Das Zoos.Media-Elefantenalter

Das Zoos.Media-Elefantenalter

Wie Philipp J. Kroiß sich seine eigene Zoo-Welt malt.

(Stand 16.11.2016; geändert am 17.11.2016)

Für die Beurteilung, ob die Unrechts-Institution Zoo-Gefangenschaft grundsätzlich „schlecht“ oder „gut“ für die lebenslangen Insassen (nicht-menschliche so genannte Zoo-Tiere) ist, wird von Zoo-Unrechtsbefürworter*innen (u.a. so genannte Zoofreund*Innen) oder Zoo-Speziesist*innen (u.a. Zoodirektor*Innen) sehr oft das Erreichen eines hohen Lebensalters oder eine hohe Lebenserwartung zur Beurteilung herangezogen. Ob die dabei ermittelten Werte für eine allgemeingültige, objektive und grundsätzliche Gesamtbeurteilung der Lebensqualität aller inhaftierten nicht-menschlichen Individuen hilfreich ist, kann in vielen Punkten angezweifelt werden.

So ändert ein hohes erreichtes Alter grundsätzlich nichts an der bestehenden lebenslangen Verletzung der Persönlichkeitsrechte (Tierrechte) der in Zoo-Gefangenschaft inhaftierten nicht-menschlichen Tiere. Auch schließt ein Höchstalter schlechte Lebensbedingungen nicht grundlegend aus. Ein sehr bezeichnendes Beispiel hierfür ist das wohl weltweit älteste Zwergflusspferd HANNIBAL in der Stuttgarter Zoo-Gefangenschaft „Wilhelma“.

HANNIBAL „fristet“, so Richard David Precht (1997)1, zusammen mit Flusspferden und Tapiren, sein „…unartgerechtes Dasein in Verliesen und Betongräben“. Und tatsächlich. Keiner wird beim Anblick dieser heute noch immer vorherrschenden, eklatant schlechten und beengten Haltungsbedingungen (besonders in der sehr kalten Winterszeit) die Lebensqualität von HANNIBAL grundsätzlich als „herausragend“ und nicht einmal ansatzweise als „gut“ bewerten. Und auch nicht, weil HANNIBAL das bisherige Höchstalter erreicht hat.

Weitere Ausführungen zum Zoo-Speziesist*Innen-Zooalters-Argument finden Sie demnächst auf unserer Homepage. In diesem Artikel wollen wir uns lediglich die „Lebenserwartung von Elefanten“ in der Zoo-Gefangenschaft aus Sicht der Zoo-Unrechtsbefürworter*Innen von „Zoos-Media“ (hier Ausführungen2 von Philipp J. Kroiß) näher betrachten und deren Fehlaussagen offenlegen.

SEIN UND SCHEIN

Sterben Elefanten in Gefangenschaft früher? Haben Elefanten eine geringere Lebenserwartung als in freier Wildbahn? Diesen Fragen ging auch der Zoo-Unrechtsbefürworter und vermeintliche Journalist Phillip J. Kroiß nach. In einem Artikel2, „exklusiv für Zoos.media, veröffentlichte er im Juli 2016 das Ergebnis seiner dilettantischen, fehlerhaften, unwissenschaftlichen, unseriösen und mit einigen Halbwahrheiten bestückten Recherche (EndZOO-Ansicht).

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen2 macht Kroiß unmissverständlich deutlich:

„Es ist ein altbekanntes Vorurteil von Zoogegnern, dass Elefanten in Menschenobhut eine kürzere Lebenserwartung hätten als in der Wildbahn.“ 2

Auch ist der vermeintliche Journalist in Bezug auf die Lebenserwartung von Elefanten davon überzeugt, dass „Zoogegner“ mit „angeblich wissenschaftliche Studien“ immer wieder versuchen zu behaupten, dass nicht-menschliche Tiere oder „Flaggschiffe im Zoo“ kürzer leben sollen. Mit Studien die, laut seiner arroganten Sichtweise, offenbar auch alle „unseriöse Wissenschaft sind“.

Eine solche „unseriöse Wissenschaft“ oder vermeintliche „Gefälligkeits-Studie“ ist, in Bezug auf die Lebenserwartung von Elefanten (Hauptthema Kroiß-Artikel), wohl in Kroiß Augen auch die so genannte „Oxford-Studie“ 3 von CLUBB & MASON aus dem Jahr 2002. Die Studie wird, so der vermeintliche Journalist bewertend, „nicht nur höchst kritisiert, sondern auch stark bezweifelt“ 2.

Als einen Beweis für Kritik und Zweifel an der Oxford-Studie3 und deren Ermittlung der Lebenserwartung (Hauptthema Kroiß-Artikel) nutzt Kroiß zunächst eine Aussage aus der „Analyse“ 4 der Elefanten-Schutzorganisation „European Elephant Group (EEG)“ (heute auch: Elefantenschutz Europa e.V.). Die Analyse ist ebenfalls aus dem Jahr 2002.

