#05/2017 – Dresden: Anzeige wegen tödlich endender Leopardenzucht

PRESSEMITTEILUNG #05/ 2017 

Zoo Dresden: Anzeige wegen tödlich endender Leopardenzucht

Tierrechtler fordern Veterinäramt zum Handeln auf

vom 02.08.2017

Dresden – Die Tierrechts- und Tierschutzorganisation EndZOO Deutschland e.V., die sich vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, hat gestern in Person ihres 1.Vorsitzenden Frank Albrecht beim Veterinäramt Dresden Anzeige gegen den „Zoo Dresden“ erstattet. Nachdem der Zoo vor etwa einer Woche den Nachwuchs des Schneeleopardenpaares ASKIN und ISTARI wegen einer unheilbaren Augenkrankheit (MOC) töten musste, erhebt die Organisation in ihrer Anzeige nun schwere Vorwürfe gegen die Zoo-Verantwortlichen. Der Hauptvorwurf ist, dass aus genetischer Sicht mit dem Leopardenpaar es keine Zucht hätte geben dürfen. Zum einen findet sich im Stammbaum von Leopardenmutter ISTARI gleich zwei Vorfahren, die Geschwister VIKTOR und VERONIKA, die an der MOC-Krankheit erkrankten. Diese Tatsache widerspricht der Aussage des zoologischen Leiters, Wolfgang Ludwig, der gegenüber der Tageszeitung Sächsischen Zeitung am 26.07.2017 noch meinte, dass die Vorfahren von ASKI und ISTARI gesund waren. Des Weiteren seien die Stammbäume der Eltern von Inzest- und Inzuchtverpaarungen übersät. Auch dies hätte, so die Tierrechtler, als deutlicher Warnhinweis auf Risiken genügen müssen. Als Beweis dafür, dass an MOC erkrankte Vorfahren ihre Krankheit nicht nur an ihre eigenen Nachkommen, sondern auch an die nächsten Generationen weitergeben können, zeigen die von EndZOO dem Veterinäramt vorgelegten Stammbäume von Krankheitsfällen des Leipziger (2012) und Salzburger Zoos (2011). In allen drei Fällen taucht der an MOC erkrankte Schneeleopard VIKTOR in den Stammbäumen auf. Es tauchen aber auch andere Individuen und Paare auf, die ebenfalls Nachkommen mit MOC hatten. Anhand der Anzeige soll das Dresdner Veterinäramt jetzt prüfen, ob mit dieser Zucht ein fahrlässiger oder sogar vorsätzlicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Außerdem fordert EndZOO ein lebenslanges Zuchtverbot für die Leoparden ASKI und ISTARI.

„Auch wenn noch immer nicht geklärt ist, welche tatsächlichen Ursachen für diese Krankheit in Frage kommen, ist es grob fahrlässig, dass die Dresdner Zoo-Gefangenschaft die Augenkrankheit MOC als Erbkrankheit offensichtlich ausschloss.Jeder Tierhalter hat die gesetzliche Pflicht, vermeidbare Risiken auszuschließen und dem Tierschutzgesetz (11b) somit Rechnung zu tragen. Eine wissenschaftlich arbeitende Einrichtung hätte bereits beim Blick in die Stammbäume des Katzenpaares erkennen müssen, das die MOC-Erkrankung schon bei mehreren Vorfahren auftrat und sich über mehrere Generationen weiterverbreitete. Jeder Züchter weiß auch, dass viele Inzest- und Inzuchtverpaarungen ein enormes Risiko für zukünftige Generationen darstellen, so Zooexperte  und 1.Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V. Frank Albrecht abschließend.

Stammbäume von ASKIN und ISTARI in Zoo-Gefangenschaft Dresden: HIER KLICKEN!

Stammbäume Zoo-Gefangenschaft Leipzig: HIER KLICKEN!

Stammbäume Zoo-Gefangenschaft Salzburg: HIER KLICKEN!

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EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


Chronik Verbleib Steinböcke Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda

Gatterjagd auf alten Hoyerswerdaer Zoo-Alpensteinbock?

Die Märchen um den Verbleib einstiger Zoo-Publikumslieblinge gehen in Hoyerswerda weiter

(Stand 29.11.2016)

Solange sie süße und niedliche Tierbabys sind oder als erwachsene Individuen Jahr für Jahr fleißig für Nachwuchs sorgen, umso länger sind die zu „Botschaftertieren“ degradierten nicht-menschlichen Schauobjekte (sog. Zootiere) in den Zoo-Gefangenschaften gern gesehen. Doch wehe sie verlieren ihre Niedlichkeit, ihr süßes Kindchenschema, wurden als männliches Individuum (Überschuss) geboren, werden zu alt oder büßen ihre Zeugungsfähigkeit ein, dann ist ihre Zeit als geliebtes „Patentier“, „Publikumsliebling“ oder „Publikumsmagnet“ sehr schnell vorbei. Dann werden sie, wie es lapidar in Veröffentlichungen heißt, u.a. an „andere Zoos“ abgebeben. Doch die vollständigen oder korrekten Namen der jeweiligen Empfängereinrichtungen werden sehr oft nicht genannt. Jahresberichte, die früher noch etwas Auskunft über den Verbleib der vorherigen Inhaftierten gaben, werden schon lange nicht mehr gedruckt. Und in den wenigen noch bestehenden Berichten werden noch weniger Angaben über das spätere Schicksal einstiger Publikumslieblinge gemacht. Doch auch wenn der Name eines Empfängerzoos einmal öffentlich genannt wird, ist dies nicht immer eine Garantie für eine wahrheitsgetreue Aussage oder letztendlich auch ein seriöser Verbleib der abgegebenen Individuen.

