#06/ 2017 – Karlsruhe: Anzeige wegen Robben-Gefangenschaft

PRESSEMITTEILUNG #06/ 2017

Zoo Karlsruhe wegen Robbenhaltung beim Veterinäramt angezeigt

Tierrechtler fordern hohe Glaswände zur Fluchtvermeidung

vom 05.10.2017

Seehund-Dame CORA (2015)

Karlsruhe – Die baden-württembergische Tierrechts- und Tierschutzorganisation EndZOO Deutschland e.V., die sich vehement auch für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, hat die Zoo-Gefangenschaft „Zoologischer Garten Karlsruhe“ am Montag beim zuständigen Veterinäramt, wegen möglicher Sicherheitsmängel in der Haltung der Seehunde und Seelöwen, angezeigt. In den vergangenen Jahren sprangen immer wieder, zumeist die sehr jungen, Robben auf die Mauer des Außen-Wasserbeckens und gelangten mit einem weiteren Sprung in den Besucherbereich. So konnte Seehund ZOLA 2013 nach einem solchen Mauersprung anschließend bis zum nahegelegenen Stadtgartensee flüchten und erst nach Wochen wieder eingefangen werden. Eine weitere Robbe soll es auch schon einmal in die Unterwasser-Besucherunterführung geschafft haben. 2015 fand man dann Seehund-Dame CORA, kurz vor Zooschließung, zwischen Absperrmauer und Besuchergeländer. Besucher und herbeigerufene Zoomitarbeiter konnten ein Weiterkommen und damit Schlimmeres verhindern. Dass sich die Robben immer wieder selbst in Lebens- und Gesundheitsgefahr bringen konnten, soll nach Meinung von EndZOO überwiegend an der noch immer mangelhaften Bauweise der Außenanlage liegen. Und obwohl der Zoo nach den letzten Fluchtversuchen nachgebessert hat, halten die Tierschützer die Anlage in Punkto Fluchtverhinderung weiterhin für leicht überwindbar. Die Tierrechtsorganisation fordert nun in ihrer Anzeige das Veterinäramt auf, eine Auflage zur besseren Sicherung der Seehund- und Seelöwenanlage vor Flucht zu erteilen. Das Installieren von hohen Glasscheiben, wie bei den benachbarten Eisbären, betrachten sie dabei als einzig effektive Maßnahme.

„Hohe Glasscheiben stellen nicht nur eine effektivere Barriere vor dem Entweichen dar. Sie bieten auch zusätzlich, gerade in Bezug auf das von uns häufig beobachtete unerlaubte Füttern oder den fragwürdigen Handyaktionen mancher Besucher, viel mehr Schutz und zusätzliche Sicherheit für Robben und Menschen. Das Veterinäramt und der Zoo sollten, zum zukünftigen Wohl aller Robben, unserer Forderung nach effektiveren und vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen ohne Widerrede nachkommen. Denn sie sind gegenüber den Insassen und dem Tierschutzgesetz dazu verpflichtet“, so der Zooexperte und 1.Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V. Frank Albrecht abschließend. 

Seehund-Dame CORA (2015)

Mauer (2017)

Seelöwen-Dame CHICCA (2015)

Seelöwen-Dame CHICCA (2015)

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#05/2017 – Dresden: Anzeige wegen tödlich endender Leopardenzucht