Kroiß schreibt und zitiert die EEG-Analyse4 nur auszugsweise:

„Man (Anmerkung der EEG) findet auch die Art und Weise, wie die Studie entstand, >unmöglich<: „Drei Zoos von 138 Elefantenhaltern unter den europäischen Zoos und Safariparks wurden besucht. Die daraus abgeleiteten Beurteilungen und Aussagen in der Oxford-Studie sind entweder nachweislich falsch, verfälscht, widersprüchlich oder inkompetent.“

Kroiß erweckt, mit dem Zitieren dieser kleinen EEG-Analyse-Aussage (nur ein Bruchteil der Gesamt-Analyse), zunächst einmal den Eindruck, dass die gesamte Oxford-Studie3 (2002) nur durch den Besuch von drei Zoo-Gefangenschaften entstanden sei. Und da es in seinem Artikel ja eigentlich allein nur um die Lebenserwartung von Elefanten geht, erweckt er also gleichzeitig auch den wohl bewusst falschen Eindruck, dass die Oxford-Daten zur Ermittlung der Lebenserwartung (Hauptthema Kroiß-Artikel) ebenso nur durch den Besuch von drei Zoo-Gefangenschaft entstanden sein muss. Das ist natürlich totaler Blödsinn.

Von Kroiß wird nicht ehrlich und korrekt darauf hingewiesen, als Journalist zur Unabhängigkeit und zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung verpflichtet, dass sich die von ihm zitierte EEG-Aussage allein nur auf die Oxford-Beurteilung über die Haltungsbedingungen der Elefanten und überhaupt nicht auf das Zustandekommen der Daten zur Ermittlung der Lebenserwartung bezog.

Die EEG selbst schreibt in ihrer 214-seitigen Analyse4 aber korrekt:

„Von diesen 138 Haltungsstätten hat die Universität Oxford … nur 3 Zoos in England besuchen lassen, um dort die Elefantenhaltung beurteilen zu können.“ Es geht also bei dieser Aussage überhaupt NICHT um das Thema „Lebenserwartung“!

Auch wenn Kroiß offenbar die 214-seitige und 45 Euro teure EEG-Original-Analyse4 nicht zu besitzen scheint, ermächtigt es ihn nicht, nur aus der extrem kurz gehaltenen EEG-Analyse-Kurz-Rezension falsch und aus dem Kontext gerissen zu zitieren. Das ist höchst unprofessionell, unfachmännisch und unfair.

Kroiß Dilettantismus geht aber leider noch weiter.

EIN WIRKLICH ALTER HUT?

Unsere EndZOO-Experten besitzen natürlich nicht nur die vollständige EEG-Analyse4, sondern kennen diese auch inhaltlich. Auch haben Sie die Oxford-Studie3 gelesen und genauestens analysiert. 

Genau dieses Fachwissen führte dazu, dass sie sofort den nächsten großen Kroißchen Fehlschuss entdeckten.

So schreibt Kroiß weiter:

„Alte Studie neu aufgewärmt – Es passiert immer wieder, dass diese Studie erneut hervorgeholt wird, um einseitig über Elefantenhaltung zu desinformieren.“

Als Beweis, dass die alte Oxford-Studie3 immer wieder „neu aufgewärmt“ werden würde, zählt der vermeintliche Experte Kroiß aktuelle Veröffentlichungen u.a. der Zeitung die ZEIT5 und des Magazins der SPIEGEL6 auf. Diese Veröffentlichungsbeispiele sollen sich, so Kroiß, „auf die Interpretation der Gefälligkeitsstudie (Anmerkung: Oxford-Studie3) durch die Tierrechtler“ von 2002 beziehen. Auch wenn beide Medien durchaus den verwirrenden Eindruck erwecken, tun sie das aber nicht. Sie beziehen sich definitiv NICHT auf diese vermeintliche „Gefälligkeits-Studie“3. Zahlen lügen nicht.

Würde Kroiß nämlich die angebliche „alte Gefälligkeitsstudie“ (Oxford-Studie3) aus 2002 wirklich kennen, wäre ihm als wahren Experten sofort aufgefallen, dass Clubb und Mason in dieser Studie eine Lebenserwartung von 16 (afrik. Elefant) und 15 Jahren (asiat. Elefant) angeben. In seinen Veröffentlichungs-Beispielen (ZEIT5 und SPIEGEL6), die ja angeblich dieselbe alte Oxfordstudie benutzen und somit neu aufwärmen sollen, wird aber immer von einem Höchstalter von fast 17 (afrik. Elefant) und fast 19 Jahren (asiat. Elefant) geschrieben. Also völlig unterschiedliche und widersprüchliche Zahlenangaben.