So behauptete die Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft einst, u.a. Tiger an einen Zirkus, Grizzylbären an einen schweizerischen Zoo oder andere Insassen an einen „Vogel- und Tierpark Gronau“ abgegeben zu haben. Nach langen und intensiven Recherchen fand unser Zooexperte Frank Abrecht oft jedoch das Gegenteil heraus. Nicht selten waren die wahren Empfänger*innen keine Zoo-Gefangenschaften sondern eher dubiose Tierhändler*innen. Diese Händler*innen bewahrten natürlich Stillschweigen über den wirklichen und endgültigen Verbleib des Hoyerswerdaer „Nachwuchs-Überschusses“. Und trotzdem Frank Albrecht den Verbleib einiger Individuen aufklären konnte, blieb das Schicksal eines Großteils von nicht-menschlichen Tieren aus der Zoo-Gefangenschaft „Zoo Hoyerswerda“ bis heute ungeklärt.

Hier zwei Dokumentationen zu diesem Thema:

https://endzoo.de/wp-content/uploads/2013/09/DOKU-6-TH-Bode.pdf.pdf

https://endzoo.de/wp-content/uploads/2013/09/DOKU-12-Hoyerswerda-B%C3%A4r-PDF.pdf

Und nun gibt es wieder so einen fragwürdigen Hoyerswerdaer „Tier-Abgabe-Fall“. Folgende ausführliche Chronik soll Ihnen detailliert aufzeigen, welchen Weg drei Alpensteinböcke aus der Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft seit September 2016 wirklich gingen und welches Märchen die Zoo-Gefangenschaft in Hoyerswerda der Öffentlichkeit und uns von „EndZOO Deutschland e.V.“ hierzu erzählt hat.

Es hört wohl nie auf!

Die Chronik

Sonntag den 25.09.2016

Ein/e Einwohner/in (Name ist uns bekannt) von Kronmühle entdeckt drei Steinböcke in einem verschlossenen und sehr engen Drahtgitterverschlag (siehe folgende Fotos ).

Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern!

img_3833Wochen später ermitteln wir die Größe des gesamten Verschlages vor Ort. Er bemisst lächerliche 21 Quadratmetern. Die Steinböcke können diese 21 Quadratmeter, wie das Foto gut zeigt, aber nur zur etwa die Hälfte nutzen. Ihr tatsächlicher Bewegungsradius ist offensichtlich weniger als 10 Quadratmeter.

Die folgenden zwei Fotos werden uns vom/von Zeugen/der Zeugin am 03.November 2016 persönlich in Kronmühle übergeben. Selbst in einem ganz schlechten Wildpark sieht die Steinbock-Gefangenschaftshaltung so nicht aus.

 

 

Dieser Verschlag befindet sich auf einer Wiese hinter dem Grundstück mit der Adresse: „Kronmühle 22, 90584 Allersberg“. Das Gehege gehört, wie uns der/die Zeuge/in glaubhaft berichtet: Herrn Ludwig K. aus Allersberg.

img_3834

Montag den 26.09.2016

Der/die Zeuge/in schaut einen Tag später noch einmal nach den Steinböcken. Jedoch sind alle Steinböcke verschwunden. Auch findet er/sie keinen einzigen dieser Steinböcke auf dem anderen und größeren Tiergehege. Auch dieses Gehege gehört Herrn Ludwig K. und befindet sich am Ortsausgang von Kronmühle ich Richtung Göggelsbuch. Zwei Tage später wird die Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft der Öffentlichkeit dieses steinbockleere Gehege als „neues Zuhause“ verkaufen und falsch als „Rothsee Wildpark Kronmühle“ deklarieren.

Uns gegenüber äußert der Herr/die Dame später auch noch, dass ihm/ihr ein Zeuge mitgeteilt hat, dass das zuständige Veterinäramt in Roth wohl aufgrund eines „anonymen Hinweises“ von der „nicht genehmigten Steinbock-Haltung“ bekommen hätte. Herr K. bekam, so der/die Zeuge/in weiter, daraufhin Besuch vom Veterinäramt und erhielt wohl auch die Aufforderung zur Entfernung der Steinböcke. Dieser Anweisung kam Herr K. wohl umgehend nach.

Die Steinböcke haben Kronmühle also verlassen.

Mittwoch den 28.09.2016

Obwohl sich die Steinböcke definitiv nicht mehr in Kronmühle befinden, verkündet die Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft, der „Verein der Zoofreunde Hoyerswerda“ und einige Lokalmedien veröffentlichen, dass ein 13-jähriger Alpensteinbock wegen einer „notwendigen Blutauffrischung“ abgegeben wurde und ein „neues Zuhause“ im „Rothsee Wildpark Kronmühle“ gefunden hätte.

20161123_zoo_de_steinbock_screenshot1Zitat aus der „Lausitzer Rundschau“ 1 und aus der Facebookseite der Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda vom (28.09.2016):

„Der vorherige 13jährige Steinbockmann verließ uns letzte Woche und hat nun sein neues Zuhause im Rothsee Wildpark Kronmühle gefunden.“

Wie wir ja heute wissen, waren die Steinböcke zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr in Kronmühle.

 

 

(Screenshot-Quelle: https://www.facebook.com/Zoo.HY/posts/1289883271021995:0)

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Donnerstag den 29.09.2016

Unser Zoo-Experte Frank Albrecht liest die Veröffentlichung und wird sofort stutzig. Kennt er doch, nach fast 20 Jahren Erfahrung, die meisten Wildpark-Gefangenschaften in Deutschland. Er beginnt, einen Tag nach Veröffentlichung, sofort seine Recherche. Und tatsächlich, es gibt in ganz Deutschland keinen Wildpark mit dem Namen „Rothsee Wildpark Kronmühle“. Weder rund um oder in der Nähe des Rothsees und auch nicht im oder in der Nähe des Ortes Kronmühle.

Nach mehreren Telefonaten bringt er die ersten wichtigen Details in Erfahrung: Am Ortsausgang von Kronmühle (Richtung Göggelsbuch), auf der linken Straßenseite, gibt es nur ein Wildgehege. Besitzer oder Pächter der Fläche ist Gatterjagdbetreiber, Trophäenzüchter, Jäger und Schlachter2 Ludwig K. aus Allersberg.

Hinweis:

Die Bezeichnung „Wildpark“ darf in Bayern nur verwendet werden, wenn ein anerkanntes „Wildgehege“ von einer höheren Jagdbehörde als „Wildpark“ anerkannt wurde. Dies Anerkennung liegt, unser aktueller Informationsstand, für das Tiergehege in Kronmühle jedoch nicht vor.