PRESSEMITTEILUNG #05/ 2017 

Zoo Dresden: Anzeige wegen tödlich endender Leopardenzucht

Tierrechtler fordern Veterinäramt zum Handeln auf

vom 02.08.2017

Dresden – Die Tierrechts- und Tierschutzorganisation EndZOO Deutschland e.V., die sich vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, hat gestern in Person ihres 1.Vorsitzenden Frank Albrecht beim Veterinäramt Dresden Anzeige gegen den „Zoo Dresden“ erstattet. Nachdem der Zoo vor etwa einer Woche den Nachwuchs des Schneeleopardenpaares ASKIN und ISTARI wegen einer unheilbaren Augenkrankheit (MOC) töten musste, erhebt die Organisation in ihrer Anzeige nun schwere Vorwürfe gegen die Zoo-Verantwortlichen. Der Hauptvorwurf ist, dass aus genetischer Sicht mit dem Leopardenpaar es keine Zucht hätte geben dürfen. Zum einen findet sich im Stammbaum von Leopardenmutter ISTARI gleich zwei Vorfahren, die Geschwister VIKTOR und VERONIKA, die an der MOC-Krankheit erkrankten. Diese Tatsache widerspricht der Aussage des zoologischen Leiters, Wolfgang Ludwig, der gegenüber der Tageszeitung Sächsischen Zeitung am 26.07.2017 noch meinte, dass die Vorfahren von ASKI und ISTARI gesund waren. Des Weiteren seien die Stammbäume der Eltern von Inzest- und Inzuchtverpaarungen übersät. Auch dies hätte, so die Tierrechtler, als deutlicher Warnhinweis auf Risiken genügen müssen. Als Beweis dafür, dass an MOC erkrankte Vorfahren ihre Krankheit nicht nur an ihre eigenen Nachkommen, sondern auch an die nächsten Generationen weitergeben können, zeigen die von EndZOO dem Veterinäramt vorgelegten Stammbäume von Krankheitsfällen des Leipziger (2012) und Salzburger Zoos (2011). In allen drei Fällen taucht der an MOC erkrankte Schneeleopard VIKTOR in den Stammbäumen auf. Es tauchen aber auch andere Individuen und Paare auf, die ebenfalls Nachkommen mit MOC hatten. Anhand der Anzeige soll das Dresdner Veterinäramt jetzt prüfen, ob mit dieser Zucht ein fahrlässiger oder sogar vorsätzlicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Außerdem fordert EndZOO ein lebenslanges Zuchtverbot für die Leoparden ASKI und ISTARI.

„Auch wenn noch immer nicht geklärt ist, welche tatsächlichen Ursachen für diese Krankheit in Frage kommen, ist es grob fahrlässig, dass die Dresdner Zoo-Gefangenschaft die Augenkrankheit MOC als Erbkrankheit offensichtlich ausschloss.Jeder Tierhalter hat die gesetzliche Pflicht, vermeidbare Risiken auszuschließen und dem Tierschutzgesetz (11b) somit Rechnung zu tragen. Eine wissenschaftlich arbeitende Einrichtung hätte bereits beim Blick in die Stammbäume des Katzenpaares erkennen müssen, das die MOC-Erkrankung schon bei mehreren Vorfahren auftrat und sich über mehrere Generationen weiterverbreitete. Jeder Züchter weiß auch, dass viele Inzest- und Inzuchtverpaarungen ein enormes Risiko für zukünftige Generationen darstellen, so Zooexperte  und 1.Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V. Frank Albrecht abschließend.

Stammbäume von ASKIN und ISTARI in Zoo-Gefangenschaft Dresden: HIER KLICKEN!

Stammbäume Zoo-Gefangenschaft Leipzig: HIER KLICKEN!

Stammbäume Zoo-Gefangenschaft Salzburg: HIER KLICKEN!

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EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#04/2017 – Berliner Panda-Nachwuchs für die Schlachtbank?

PRESSEMITTEILUNG #04/2017                                                                                                  

Berliner Panda-Nachwuchs für die Schlachtbank?

Tierrechtsorganisation EndZOO spricht von einem Skandal

01.07.2017

Zoo Berlin – Kurz vor der feierlichen Übergabe der zwei Großen Pandas MENG MENG und JIAO QING in Berlin, durch die Bundeskanzlerin Angela Merkel, meldet die Tierrechtsorganisation „EndZOO Deutschland e.V.“ heute erhebliche Bedenken an der zukünftigen Panda-Zucht in Berlin an. Die Organisation vermutet nicht nur Inzucht, sondern spricht auch von einem möglichen Nachwuchs für die Schlachtbank.