Logisch! Was Kroiß wohl aus seiner so offensichtlichen Unwissenheit heraus nicht weiß ist der Fakt, dass sich seine „Veröffentlichungsbeispiele“ (ZEIT5 und SPIEGEL6) alle richtigerweise auf eine völlig andere und neuere „Clubb & Mason“-Studie7 aus dem Jahr 2008 und nicht auf die Oxford-Studie3 aus dem Jahr 2002 beziehen.

Es kann durchaus auch sein, dass Kroiß auch auf einige fehlerhafte Links in einer dieser zwei Artikelbespielen hereingefallen ist. Doch wahre Prüfer, Unvoreingenommene und echte Kenner der Materie, fällt dies dennoch sofort auf.

Bring Licht ins Dunkle!

Sterben Elefanten in Zoo-Gefangenschaft denn nun früher?

Kroiß meint in seinem Artikel2 weiter, eine „neue Studie“ 8 der amerikanischen Zoo-Speziesisten (Zoodirektoren) Robert J. Wiese (Forth Worth Zoo) und Kevin Willis (Zoo Minnesota) brachte, im Gegensatz zur veralteten Oxford-Studie3, hierzu schon 2004 „Licht ins Dunkle“.

Zitat Kroiß zur „Wiese & Willis-Studie“8 (2004):

„Die durchschnittliche Lebenserwartung von Asiatischen Elefanten wird hier auf 47,6 (Europa) bzw. 44,8 (Nord Amerika) angegeben. Die mediane Lebenserwartung wird mit 41,9 (Europa) bzw. 35,9 (Nord Amerika) angegeben. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die kritisierte Theorie einer medianen Lebenserwartung von Asiatischen Elefanten von 19 Jahren, wie sie Walasek noch am 31.05.2016 in der ZEIT5 behauptet, widerlegt.“

Da wir ja nun richtiggestellt haben, dass es sich bei DIESER „Clubb & Mason-Studie“ 3 tatsächlich um eine im Jahr 2008 erstellte Studie handelt, muss auch Kroiß unwiderruflich zur Einsicht kommen, dass seine vermeintlich „neuere und aktuellere“ Wiese-Willis-Studie8 aus 2004 nun durch eine „viel neuere“ Studie aus 2008 aufgehoben wird. Seine stolz ins Feld geführte „Wiese & Willis-Studie“ 8 ist hier also die einzig „veraltete Studie“. Was für eine Selbstdemontierung!

Noch einmal: Kroiß kritisierte die Kritiker*innen wegen der Verwendung einer vermeintlich veralteten Studie aus 2002, welche aber in der Realität eigentlich aus 2008 stammt. Dafür verwendete er selbst, ganze 12 Jahre später, eine noch viel ältere Studie aus 2004.

Kroiß tappt also weiterhin im Dunklen!

Unfehlbar!?

Obwohl unser 1.Vorsitzender und Zoo-Experte Frank Albrecht die Zoo-Unrechtsbefürorter*Innen und „Expert*Innen“ von „Zoos.Media“, im Beirat sitzt übrigens u.a. Kerstin Ternes (Zoo-Gefangenschaft Duisburg), Immanuel Birmelin (Zirkus-Unterstützer) und Michael Miersch (Tierrechtsgegner und Journalist), auf den eklatanten Kroiß-Fehler im besagten Alters-Artikel2 aktuell auf Facebook hinwies, sieht man/frau jedoch von deren Seite immer noch keinerlei Verfehlungen und keine Handlungsbedarf die ZEIT und den STERN zu rehabilitieren:

„Wir haben einen Beirat, der auch unsere Artikel überprüft … Der Artikel 2, den wir uns nochmal durchlasen, ist fest auf wissenschaftlichen Boden gesetzt … Jeder kann den Kommentar der im Artikel zur Recht kritisierten Studie3 durch die European Elephant Group … Ebenso kann jeder die Studie, die die kritisierte Studie widerlegt hat, einsehen…“ 9

Kroiß verrennt sich weiter

Zum noch größeren Schlag, holt Kroiß dann selbst noch einmal am 07.11.2016 aus. In einem ganz aktuellen „Zoos.Media“-Artikel10 lobt er selbst eine aktuell veröffentlichte Zoo-Alters-Studie11 aus diesem Jahr als „wichtigen Meilenstein“.