Zitat:

„Wildgehege, in denen Schalenwild zu Jagdzwecken gehegt und durch Jagdhandlungen genutzt wird, können als Wildpark anerkannt werden. Nur für solche anerkannten Wildgehege darf die Bezeichnung „Wildpark“ verwendet werden. Für die Anerkennung von Wildgehegen als Wildpark ist die höhere Jagdbehörde (= Regierung) zuständig.“ 3

Um einen Irrtum aus den Weg zu räumen, fragt Frank nach der bisherigen Recherche auf der Facebookseite der Zoo-Gefangenschaft von Hoyerswerda schriftlich nach:

„Wo finde ich den „Rothsee Wildpark Kronmühle“ im Internet?“

Einen Tag später antwortet Hoyerswerda auf Facebook.

Freitag den 30.09.2016

Antwort der Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda auf Facebook:

„Hallo Herr Albrecht, wir freuen uns, dass Sie so am Wohlergehen unserer Tiere interessiert sind. Auch wir haben uns intensiv mit den neuen Haltungsbedingungen unserer Steinböcke auseinandergesetzt. Die Steinböcke sind tatsächlich in einem privaten und kostenlos besuchbaren Wildpark in Kronmühle untergebracht. Eine Internetseite hat der Wildpark nicht, dafür aber eine ausreichend große Anlage und gute Versorgungsbedingungen. Der Wildpark, welcher auch Damhirsche und Mufflons hält, hat im Vorfeld des Transportes hier in Hoyerswerda notwendige Impfungen des Tieres vornehmen lassen und gezahlt und zudem mit uns eine sukzessive Futtermittelumstellung abgesprochen, um den Tieren einen möglichst schonenden Umzug in die neue Anlage zu ermöglichen. Wir haben daher keinen Zweifel daran, dass es den Tieren im neuen zu Hause gut geht.“

Keinen Zweifel? Die Aussage ist absurd. Die Steinböcke waren zu diesem Zeitpunkt ja schon lange nicht mehr in Kronmühle.

Und immer noch bezeichnet die Zoo-Gefangenschaft in Hoyerswerda eine Wiese (ein Wildgehege) verklärend als Wildpark. Des Weiteren besteht für uns die ernsthafte Frage, wie „intensiv“ hat sich Hoyerswerda tatsächlich mit den „neuen Haltungsbedingungen“ in Kronmühle auseinandergesetzt hat.

Obwohl sich die Steinböcke zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr in Kronmühle befinden, spricht die Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft von einer „tatsächlichen“ und „guten Unterbringung“ ihrer Steinböcke.

Da Herr K., wie wir heute (24.11.2016) wissen, keine notwendigen Haltungsbedingungen und auch keine gültige Haltungsgenehmigung für Alpensteinböcke besitzt, ist die Abgabe äußerst fraglich. Hoyerswerda hätte die Steinböcke also nie an diesen Herren abgeben dürfen.

Hat Hoyerswerda überhaupt beim zuständigen Veterinäramt nachgefragt?

Frank hakt auf Facebook weiter nach:

„Dann ist es also, wie ich von Anwohnern erfahren habe, tatsächlich kein „Wildpark“ sondern lediglich die Weide des Metzgers Herrn K. aus Schwarzach.“

Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda

„Diese vermeintliche Anwohneraussage entspricht leider nicht den uns vorliegenden Informationen. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich wie angekündigt vor Ort von den Haltungsbedingungen überzeugen. Sollten Sie dann noch immer Rückfragen haben, stehen wir gern zur Verfügung.“

Frank Albrecht:

„Wem gehört dieses Gehege dann? Und sie geben also zu, es ist kein „Wildpark“?“

Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda:

„Wie bereits erwähnt: Die Abgabe erfolgte an einen kleinen Wildpark in Kronmühl der kostenfrei von jedem besucht werden kann. Die Haltungsbedingungen haben wir überprüft. Wir freuen uns, dass Ihnen das Wohlergehen unserer Tiere genauso am Herzen liegt wie uns. Sie haben bereits vorgeschlagen, sich die Haltungsbedingungen selbst vor Ort anzuschauen. Dies wäre aus unserer Sicht tatsächlich der beste Weg um Ihre Befürchtungen auszuräumen.“

Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda

„… wir würden uns freuen, wenn Sie uns nach Ihrem Besuch ein Foto unserer Steinböcke zur Verfügung stellen könnten.“

Donnerstag den 03.11.2016

EndZOO-Zooexperte Frank Albrecht ist mit einer weiteren EndZOO-Aktivistin direkt in Kronmühle auf der Suche nach den Hoyerswerdaer Alpensteinböcken.

Zunächst einmal begutachten wir das vermeintlich als „Wildpark“ von Hoyerswerda falsch deklarierte Gehege am Ortsausgang. Es ist definitiv kein Wildpark. Wir finden dort auch keinen einzigen Steinbock.

img_5374Der auf der Wiese stehenden Jagdturm irritiert uns sofort und lässt uns nichts Gutes ahnen.

Da wir keine Steinböcke finden, befragen wir mehrere Einwohner im Ort und bekommen einen Tipp von einem/er Zeugen/in: Wir sollen uns das „andere“ kleiner Gehege von Herrn K. ansehen. Laut Zeuge/in hätten sich die gesuchten Steinböcke dort noch im September befunden. Jedoch seien sie nicht mehr in Kronmühle.

Ebenso berichtet er/sie, dass Herr K. diverse Jagden auf seinem großen Gehege am Ortsausgang anbietet und durchführt. Auch hätte es, so der Herr/die Dame weiter, schon etliche Beschwerden von Einwohner*Innen, wegen der nächtlichen Schießerei auf dem großen Gehege gegeben.

 

 

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img_2739Als wir am anderen Gehege von Herrn K. ankommen finden wir zwar andere „Hornträger“, aber auch hier finden wir KEINEN einzigen Steinbock. Das Gehege ist rundherum und ohne jegliches Hindernis gut zugänglich. Wir entdecken mehrere herumstehende Transportkisten und für uns katastrophale Haltungsbedingungen.