Hintergrund der Kritik sind EndZOO-Recherchen zur Verwandtschaft der beiden Pandas im Panda-Zuchtbuch und aktuell vorliegende Panda-Zuchtpläne für 2017 aus China. Nach bisherigem Wissensstand der Tierrechtler haben MENG MENG (geboren am: 10.07.2013/ Zuchtbuchnummer: 868) und JIAO QING (geboren am: 15.07.2010/ Zuchtbuchnummer 769) mit dem männlichen weiblichen anda QING QING (Zuchtbuchnummer: 278) einen gemeinsamen nahen Verwandten im Stammbaum. Das bedeutet, dass bei einer zukünftigen Verpaarung eine Inzucht vorliegt. Diese Vermutung wird auch durch den aktuellen „Panda-Zucht- und Managementplan“ für 2017 des chinesischen Zooverbandes (CAZG) und der chinesischen Forstbehörde (GPCF) untermauert. Darin taucht u.a. MENG MENG als Zuchtempfehlung für 2017 überhaupt nicht auf. Ursache hierfür könne sein, dass sie zu einer der im Zuchtplan erwähnten 31 „Inzuchttiere“ in der Gesamtpopulation zählt. Da aber die Inzuchtvermeidung einer der obersten Prioritäten des Zuchtplanes ist, werden für solche Pandas auch keine Zuchtempfehlung ausgesprochen.

Aus dem China-Bericht geht auch hervor, dass weder JIAO QING und schon gar nicht MENG MENG, für die weltweite Zucht besonders „wertvolle Tiere“ darstellen. Da die Gene der beiden zu oft in der Gesamtpopulation vertreten sind, ihr mittlerer Verwandtschaftskoeffizient (MK) ist zu hoch, wurden sie zur Zucht NICHT EMPFOHLEN. Laut Plan soll ein „verstärkter Fokus auf die Zucht mit genetisch wertvollen Tieren gelegt“ werden. Die Gene von Panda-Dame MENG MENG sind, im Vergleich zur gesamten Panda-Bevölkerung, sogar überpräsent. Tendenz steigend. Sie trägt also nicht zur Erhöhung und Bewahrung der genetischen Vielfalt in der Gesamtpopulation der in Gefangenschaft gehaltenen Pandas bei. Und da die Anzahl der Pandas in Gefangenschaft für 2016 und 2017 nun auch noch seine „Ziel- und Kapazitätsgröße“ erreicht hat, die Haltungs- und Zuchtmöglichkeiten in den weltweiten Gefangenschaftshaltungen ebenso begrenzt und sogar ausgeschöpft sind, wird offiziell sogar eine „Verlangsamung des Bevölkerungswachstumes“ in der Zucht verlangt.

„Herr Andreas Knieriem muss sich jetzt fragen lassen, warum er Pandas ohne Zuchtempfehlung in China ausgesucht hat. Aber auch China steht in der Kritik den Berlinern keine genetisch wertvollen Individuen überlassen zu haben. Sie also keine ernsthaften und aus ihrer Sicht wichtigen Beitrag zur „Erhaltungszucht“ der Pandas im Sinn hatten. Denn mit der Zucht von genetisch „wertvollen Tiere“ hätte sich die Genvielfalt in der Gesamt-Gefangenschaftspopulation weiter erhöht. Dieser deutsche Deal ist also für die Arterhaltung wertlos, kontraproduktiv und somit äußerst fraglich. Für den noch nicht einmal geborenen Nachwuchs der beiden Pandas steht also schon heute fest, er trägt nicht zur Genvielfalt und damit auch nicht zur Erhaltungszucht der Pandas in Gefangenschaft bei. Die Berliner Pandas leisten keinerlei Beitrag zur vermeintlichen Arterhaltung der Pandas in Gefangenschaft und Freiheit. Und aufgrund schon heute ausgeschöpften Gesamtkapazitäten müssen wir die zukünftigen Babys schon jetzt als so genannten Überschuss betrachte. Wie Kopenhagener Giraffe MARIUS könnte also auch der Berliner Panda-Nachwuchs eines Tages auf der Schlachtbank landen.“, so Zooexperte und 1.Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V. Frank Albrecht abschließend.