Er meint: „…nun hat die Wissenschaft sie (gemeint sind „Zoogegner*Innen) eines Besseren belehrt.“10

Doch genau in dieser Studie11, laut Kroiß ja ein von der „Wissenschaft erstellter „Meilenstein“, wird nun seine bisher verkündete Wunsch-These, Elefanten in der Zoo-Gefangenschaft würden nicht früher sterben als Elefanten in Freiheit (Wildnis, Freiraum, Freiland, Natur oder Wildbahn), mehr als offensichtlich widerlegt und sogar deutlich ad absurdum geführt. Und der eigentliche Hammer ist: Die „Clubb & Mason-Studie“ 3 aus 2008 wird in dieser ganz aktuellen Studie auch noch in der Veröffentlichung erwähnt und dessen Richtigkeit in einer Aussage sogar noch untermauert.

Aussage aus der Studie11:

„Thus, our broad-scale study supports previous work reporting that both Asian and African elephant females live longer in the wild than in zoos.“ 11

Übersetzung: „Unsere breit angelegte Studie unterstützt frühere Berichte (Clubb & Mason 20083), dass sowohl asiatische als auch afrikanische Elefantenfrauen länger in der Wildnis leben als in Zoos.“ 11

Noch einmal: Die Ersteller*Innen der Studie haben mit der Erstellung und ihren Ergebnissen nochmals die Erkenntnisse der „Clubb & Mason-Studie“ 3 aus 2008 untermauert. Sie haben also die „Clubb & Mason-Studie“ 3 NICHT eins zu eins und damit ungeprüft übernommen.

Dennoch ignoriert Kroiß die eindeutigen Fakten weiterhin und meint wenig später an einer anderen Zoos.Media-Facebook-Stelle am 10.11.206:

„Das ist eine sehr berechtigte Frage (y) Mason ist alles andere als eine unabhängige Quelle, zumal ihre berühmteste Studie eine „RSPCA-sponsored study“ war … Ob jemand, der seine Wissenschaft durch eine Organisation sponsort, die starke Tierrechtsanteile mit sich trägt, wirklich eine vertrauenswürdige Quelle ist? Auch bei Ros Clubb sieht es nicht besser aus, der ja bei der RSPCA arbeitet. Auch wir haben ja bereits darüber veröffentlicht … Hier hätte man sich eine differenzierte Betrachtung gewünscht, allerdings muss man auch sagen, dass vielen die Studie von Wiese und Willis (noch) nicht sehr geläufig ist. Darüber wird nochmal zu reden sein. Zudem wird dies auch hoffentlich nicht die letzte Studie des Teams zu diesem Thema sein und bei der nächsten, wird dann die Studie bestimmt inkludiert. Letztendlich ändert dieser Umstand aber nichts daran, dass die Studie alles in allem in die richtige Richtung geht.“

Kroiß behauptet hier also unterschwellig, dass den Ersteller*Innen dieser aktuellen Alters-Studie11, laut seiner Auffassung ja ein „…von der Wissenschaft erstellter Meilenstein“, seine favorisierte „Wiese & Willis-Studie“ 8 wohl auch „nicht sehr geläufig“ sein muss. Ignoranter geht es nicht.

Auf der einen Seite hoch loben und an andere Stelle aktuelles Wissen absprechen.

Und noch etwas Absurdes:

Wenn man/frau den Anfang des Kroiß-Facebook-Kommentares nochmals liest, fällt sofort auf, dass dieser Dilettant und Ignorant immer noch von der falschen Oxford-Studie3 ausgeht und schreibt. Selbst in der aktuellen Alters-Studie11 wird sich erneut auf die „richtige“ Clubb&Mason-Studie11 aus 2008 bezogen und sogar in der Quellenangabe mit Jahreszahl explizit genannt.

Übrigens ist die „Wiese&Willis-Studie“8, von der Kroiß so schwärmt, eine Könnte-Sein-Studie, eine Kalkulation, eine statistische Annahme oder eine reine Wahrscheinlichkeitsanalyse. Wiese & Willis gingen von den günstigsten anzunehmenden statistischen Annahmen für ihre Altersvorhersagen aus. Dass sich die Ersteller der aktuellen Alters-Studie11 nicht auf diese Studie, als „bisherige Erkenntnisse zum Lebensalter von Elefanten“ berufen, ist nur allzu gut verständlich.

Andere Wissenschaftler*Innen sahen dies ähnlich:

„Further, the longevity of zoo elephants is not better, even under themost favorable statistical assumptions, than that of free-ranging elephants.“12

Quellennachweise

Klicken Sie mit der Maus auf die gewünschte Quelle. Es öffnet sich ein neues Fenster!