 

 

 

 

 

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img_2754In einem Verschlag (ca. 21 qm), zusammengeflickt aus diversen Bau- und Drahtzäunen, sind zwei nicht-menschliche Individuen eingesperrt. In den großen Auslauf können diese, zum Zeitpunkt unseres Besuches, nicht. Das größere Tier hat einen Bewegungsfreiraum von gerad einmal ca. 10 Quadratmetern. Zuvor waren genau dort die Steinböcke eingesperrt:

 

 

 

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img_2784Zwischen Bauschrott, Hausrat und anderen Müll liegt ein offenbar frisch abgetrennter Kopf eines anderen nicht-menschlichen Tieres herum. In einem danebenstehenden Plastikeimer finden wir wohl dessen Innereien. Es riecht extrem nach Verwesung. Wir entdecken auch einen bereits skelettierten Kopf.

 

 

 

 

 

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Sieht so eine „gutes“ neues Zuhause für Steinböcke aus?

img_2735   img_2883

Ebenso entdecken wir ein Werbeschild mit der ausführlichen Adresse von Herrn K. und eindeutige Hinweise für die Leidenschaft des Jagens.

Wir halten den Verwesungsgeruch nun nicht mehr länger aus und verlassen das Gehege.

Wir rufen Herrn K. noch vor Ort an und geben uns als vermeintliche Steinbockzüchter*Innen aus. Herr K. gibt im Gespräch zu, die Steinböcke von Hoyerswerda erhalten zu haben. Wo sich die Individuen jetzt befinden, möchte Herr K. uns jedoch nicht sagen. Herr K. legt auf.

Wir verlassen das Gelände und wollen nochmals den/die Zeugen/in aufsuchen.

Plötzlich taucht Herr K. persönlich auf. Im heftigen Wortgefecht bestätigt er uns, dass der männliche Steinbock aufgrund seines hohen Alters (13 Jahre) nicht eine Schlachtung zum Verzehr geeignet sei. Auch sei der prächtige Hornträger überhaupt nicht mehr zuchtfähig. Warum er das Individuum dann gekauft habe, fragen wir Herrn K. Er antwortet: Er wolle den 13jährigen „Bock“ zur Schau stellen.

Auf die Frage, wo man/frau sich das „Schauobjekt“ denn dann anschauen könnte, verweigert er jegliche Auskunft über den Verbringungsort. Wir glauben ihm nicht und sprechen in auf seine Trophäenzucht und -jagd an. Wir äußern unseren naheliegende Verdacht, er möchte den Steinbock wegen seines großen und prächtigen Hornes lediglich zum Abschuss anbieten. Daraufhin bricht er das Gespräch schlagartig ab und fährt davon.

Dass die Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft den engen Gitterverschlag (nur ca. 10 bis 21 Quadratmeter) als „ausreichend große Anlage“ und als ein „gutes neues Zuhause“ bezeichnete, ist angesichts der Realität ein riesiger Hohn.

Es mag vielleicht sein, dass man/frau in Hoyerswerda von dieser Unterbringung nichts wusste. Jedoch kann von einer „intensiven Prüfung der Haltungsbedingungen“, wie die Zoo-Gefangenschaft offiziell schreibt, überhaupt nicht die Rede sein.  

Und wie wir später auch erfahren werden, besitzt Herr K. auch keine Haltungsgenehmigung für Steinböcke. Es stellt sich also die berechtigte Frage, ob und wie Hoyerswerda die Haltungsbedingungen von Herrn K. überhaupt geprüft hat. Und warum wurde die Steinböcke an eine Person, ohne Haltergenehmigung, abgegeben?

Montag den 07.11.2016

Im EndZOO-Büro zurück schreiben wir das zuständige Veterinäramt Roth im Fall der Steinböcke an, stellen einige Fragen und bitten um Aufklärung. Das Veterinäramt antwortet uns umgehend:

„Wir werden der Sache sofort nachgehen.“

Mittwoch den 09.11.2016

Das Veterinäramt teilt uns schriftlich mit, dass ihre aktuelle Überprüfung „keinen Hinweis auf eine Haltung von Alpensteinböcken“ ergab.

Wir fragen auch nach, ob Herr K. denn jemals Steinböcken besessen habe?

Donnerstag den 10.11.2016

Antwort Veterinäramt:

„Herr K. hat nach unserer Erkenntnis nie Steinböcke besessen, allerdings sollen im Spätsommer für ein paar Tage Steinböcke bei ihm untergebracht gewesen sein, die allerdings bei einer Kontrolle nicht mehr vorgefunden wurden.“

Wir fragen nach einer Haltungsgenehmigung für Steinböcke nach. Ebenso fragen wir nach, ob das Amt dem weiteren Verbleib der Steinböcke nachgegangen sei.

Montag den 14.11.2016

Antwort Veterinäramt:

„Herr K. hat keine Haltegenehmigung für Steinböcke. Es wurde nicht nachrecherchiert, weil die Hinweise von uns nicht verifiziert werden konnten und bei unserer Kontrolle auch keine Steinböcke vorgefunden wurden.“

Donnerstag den 24.11.2016

Unser 1. Vorsitzende Frank Albrecht schreibt einen offenen Brief an die Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft und fordert von den Damen und Herren eine Antwort über den Verbleib der Steinböcke. Auszug aus dem Brief:

„Beantworten Sie mir und der Öffentlichkeit bitte die folgenden und wichtigen Fragen:

1.) Wo sind die Hoyerswerdaer Steinböcke nun wirklich verblieben?

2.) Wo kann man/frau die Individuen heute lebend sehen?

3.) Haben Sie die Steinböcke an eine Privatperson ohne Steinbock-Haltungsgenehmigung abgegeben?

4.) Zu welchem Zweck haben Sie die Steinböcke an Herrn K. aus Allersberg wirklich abgegeben?“

Eine Antwort an Frank Albrecht folgt jedoch nicht, dafür aber eine Pressemitteilung.