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#03/2017 – Karlsruhe & Neumünster: Scharfe Kritik an Eisbären-Pläne

PRESSEMITTEILUNG #03/ 2017

Karlsruhe und Neumünster: Scharfe Kritik an Eisbärenpläne

EndZOO spricht von Tierquälerei

vom 02.03.2017

Neumünster/Karlsruhe – Obwohl eine Untersuchung (2006) von Dr. Ulrike Stephan den eindeutigen Nachweis erbracht hat, dass z.B. „Transporterlebnisse bei Eisbären mit hohem Stress … verbunden sind“, die Eisbären noch lange Zeit (Monate) darunter erheblich leiden und mit langanhaltenden Verhaltensstörungen erfolglos versuchen den Stress zu kompensieren, sollen die vier Eisbären KAP, NIKA, VITUS und LARISSA demnächst zwischen den Zoo-Gefangenschaften Neumünster und Karlsruhe herumgekarrt und ausgetauscht werden. Die Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation EndZOO Deutschland e.V., die sich auch vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, bezeichnet diese Pläne als einen klaren Verstoß gegen das geltende Tierschutzgesetz. Das Gesetz schreibe nämlich Halter*Innen laut §1 vor, dass „niemand einem Tier…Schmerzen, Leiden oder Schäden ohne vernünftigen Grund zufügen“ darf.  Ein Transport, der hier allein nur die erhoffte Zeugung eines Eisbärenbabys in Karlsruhe zum Ziel hat, verursacht bei Eisbären nachweislich erheblichen Stress und damit Leiden (Stress/ Verhaltensstörungen).

Besonders scharf kritisiert EndZOO die Tatsache, dass beide Einrichtungen Eisbär KAP sogar wissentlich und somit mit einem gewissen Vorsatz Leiden zufügen werden. Denn beide Einrichtungen wissen, dass Stephans Untersuchungen auch hervorgebracht haben, dass gerade KAP ein sehr stressanfälliger Eisbär ist und schon ein neuer Artgenosse, ein Transport, ein neues Gehege aber auch eine beginnende Paarungsbereitschaft bei ihm viel Stress und besonders langandauernden Stress (bis 5 Monate) auslöst. Diesen Stress versucht KAP dann sichtbar mit langanhaltenden Verhaltensstörungen (Lauf-Stereotypien) zu reduzieren. Verhaltensstörungen wie Stereotypien sind, nach Ansicht von Prof. Jörg Luy, übrigens anerkannte Leidensindikatoren. EndZOO fordert nun die zuständigen Veterinärämter und deren Tierärzt*Innen auf, treu nach ihrem Ethik-Kodex zu handeln und die Transporte aus oben genannten höherwiegenden Tierschutzgründen nicht zu genehmigen.  

„Kein einziger inhaftierter Eisbär hat auch nur ansatzweise zur Eindämmung des Klimawandels, zur Erholung der freilebenden Eisbärenpopulation oder zum Stopp der Trophäenjagd beigetragen. Nach wie vor läuft der Eisbär, wie viele andere nicht-menschliche Tierarten auf unserem Planten auch, nahezu ungebremst seinem Aussterben entgegen. Das von Karlsruhe erhoffte und ach so süße Eisbärenbaby trägt lediglich dazu bei, dass das Leiden der Eisbären in den Zoo-Gefangenschaften noch viele Jahre weitergeht und dass diese Haftanstalten ihre maroden Zookassen mit einem so genannten „Knut-Hype“ kurzfristig auffüllen werden“, so EndZOO-Zooexperte Frank Albrecht. „Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Karlsruhe den Transportstress mit dem Argument der Arterhaltung und des Artenschutzes (Geburt eines Eisbären) versuchen zu rechtfertigen. Doch glücklicherweise überwiegen Tierschutzinteressen allen anderen Zoointeressen.“