1Precht Richard David (1997), „Noahs Erbe“; Seite 328; Rotbuch-Verlag

2http://zoos.media/medien-echo/sterben-elefanten-in-gefangenschaft-frueher/

3Oxford-Studie Clubb & Mason (2002)  (PDF-Datei)

4EEG-Analyse (2002)

5Artikel der ZEIT vom 31.05.2016

6SPIEGEL-Artikel vom 12.1.2008

7Clubb & Mason Studie (2008)

8Wiese & Willis-Studie (2004)

9Facebookeintrag vom „WDR-Lokalzeit-Düsseldorf vom 09.11.2016

10http://zoos.media/medien-echo/zootiere-lebenserwartung/

11Altersstudie (2016)

12Quelle: „Optimal Conditions for Captive Elephants: A Report by the Coalition for Captive Elephant Well-Being“ (2005) von Lisa Kane JD, Debra Forthman, Ph.D., David Hancocks, PDF-Direktlink: http://www.elephantcare.org/protodoc_files/2008/CCEWBOptimalConditionspdf.2.pdf


Stellungnahme zu Aussagen Zoo-Gefangenschaft Halle

EndZOO-Stellungnahme zu Aussagen des Zoo-Speziesisten Dennis Müller (Zoo-Gefangenschaft Halle) im Umgang mit Elefant ABU

FREIWILLIGE VERMENSCHLICHUNG IN ZIRKUSMANIER?

(Stand 19.10.2015)

Die Elefanten-Zoo-Gefangenschaft Halle wird erneut in ihrem Umgang mit seinen inhaftierten Elefanten kritisiert. Diesmal übt die Tierschutzorganisation „WAR – Wildlife at Risk International“ massive Kritik an einer „Mal-Aktion“ mit dem inhaftieren Elefanten ABU. Die Malaktion ist auf einem Video zu sehen, welches offensichtlich bisher nur auf der Facebookseite eines der Wärter privat veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Tierschutzorganisation soll das Video, nach massiven Protesten im sozialen Netzwerk, mittlerweile gelöscht worden sein. In einer Stellungnahme auf Facebook hat die Zoo-Gefangenschaft Halle (hier Ober-Speziesist/ Zoodirektor Dennis Müller) am vergangenen Donnerstag nun versucht, seinen unnatürlichen Umgang (hier ein „Bild kreieren“) mit seinem inhaftierten Elefanten ABU, bei dem Zwang eine deutlich sichtbare Komponente ist, zu beschönigen und sogar zu verharmlosen. EndZOO nimmt, zu einigen Aussagen von Zoo-Speziesist Müller, wie folgt hier Stellung:

1.Ist diese Farbe ungiftig?

Mag sein das es sich um eine ungiftige „hochverdünnte wasserlösliche KINDER-Malfarbe“ (Müller) handelt. EndZOO ist aber nicht bekannt, dass Hersteller solcher Kindermalfarben es dennoch begrüßen würden, wenn Eltern ihren Kindern diese Farbe in die Nase einflößen und diese zum „Ausrotzen“ bringen. Für eine Naseninhalation sind solche Farben mit Sicherheit nicht gedacht. Zudem wurden solche Farben bestimmt noch nicht auf Unbedenklichkeit für die Naseninhalation bei einem Elefanten hin getestet. Jeder weiß, dass unterschiedliche Spezies auf diverse Chemikalien oder Stoffe unterschiedlich reagieren. Wie sich also diese Farbe im Rüssel eines Elefanten verhält, ist sicher noch nicht ausreichend getestet und ermittelt worden. Auch nicht wie Farbmengen, die auf diese Art und Weise auch in die Lunge, Magen und Körper des Elefanten eindringen können, sich gesundheitlich dort auswirken. Zoo-Speziesist Müller wird von uns aufgefordert, den Farbenhersteller mit Namen und Adresse zu benennen, um jede Gesundheitsrisiken mit voller Transparenz auszuräumen. Auch soll er entsprechende Studien vorlegen, die eine Gefährdung der Gesundheit durch diese Farbe ausschließen können.

2.Wird in diesem Vorgang ein natürliches Verhalten gezeigt?

EndZOO ist nicht bekannt, dass sich Elefanten in Freiheit von einer andere Spezies Farbe in die Nase einflößen lassen, durch Nasenauswurf dann Leinwände „bemalen“, diese Form der rein menschlichen Kunst kreieren und diese Bilder anschließend für eine guten Zweck verkaufen. Elefanten nehmen in der Natur, die Natur wie wir sie kennen, u.a. nur Flüssigkeiten zu Nahrungszwecken, zum Spiel oder etwa Sand zur Körperpflege über den Rüssel auf. Mit der Aussage des „Bild kreierenden ABUs“ wird pure Vermenschlichung kommuniziert und damit praktiziert.

Übrigens haben wir auch noch nicht erlebt, dass Elefanten in Freiheit durch die Gegend wandern und dabei Mundharmonika spielen. Diese ebenfalls unwissenschaftliche, naturentfremdende und vermenschlichende Form der angeblichen Beschäftigung wird übrigens auch in der Zoo-Gefangenschaft von Halle praktiziert. Bei entsprechender Kritik würde Zoo-Speziesist Müller dies sicher auch als ein natürliches Verhalten verkaufen.