Mittwoch den 24.11.2016

Pressemitteilung der Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda

„Zoo Hoyerswerda überprüft Haltungsbedingungen von abgegebenen Steinböcken – Auf Grundlage eines Hinweises eines engagierten Tierfreundes überprüft der Leiter des Zoos Hoyerswerda, Eugène Bruins, am kommenden Wochenende persönlich die Haltungsbedingungen von drei abgegebenen Steinböcken an einen privaten Halter in Kronmühle. Die Steinböcke waren im September 2016 nach gründlicher Überprüfung der Haltungsbedingungen verkauft worden. Bereits im September äußerte der Tierfreund einen Verdacht, dass die Tiere nicht entsprechend der Absprachen zwischen dem Zoo und Käufer untergebracht seien. In einem klärenden Telefonat versicherte der Käufer gegenüber dem Zoo nochmals die Einhaltung der Haltungsbedingungen entsprechend der getroffenen Absprachen. Um letzte Zweifel auszuräumen, bat der Zoo Hoyerswerda via Facebook den in der Region lebenden Hinweisgeber um eine Vor-Ort-Kontrolle des Geheges. Laut dieser Vor-Ort-Kontrolle seien die Tiere überhaupt nicht in dem Gehege anzutreffen gewesen. Sollte sich dieser Vorwurf bewahrheiten, wäre dies ein eklatanter Verstoß gegen die Absprachen zwischen Käufer und Zoo. Um dies abschließend zu klären, wird Zooleiter Eugène Bruins am Wochenende persönlich die örtlichen Gegebenheiten kontrollieren. Für den Zoo Hoyerswerda bestanden zu keiner Zeit Zweifel an der Seriosität des Halters. Insbesondere die Tatsachen, dass er im Vorfeld eine Futtermittelumstellung zur stressfreien Umgewöhnung in das neue Gehege besprochen hatte und dass er die nicht gerade geringen Impfkosten vollständig übernommen hatte, ließen absolut keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Käufer an einer langfristigen Haltung der Tiere interessiert sei.“

In der Pressemitteilung behauptet die Zoo-Gefangenschaft, sie hätten Frank Albrecht um eine Vor-Ort-Kontrolle gebeten. Richtig ist jedoch, dass unser Zooexperte einen Besuch plante und die Zoo-Gefangenschaft auf Facebook um die detaillierte Adresse des vermeintlichen „Wildparkes“ bat. Eine Adresse bekam Frank aber bis heute nicht.

Vielmehr war sich die Zoo-Gefangenschaft sicher, dass es den Steinböcken „im neuen zu Hause gut geht“ und sie sich mit den „neuen Haltungsbedingungen intensiv auseinandergesetzt“ hätten.

Freitag den 25.11.2016

Die Lokalzeitung „Lausitzer Rundschau“ und „Sächsische Zeitung“ berichten über unsere Recherche und Frank Albrechts „offenen Brief“.

Interessant ist die Aussage in der SZ:

„Zoo-Sprecher Felix Pal betont, dass es für den Zoo Hoyerswerda zu keiner Zeit Zweifel an der Seriosität des Käufers gegeben habe, obwohl es den genannten Wildpark als solchen offenbar nicht gibt.“

Für uns gibt die Zoo-Gefangenschaft hier eindeutig zu, dass man/frau die Öffentlichkeit mit der Aussage „Rothsee Wildpark Kronmühle“ hinters Licht geführt und eindeutig falsche Angaben gemacht hat.

Montag den 28.11.2016

Zoo-Speziesist Eugène Bruins gibt über einen Pressebericht in der „Lausitzer Rundschau“4 bekannt, dass er in Kronmühle war und selbst keinen einzigen seiner Steinböcke finden konnte.

Zoosprecher Felix Pal sagt sogar:

„Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass der Käufer diese Pflichten verletzt und den Zoo arglistig getäuscht hat.“

Dienstag den 29.11.2016

In der Lokalzeitung „Sächsische Zeitung“ äußert sich die Zoo-Gefangenschaft u.a. wie folgt:

Grundsätzlich mache sich der Zoo keine Vorwürfe. Es sei durchaus üblich (wenngleich es selten geschehe), Tiere, sofern sie nicht unter Schutz stehen, auch an Privatpersonen zu verkaufen. Wie Felix Pal schildert, sei man nicht stutzig geworden, zumal der Käufer eben die Impfungen übernommen hatte. Dass es den seinerseits angegebenen Wildpark gar nicht gibt, habe man nicht gewusst, weil es nicht überprüft wurde. Dafür gebe es ja Verträge, die man abschließe. Allerdings müssen Käufer offenbar nur selten Nachkontrollen befürchten. Jetzt ist es zumindest im Rahmen des Denkbaren, dass man künftig in den Verträgen Vertragsstrafen mit aufnimmt, was freilich dennoch einer Kontrolle bedingt.“

Für so genannte nicht-menschliches „Wild“-Tiere benötigen Halter*Innen (hier der Käufer Herr K.) entsprechende Haltungsbedingungen und eine notwenige Haltungsgenehmigung. Steinböcke benötigen z.B. nicht nur Naturboden wie etwas Mufflons oder Damhirsche. Sie brauchen u.a. Steinfelsen zum Klettern (Name: Steinbock). Auch sind sie sehr sprunghaft, was eine hohe Zaunanlage zur Sicherheit vor Ausbrüchen notwendig macht. Deshalb waren die Individuen auch in einem kläglichen Verschlag eingepfercht. Diese Steinbock-Haltungsbedingungen konnte Herr K. in Kronmühle nie vorweisen. Die Aussage der Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft auf Facebook, man/frau hätte sich „intensiv mit den neuen Haltungsbedingungen unserer Steinböcke auseinandergesetzt“, ist lachhaft.

Hoyerswerda hätte, wie auch wir das getan haben, durch ein einfaches Telefonat beim zuständigen Veterinäramt in Roth klären können, ob Herr K. diese Haltungsbedingungen und entsprechende Genehmigung besitzt.

Oder man/frau hätte auf die Vorlage eines behördlichen Nachweises bei Übergabe der Steinböcke bestehen müssen. Das wurde aber ganz offensichtlich tunlichst unterlassen. Von einer Täuschung durch Käufer Herrn K. kann also allein nicht die Rede sein.