Link zu den Untersuchungen (PDF) von Dr. Ulrike Stephan: https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000005171/2615

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#02/2017 – Mannheimer Pinguin war kein Opfer eines Menschen

PRESSEMITTEILUNG #02/ 2017                

ZooExperte: Mannheimer Pinguin war kein Opfer eines Menschen

EndZOO fordert Ende der Pinguin-Gefangenschaft im Luisenpark

vom 27.02.2017

Mannheim – Bereits am 16.02.2017 äußerte der Zooexperte und erste Vorsitzende der Tierrechts-; Tierschutz- und Artenschutzorganisation „EndZOO-Deutschland e.V.“ Frank Albrecht auf seiner Facebookseite den Verdacht, dass für das Verschwinden und den Tod des Pinguins aus der Mannheimer Zoo-Gefangenschaft „Luisenpark“ kein Mensch, sondern viel eher ein so genanntes Raubtier in Frage komme. Am vergangenen Freitag ging der Experte dann selbst noch einmal vor Ort auf Spurensuche und fand auch weitere Hinweise für seine Vermutung.

So habe das Pinguin-Gehege Schwachstellen, die z.B. einem Fuchs das Eindringen erleichtern. So führt der Stromzaun wohl nicht durchgängig Strom und ein großer, nah am Gehegezaun stehender, Stein mache Eindringlingen den Einstieg in das Gehege einfach. Zooexperte und Tierrechtler Albrecht: „Ein Fuchs z.B. steigt auf den Stein, macht einen großen Satz über den Stromzaun und landet auf fast gleicher Höhe auf einer der naheliegenden Dächer der Pinguinhöhlen (siehe Foto). Einfacher geht es für ihn nicht.“ Nach einigen Gesprächen mit Stammbesucher*Innen stellte sich am Freitag auch noch heraus, dass es wohl schon in der Vergangenheit (vor Installation des Stromzaunes) Fuchsangriffe auf die Pinguine gab.

Auch scheinen die Betreiber*Innen des Parks mittlerweile selbst von einem nicht-menschlichen also tierischen Angreifer auszugehen. Denn genau an dem von Albrecht ausgemachten Schwachpunkt, dort wo der große Stein nah beim Zaun steht, hat der Park jetzt eine so genannte Wildkamera installiert.

Angesichts der wohl wiederholten Fuchsangriffe fordert die Tierrechtsorganisation EndZOO, die sich auch vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, nun auch ein schnellstmögliches Ende der Pinguin-Gefangenschaft im Luisenpark durch Auslaufen. Die Forderung ist nicht von der Hand zu weisen. Denn eine solche, wiederholt unsichere, Pinguin-Gefangenschaft entspricht auch nicht den Anforderungen des Tierschutzgesetzes. Aber auch an der Berichterstattung der Medien übt die Organisation Kritik.

„Es ist sehr bedauerlich, dass viele Medien in solchen Fällen fast immer nur die Aussagen der Zoo-Gefangenschaftsbetreiber*Innen ungeprüft übernehmen und nicht etwa bei zookritischen oder anderen Organisation nach weiteren Auffassungen nachfragen. So hatten sich in der Vergangenheit schon öfters studierte Biolog*Innen und Expert*Innen der Zoo-Gefangenschaften geirrt und bei solch mysteriösen Todesfällen (siehe Liste EndZOO-Internetseite) oft nur Menschen für den Tod ihrer Insassen verantwortlich gemacht“, so der 1.Vorsitzende und Zooexperte Frank Albrecht von EndZOO Deutschland e.V. abschließend.

Liste von Zoo-Experten-Irrungen:

2007-„Massaker an vier Flamingos“ (Zoo-Gefangenschaft Frankfurt 2007)

2008 -„Kleine Pandas aufgeschlitzt“ (Zoo-Gefangenschaft Nürnberg 2008)

2014-„15 Flamingo brutal geköpft“ (Zoo-Gefangenschaft Frankfurt 2014)

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.