Mutter kurz nach der Geburt einer der häufigsten Ursachen der Jungtiersterblichkeit in der Zoo-Gefangenschaft ist. Erwiesen ist auch, dass immer dann Babys von ihren Müttern getötet werden, wenn eine nicht natürlich gewachsene Gruppenzusammensetzung besteht, die Geburt außerhalb der Gruppe stattfindet und Menschen anwesend sind. Wenn dem Zoo hierzu keine Fehler vorzuwerfen sind, wird er mit der Veröffentlichung des Videos überhaupt keine Probleme haben“, so EndZOO-Sprecher und Zoo-Experte Frank Albrecht abschließend.