Aufgrund dieser Widersprüche und (aus unser Sicht) groben Vernachlässigungen haben noch am selben Tag eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin kritisieren wir, dass sich die Hoyerswerdaer Zoo-Gefangenschaft jetzt als Opfer darstellt.

Frank Albrecht erklärt hierzu:

„Wer drei Steinböcke an eine Privatperson mit Jagdschein, Trophäenzucht und ohne Haltungsgenehmigung verkauft, der hat es verwirkt, sich heute als vermeintliches Opfer einer arglistigen Täuschung darzustellen. Wer zuvor den in Bayern geschützten Begriff des Wildparkes missbraucht, um gute Haltungsbedingungen seiner Steinböcke in der Öffentlichkeit anzupreisen, der macht sich im Vorgeben eines vermeintlichen Interesses über Wohlbefinden seiner Steinböcke ebenso unglaubwürdig. Ein Zoodirektor, der vor Steinbockabgabe nicht den Besitz einer notwenigen Haltungsgenehmigung des Käufers beim zuständigen Amt überprüft oder sich bei Tierübergabe eine solche Genehmigung nicht zeigen lässt, dessen Berechtigung zum Führen eines Zoos unbedingt neu sollte unbedingt neu überdacht werden“, so ZOO-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Dieser Fall zeigt mir erneut, dass der Hoyerswerdaer Zoo aus seiner Vergangenheit der vielen dubiosen Tierabgaben immer noch nichts gelernt hat. Und das er offenbar unbeirrt und ohne Tierschutzinteresse der Lokalpolitik ungebremst so weitermacht wie bisher.“

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie auf unserer Homepage: HIER KLICKEN!

Diese Chronik wird weiter aktualisiert!

Quellenangaben:

1 – http://www.lr-online.de/regionen/hoyerswerda/Ein-neuer-Herr-im-Damenstall;art1060,5621383

2 – http://www.bio-verbraucher.de/adressen2.html

3 – http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayJG-24?hl=true

4 – http://www.lr-online.de/regionen/hoyerswerda/Hoyerswerdas-Steinboecke-bleiben-verschwunden;art1060,5714877

 

 


#03 – Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda ist im Steinbockfall für EndZOO kein Opfer

PRESSEMITTEILUNG #03/2016

Zoo Hoyerswerda ist im Steinbockfall für EndZOO kein Opfer

Tierrechtler kritisieren Abgabe an einen Halter ohne Haltungsgenehmigung

29.11.2016

img_3833Hoyerswerda – Zum Verschwinden von drei Alpensteinböcken aus dem Zoo Hoyerswerda schließt Zoosprecher Felix Pal, in einem gestrigen Zeitungsartikel, nicht mehr aus, dass Käufer Ludwig K. den Zoo „arglistig getäuscht“ habe. Anders als der Zoo, sieht die Tier-, Artenschutz und Tierrechtsorganisation „EndZOO Deutschland e.V.“ die Einrichtung jedoch nicht in einer Opferrolle.

Nach Meinung der Organisation habe der Zoo schon mit der Falschdeklarierung einer Wiese zu einem „Rothsee Wildpark Kronmühle“ der Öffentlichkeit einen vermeintlich guten Altersruhesitz ihres Steinbockes vortäuschen wollen. Und obwohl Zooexperte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht den Zoo, einen Tag nach der Presseveröffentlichung des Zoos zur Steinbockabgabe am 28.09.2016, via Facebook auf etliche Ungereimtheiten hinwies und um Aufklärung bat, weigerte sich dieser sogar noch die genaue Adresse des vermeintlich seriösen Wildparkes zu nennen. Auch meinte der Zoo im Facebook-Schlagabtausch am 30.09.2016 selbstsicher, dass man/frau „keine Zweifel daran hätte, dass es den Tieren im neuen zu Hause gut gehe“. Hätte der Zoo, so ein weiterer EndZOO-Vorwurf, wirklich ein Interesse am Wohlergehen seiner Steinböcke gehabt, hätte er sich bereits an diesem Tag beim zuständigen Veterinäramt über die Haltungsbedingungen vor Ort informiert. Zu diesem Zeitpunkt, und sogar zum Zeitpunkt der Zoo-Pressemitteilung über die Abgabe (!), waren die drei Alpensteinböcke schon längst nicht mehr in Kronmühle. Den größten Vorwurf macht EndZOO an einer weiteren Zoo-Aussage fest. So meint der Zoo auf Facebook, dass man/frau sich mit den „neuen Haltungsbedingungen intensiv auseinandergesetzt“ habe. Auch diese Aussage hält die Organisation heute für nicht glaubwürdig. Denn wenige Tage später erhielt EndZOO die schriftliche Aussage des zuständigen Veterinäramtes in Roth, dass Käufer Ludwig K. überhaupt keine Haltungsgenehmigung für Steinböcke besäße.

img_2784„Wer drei Steinböcke an eine Privatperson mit Jagdschein, Trophäenzucht und ohne Haltungsgenehmigung verkauft, der hat es verwirkt, sich heute als vermeintliches Opfer einer arglistigen Täuschung darzustellen. Wer zuvor den in Bayern geschützten Begriff des Wildparkes missbraucht, um gute Haltungsbedingungen seiner Steinböcke in der Öffentlichkeit anzupreisen, der macht sich im Vorgeben eines vermeintlichen Interesses über Wohlbefinden seiner Steinböcke ebenso unglaubwürdig. Ein Zoodirektor, der vor Steinbockabgabe nicht den Besitz einer notwenigen Haltungsgenehmigung des Käufers beim zuständigen Amt überprüft oder sich bei Tierübergabe eine solche Genehmigung nicht zeigen lässt, dessen Berechtigung zum Führen eines Zoos unbedingt neu sollte unbedingt neu überdacht werden“, so ZOO-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Dieser Fall zeigt mir erneut, dass der Hoyerswerdaer Zoo aus seiner Vergangenheit der vielen dubiosen Tierabgaben immer noch nichts gelernt hat. Und das er offenbar unbeirrt und ohne Tierschutzinteresse der Lokalpolitik ungebremst so weitermacht wie bisher.“

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EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

Den Diskussionsverlauf zwischen der Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda und Frank Albrecht auf Facebook finden Sie hier: HIER KLICKEN!