3.ABUs freiwillige „Kunstaktion“?

Im Video ist eigentlich NICHT zu sehen, wie Zoo-Speziesist (Zoodirektor) Müller behauptet, dass Elefant ABU „ein Bild kreiert“. Dies ist allein die vermenschlichende Darstellung des Zoo-Speziesisten Müller. Diese Aussage soll jedoch von Anfang an assoziieren, dass ABU ohne fremdes Zutun und ohne Zwang allein und selbstständig „künstlerisch“ aktiv war. Das ist absolut falsch. Müller will, obwohl allein schon das Video genau das Gegenteil beweist, bewusst ein falsches Bild in der Öffentlichkeit erzeugen.

Im Video ist tatsächlich zu sehen, dass ABU durch wiederholt kräftiges Festhaltens seines Rüssels zum Inhalieren einer Flüssigkeit (Farbe) gezwungen wird. Ihm wird die Farbe auch nachweislich immer wieder eingeflößt. Das Einflößen schließt Freiwilligkeit grundsätzlich aus.

Der teils zangenartige und deutlich sichtbar feste Händegriff wurde vom Wärter zudem bewusst und genau an der Spitze des Rüssels von ABU angesetzt. Die Rüsselspitze ist einer der empfindlichsten Stellen bei einem Elefanten. Schon ein ganz geringer Druck an dieser sehr empfindlichen Stelle kann sehr schmerzhaft sein. Solche meist extrem empfindlichen Schmerzpunkte werden besonders gern von Zirkus-SpeziesistInnen als Auslöser oder Verstärker von gewünschten Handlungen in der angeblich sanften Tier-Dressur verwendet. Im Gegensatz zu kräftigen Körperschlägen, die allein schon nur visuell von uns mit erheblichen Schmerzen in Verbindung gebracht werden und damit eine klare negative Wertung erfahren, werden vermeintlich sanfte Berührungen an bestimmten Körper-stellen von uns vielmehr als harmlos und damit fälschlicherweise auch oft als positiv angesehen. Das aber auch eine nur leichte und sanft aussehende Berührung an einer sehr empfindlichen Stelle ebenso extremem Schmerz auslösen kann, wird von uns leider oft nicht in Betracht gezogen. Ein bewusst zur Täuschung eingesetztes Mittel in der so genanntensanften Tier-Dressur. Wir sollen glauben und denken: Hier wird doch sichtbar nur sanft mit dem Individuum umgegangen. Das Gegenteil ist aber oft der Fall. Mit diesem Wissen kann auch die aktuelle verharmlosende Aussage von Müller, ein Mensch hätte angeblich nicht die Kraft den Rüssel eines Elefant gegen sein Willen zu halten, nicht nur in Frage gestellt sondern auch ad absurdum geführt werden.

Zudem „rotzt“ ABU die Flüssigkeit SOFORT wieder aus. Bei einer spielerischen und natürlichen Aufnahme von natürlichen Flüssigkeiten, Nahrung oder Sand, behalten Elefanten diese oft sehr viel länger in ihrem Rüssel. Bei ABU ist ein sofortiges „Loswerden wollen“ der Flüssigkeit deutlich erkennbar.

Die Flüssigkeit landet dann, sicher von ABU nicht „bewusst, kreativ und künstlerisch“ beabsichtigt, eher zufällig auf der Leinwand. Würde ABU freiwillig „malen“, würde er die Flüssigkeit auch freiwillig und selbstständig aus einem Behälter aufnehmen. Festhalten und Einflößen ist definitiv NICHT freiwillig!

Des Weiteren behauptet Speziesist Müller, dass ABU jederzeit seinen Rüssel hätte zurückziehen könnte, wenn er die „Prozedur“ nicht möge. Dies ist schon angesichts der Videoaufnahmen und deren ehrliche Betrachtungsweise an Unsachlichkeit und Ignoranz nicht zu überbieten.

In den Videoaufnahmen ist nämlich deutlich zu sehen, wie ABU seinen Rüssel tatsächlich immer wieder zurück-zieht. Teilweise wird er am Zurückziehen durch den bereits oben erwähnten kräftigen Händegriff sogar massiv behindert.

Im Zeitlupen-Video ist sehr deutlich erkennbar, wie fest der Rüssel im Griff des Wärters ist und aus den Finger des Wärters sehr schwer „herausflutscht“. Damit ein sehr fester Griff bewiesen. An einer Stelle (ca. 1:40 min) ist das kräftige „Flutschen“ sogar gut hörbar.

Dass diese „Training“ auf „ausschließlich Freiwilligkeit“ basiert, betrachten wir als einer der größten Zoo-Märchen von Herrn Müller für das Jahr 2015.