In folgender Chronik erfahren Sie, wie es den Steinböcke in der Realität erging: HIER KLICKEN!

 


Offener Brief an Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda

Nürtingen den, 24.11.2016

Offener Brief zur Abgabe von Hoyerswerdaer Zoo-Alpensteinböcken an die Privatperson Ludwig K. aus Allersberg

Sehr geehrter Zoodirektor Herr Eugène Bruins,

Copyright by EndZOO deutschland e.V. (2016)

Einfahrt zum Kronmühler-Tiergehege von Ludwig K. aus Allersberg.

ich war nun in Kronmühle und habe mich, wie Sie mir auf Facebook empfohlen haben, vom Wohlergehen der von Ihnen abgegeben drei Alpensteinböcke überzeugen wollen.

An dem von Ihnen angegeben Ort fand ich lediglich eine Wiese (annähernd Wildgehege) vor. Darauf „grasten“, wie sie tatsächlich und wahrheitsgetreu auf Facebook schrieben, einige Damhirsche und Mufflons. Einen, für den Begriff typischen, „Wildpark“ fand ich jedoch nicht vor.

Angesichts dieser Tatsache habe ich feststellen können: Es gibt KEINEN, wie Sie gegenüber der Öffentlichkeit behaupten und falsch deklarieren, „Rothsee Wildpark Kronmühle“.

Es stellt sich bereits hier für mich die Frage, warum sie als verantwortlicher Zoodirektor, den in Bayern geschützten Begriff des „Wildparkes“ für ihre Steinbock-Abgabe an eine Privatperson1 genutzt haben. Es genügt bereits ein Blick in die Liste der in Bayern anerkannten „Wildparks“ um festzustellen, dass es den von Ihnen genannten „Rothsee Wildpark Kronmühle“ überhaupt nicht gibt.

 

 

Weiterhin meinen Sie auf meine Nachfragen auf Facebook1:

– sie hätten sich „intensiv mit den neuen Haltungsbedingungen“ der Steinböcke auseinandergesetzt,

– sie hätten „keinen Zweifel daran, dass es den Tieren im neuen Zuhause gut“ ginge,

– die Steinböcke „eine ausreichend große Anlage und gute Versorgungsbedingungen“ hätten,

– sie die „Haltungsbedingungen überprüft“ hätten und

– sie sich freuten, dass mir „das Wohlergehen ihrer Tiere genauso am Herzen liegt wie Ihnen“.

Nachdem, was ich in Kronmühle gesehen und live erlebt habe, kann ich Ihren wohlklingenden Äußerungen kein Vertrauen und Glauben schenken.

Abschließendes Fazit meines Besuches:

Ich habe keinen einzigen lebenden Steinbock in Kronmühle, und schon gar nicht in ihrem falsch deklarierten „Wildpark“, finden können.

Ich habe jedoch den Steinbockkäufer, Pächter oder Besitzer der Wiese, Herrn Ludwig K. aus Allersberg persönlich angetroffen. Zuvor habe ich von glaubwürdigen und im Ort lebenden Personen ebenso erfahren, dass Herr K. auch ein tüchtiger Jäger, Organisator von Jagden auf diesem besagten Wildgehege, Schlachter, Trophäenzüchter und ein Wildfleischverkäufer sei.

Herr K. gab mir gegenüber an, dass er die Steinböcke (1,2 – ein 13 Jahre alter, männlicher und zwei weibliche Steinböcke) von Hoyerswerda tatsächlich erworben habe. Er weigerte sich aber vehement, trotz mehrmaliger Bitte meinerseits, den derzeitigen Aufenthaltsort der Steinböcke zu benennen. Diese Reaktion und Geheimniskrämerei ist aus meiner Sicht, für einen seriösen und zuverlässigen Halter, oder vermeintlichen Besitzer eines „Wildparkes“, äußerst fraglich.

Angesicht meiner ausgiebigen Begutachtung des Geheges, zweifle ich hiermit auch sehr stark an, dass Herr K. überhaupt die notwendigen Haltungsbedingungen und die dafür entsprechende Haltungsgenehmigung für Ihre Steinböcke besitzt. Ich meine keine Haltungsgenehmigung für sein Damwild oder für die Mufflons. Diese soll er haben.

Es stellt sich mir also die dringende und wichtige Frage, ob Sie die Steinböcke tatsächlich an eine Privatperson ohne gültige Haltungsgenehmigung abgegeben haben? Wenn ja, wäre dies äußerst verwerflich und untragbar als Verantwortlicher des „Zoos Hoyerswerda“.

Ich bitte Sie also nochmals um eine ausführliche, öffentliche und schriftliche Stellungnahme.

Beantworten Sie mir und der Öffentlichkeit bitte die folgenden und wichtigen Fragen:

1.) Wo sind die Hoyerswerdaer Steinböcke nun wirklich verblieben?

2.) Wo kann man/frau die Individuen heute lebend sehen?

3.) Haben Sie die Steinböcke an eine Privatperson ohne Steinbock-Haltungsgenehmigung abgegeben?

4.) Zu welchem Zweck haben Sie die Steinböcke an Herrn K. aus Allersberg wirklich abgegeben?

Wie Sie lesen können, habe ich als gebürtiger Hoyerswerdaer ein starkes Interesse am Wohlergehen der Steinböcke. Wenn Ihnen das Wohlergehen Ihrer Steinböcke, wie sie schreiben, tatsächlich am Herzen liegt, dann wird Ihnen die Beantwortung der obigen Fragen sicher nicht schwerfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Albrecht

Verteilt an/über: Lokalmedien, Facebook

Quellenangaben:

1  https://www.facebook.com/Zoo.HY/posts/1289883271021995:0


FREIWILLIGE VERMENSCHLICHUNG IN ZIRKUSMANIER?

FREIWILLIGE VERMENSCHLICHUNG IN ZIRKUSMANIER?

(Stand 19.10.2015)

Die Elefanten-Gefangenschaft Halle wird erneut in ihrem Umgang mit seinen inhaftierten Elefanten kritisiert. Diesmal übt die Tierschutzorganisation „WAR – Wildlife at Risk International“ massive Kritik an einer „Mal-Aktion“ mit dem inhaftieren Elefanten ABU. Die Malaktion ist auf einem Video zu sehen, welches wohl nur auf der privaten Facebookseite eines der Wärter veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Tierschutzorganisation soll das Video, nach massiven Protesten im sozialen Netzwerk, mittlerweile gelöscht sein. Die Organisation hat jedoch das Video oder ein Teil der Aufnahmen gesichert. Wir haben diese Filmaufnahmen gesichtet und analysiert. In dem Film sieht man/frau folgendes:

Sekunde 1 bis 2 (1.Versuch)

Elefant zieht seinen Rüssel blitzartig zurück. Dabei hält der Wärter seinen Rüssel fest um eine Flasche mit einer roten Flüssigkeit in den Rüssel einzuführen. Am Ende der deutlichen Elefanten-Verweigerung (Rückzug) lässt der Wärter den Rüssel dann doch los. Die Flasche berührte den Rüssel zunächst nicht und es kommt zu keiner Aufnahme der Farbe.

Sekunde 2 bis 6 (2.Versuch)

Der Elefanten tastet sich mit seinem Rüssel erneut vorsichtig, langsam und deutlich verunsichert nach vorn heran. Wieder greift der Wärter mit der Hand nach dem Rüssel und hält diesen nun fest. Bevor es ihm gelingt die Flasche in den Rüssel einzufügen, zieht der Elefant seinen Rüssel erneut blitzartig zurück. Ablehnung und Verweigerung des Elefanten ist also deutlich erkennbar und offensichtlich.

Sekunde 6 bis 23 (3.Versuch)

Wieder dasselbe Spiel. Der Elefant streckt seinen Rüssel absolut verunsichert nach vorn aus. Dann greift der Wärter zu. Diesmal deutlich fester. Er kneift (zangenförmig) mit seinem Daumen kräftig in das Fleisch der ober Rüsselspitze (Sekunde 11) um den Rüssel besser festzuhalten zu können. Als freiwillige Mitarbeit kann dies also absolut nicht bezeichnet werden. Da der Wärter den Rüssel nun kräftig festhält, gelingt es ihm auch die Flasche in den Rüssel zu schieben. Kaum ist eine erste riesige Menge rote Farbe in den Rüssel eingeflößt, pustet der Elefant die Farbe, als wenn sich jemand beim Trinken verschluckt hat, sofort blitzartig wieder aus. Sofort zieht der Elefant auch seinen Rüssel wieder zurück. Wie kräftig und brutal der Wärter den Rüssel von ABU festhält sieht man auch sehr gut beim Rückzug des Rüssels in Sekunde 22. Der obere Teil des Rüssels wird aufgrund des Fingergriffes extrem in die Länge gezogen und flutscht, wie ein Gummi, aus der zangenförmigen Halterung der Hand. Auch sieht man/frau die Dehnung der Rüsselhaut. ABU zieht also seinen Rüssel zurück und wird trotz deutlichen Kennzeichen von Verweigerung und Unwohlsein zu noch weiteren Aktionen gezwungen. Der Wärter grinst übrigens (Sekunde 25).

Sekunde 29 (4.Versuch)

ABU steckt den Rüssel diesmal nicht weit aus seiner Box heraus. Diesmal greift der Wärter sogar nach dem Rüssel und zieht diesen zu sich heran. Unfreiwilligkeit und Zwang kann ab hier nun gar nicht mehr geleugnet werden. Jede Verneinung von Zwang oder auch nur eine Beschönigung als Freiwilligkeit ist ab hier eine glatte Lüge. In Sekunde 32 sind das Zurückziehen des Rüssels und die Dehnung der Rüsselhaut wieder sichtbar. Der Wärter hält den Rüssel dennoch weiter fest. In Sekunde 40/41 ist auch wieder das Herausflutschen des Rüssels aus dem festen Wärter-Griff sichtbar. Auch erneut klar sichtbar ist das sofortige Auspusten der ersten Flüssigkeitsmenge durch Abu. Wenn Elefanten z.B. Wasser oder Sand freiwillig aufnehmen sieht man/frau übrigens ein solches sofortiges Auspusten übrigens nicht so oft. Bei ABU ist das Einflößen, eine Art Ertrinken, ein Verschlucken und ein schnelles Loswerden mehr als erkennbar. Freiwillig sieht für uns jedenfalls eindeutig anders aus.

Sekunde 50 (5. und letzter Versuch)

Im Letzten Versuch zieht ABU gleich wieder den Rüssel zurück. Der Wärter hält den Rüssel aber wieder mit seiner Hand fest und flößt weiter Farbe ein. Diesmal kneift ABU aber erkennbar die Rüsselöffnung zu. Keine Chance. Wieder muss er unfreiwillig die Farbe aufnehmen. Wieder „rotzt“ er diese wieder aus. Wieder grinst der Wärter dabei. Wieder sieht man (in Minute 1:40) wie der Rüssel aus dem festen Händegriff (Zwangsgriff) des Wärter herausspringt. Diesmal hört man/frau sogar ein kraftvolles Flutschen.

ENDZOO-Fazit zum Video.

  • – Ein freiwilliges Auspusten („Kreieren“) von Farbe ist das nicht.
  • – Ein kraftvolles Festhalten (stellenweise Zwangsgriff) des Rüssels ist nicht als eine „freiwillige“ und „zwanglose“
  •    Beschäftigung zu bezeichnen.
  • – Unsicherheit, Unwille, Ablehnung und Verweigerung des Elefanten ABU sind eindeutig erkennbar.
  • – Hier wird nachweislich Zwang ausgeübt. Zwang ist für EndZOO eine Form von Gewalt.
  • – So etwas kennen wir nur aus den fragwürdigen Methoden der Zirkusdressur.

>>Hier kann man/frau das Video einsehen!