Auch wenn ABU seinen Rüssel immer wieder sichtbar nach vorn streckt, ist dies aber auch KEIN unbedingtes Zeichen von Freiwilligkeit oder Gefallen. Diese Bewegung ist das Ergebnis einer jahrelangen Konditionierung (Dressur).

Zitat Müller (Zoo-Gefangenschaft Halle):

„Dabei wurde lediglich die Lernmethode der positiven Verstärkung angewendet. Das Tier erhält eine Belohnung, wenn es eine Anweisung befolgt, anderenfalls wird es ignoriert.“

ABU hat also durch jahrelanges Training auf diktiert bekommen, dass er den Rüssel auf Kommando hinhalten muss. Ein nur kleines Zeichen (z.B. Klickern) löst bei ihm genau diese, zunächst immer freiwillig aussehende, Reaktion bei ihm aus. ABU hat auch gelernt, dass eine Verweigerung von Kommandos für ihn meist negative Konsequenzen hat. Das kann ein bloßes Ignorieren, der Entzug von Belohnung oder der Entzug von Nahrung sein.

Dass sich in den Facebook-Kommentaren zur Zoo-Stellungnahme auf der Facebookseite der Hallenser Zoo-Gefangenschaft auch Zirkus-SpeziesistInnen äußern, hat uns daher überhaupt nicht verwundert. Ist dies ja auch eine nicht selten genutzte Form der Dressur von nicht-menschlichen Tieren in Zirkus-Gefangenschaften.

Da Speziesist Müller von dieser antrainierten Abhängigkeit (Konditionierung oder Dressur) ABUs weiß, den festen Griff des Wärters an einer der empfindlichsten Stelle überhaupt nicht erwähnt, ist auch seine folgende Aussage an Hohn und Ignoranz nicht zu übertreffen:

„In Wirklichkeit hätte sich der Elefant jederzeit in seinen Stall und das ohne jegliche disziplinarische Konsequenzen zurückziehen können.“

ABU weiß auch, dass auf Nicht-Reagieren und Nicht-Agieren eine Strafe statt Belohnung erfolgt. Logischerweise streckt er den Rüssel, vermeintlich freiwillig, immer wieder aus und bleibt sogar ohne Ankettung am Gitter stehen.

Die Dressur zeigt Wirkung. ABU reagiert also ähnlich wie ein Hund, dem beigebracht wurde immer wieder das „Stöckchen“ zu holen. Nur holen Hunde immer wieder das „Stöckchen“, um ihren Jagdtrieb zu ersetzen. Der Stock als Beuteersatz, damit andere nicht-menschliche Tiere nicht gejagt, getötet oder verletzt werden. ABU jedoch muss, aus lächerlichen und für ABU völlig unwichtigen, unnatürlichen und menschlichen Interessen heraus, ein lächerliches „BILD für Menschen malen“.

EndZOO: „Ein vermeintlich kreatives Malen in Gefangenschaft ist kein Ersatz für ein artgerechtes Verhalten in Freiheit.“

EndZOO-Forderungen

Wir fordern Zoo-Speziesist Dennis Müller auf, das ganze Video sofort zu veröffentlichen. Laut der Tierschutzorganisation soll es mittlerweile, auf den zuerst veröffentlichten Seiten der WärterInnen, gelöscht worden sein. Warum eigentlich? Das Training soll doch angeblich auf Basis von Freiwilligkeit und natürlichem Verhalten basiert? Sehen so Transparenz und der offene Umgang mit Kritik von Herrn Müller aus?

Zudem fordern wir Müller als Tierrechtsorganisation auf, diesen mehr als fragwürdigen, unwissenschaftlichen, vermenschlichenden, naturentfremdenden und unethischen Umgang mit seinen inhaftierten Elefanten sofort und auch zukünftig zu unterlassen. Sie vermitteln ein völlig falsches Bild von Elefanten.

Frank Albrecht

Zoo-Experte und 1.Vorsitzender Frank Albrecht von EndZOO-Deutschland e.V.

Weiter Informationen

>> Hier finden Sie das Video!

>> Hier finden Sie eine detaillierte EndZOO-Analyse des Videos!

>> Hier finden Sie einen Artikel (PDF) zum Thema „Sanfte Zirkus-Dressur“


FREIWILLIGE VERMENSCHLICHUNG IN ZIRKUSMANIER?

FREIWILLIGE VERMENSCHLICHUNG IN ZIRKUSMANIER?

(Stand 19.10.2015)

Die Elefanten-Gefangenschaft Halle wird erneut in ihrem Umgang mit seinen inhaftierten Elefanten kritisiert. Diesmal übt die Tierschutzorganisation „WAR – Wildlife at Risk International“ massive Kritik an einer „Mal-Aktion“ mit dem inhaftieren Elefanten ABU. Die Malaktion ist auf einem Video zu sehen, welches wohl nur auf der privaten Facebookseite eines der Wärter veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Tierschutzorganisation soll das Video, nach massiven Protesten im sozialen Netzwerk, mittlerweile gelöscht sein. Die Organisation hat jedoch das Video oder ein Teil der Aufnahmen gesichert. Wir haben diese Filmaufnahmen gesichtet und analysiert. In dem Film sieht man/frau folgendes:

Sekunde 1 bis 2 (1.Versuch)

Elefant zieht seinen Rüssel blitzartig zurück. Dabei hält der Wärter seinen Rüssel fest um eine Flasche mit einer roten Flüssigkeit in den Rüssel einzuführen. Am Ende der deutlichen Elefanten-Verweigerung (Rückzug) lässt der Wärter den Rüssel dann doch los. Die Flasche berührte den Rüssel zunächst nicht und es kommt zu keiner Aufnahme der Farbe.

Sekunde 2 bis 6 (2.Versuch)

Der Elefanten tastet sich mit seinem Rüssel erneut vorsichtig, langsam und deutlich verunsichert nach vorn heran. Wieder greift der Wärter mit der Hand nach dem Rüssel und hält diesen nun fest. Bevor es ihm gelingt die Flasche in den Rüssel einzufügen, zieht der Elefant seinen Rüssel erneut blitzartig zurück. Ablehnung und Verweigerung des Elefanten ist also deutlich erkennbar und offensichtlich.

Sekunde 6 bis 23 (3.Versuch)

Wieder dasselbe Spiel. Der Elefant streckt seinen Rüssel absolut verunsichert nach vorn aus. Dann greift der Wärter zu. Diesmal deutlich fester. Er kneift (zangenförmig) mit seinem Daumen kräftig in das Fleisch der ober Rüsselspitze (Sekunde 11) um den Rüssel besser festzuhalten zu können. Als freiwillige Mitarbeit kann dies also absolut nicht bezeichnet werden. Da der Wärter den Rüssel nun kräftig festhält, gelingt es ihm auch die Flasche in den Rüssel zu schieben. Kaum ist eine erste riesige Menge rote Farbe in den Rüssel eingeflößt, pustet der Elefant die Farbe, als wenn sich jemand beim Trinken verschluckt hat, sofort blitzartig wieder aus. Sofort zieht der Elefant auch seinen Rüssel wieder zurück. Wie kräftig und brutal der Wärter den Rüssel von ABU festhält sieht man auch sehr gut beim Rückzug des Rüssels in Sekunde 22. Der obere Teil des Rüssels wird aufgrund des Fingergriffes extrem in die Länge gezogen und flutscht, wie ein Gummi, aus der zangenförmigen Halterung der Hand. Auch sieht man/frau die Dehnung der Rüsselhaut. ABU zieht also seinen Rüssel zurück und wird trotz deutlichen Kennzeichen von Verweigerung und Unwohlsein zu noch weiteren Aktionen gezwungen. Der Wärter grinst übrigens (Sekunde 25).

Sekunde 29 (4.Versuch)

ABU steckt den Rüssel diesmal nicht weit aus seiner Box heraus. Diesmal greift der Wärter sogar nach dem Rüssel und zieht diesen zu sich heran. Unfreiwilligkeit und Zwang kann ab hier nun gar nicht mehr geleugnet werden. Jede Verneinung von Zwang oder auch nur eine Beschönigung als Freiwilligkeit ist ab hier eine glatte Lüge. In Sekunde 32 sind das Zurückziehen des Rüssels und die Dehnung der Rüsselhaut wieder sichtbar. Der Wärter hält den Rüssel dennoch weiter fest. In Sekunde 40/41 ist auch wieder das Herausflutschen des Rüssels aus dem festen Wärter-Griff sichtbar. Auch erneut klar sichtbar ist das sofortige Auspusten der ersten Flüssigkeitsmenge durch Abu. Wenn Elefanten z.B. Wasser oder Sand freiwillig aufnehmen sieht man/frau übrigens ein solches sofortiges Auspusten übrigens nicht so oft. Bei ABU ist das Einflößen, eine Art Ertrinken, ein Verschlucken und ein schnelles Loswerden mehr als erkennbar. Freiwillig sieht für uns jedenfalls eindeutig anders aus.

Sekunde 50 (5. und letzter Versuch)

Im Letzten Versuch zieht ABU gleich wieder den Rüssel zurück. Der Wärter hält den Rüssel aber wieder mit seiner Hand fest und flößt weiter Farbe ein. Diesmal kneift ABU aber erkennbar die Rüsselöffnung zu. Keine Chance. Wieder muss er unfreiwillig die Farbe aufnehmen. Wieder „rotzt“ er diese wieder aus. Wieder grinst der Wärter dabei. Wieder sieht man (in Minute 1:40) wie der Rüssel aus dem festen Händegriff (Zwangsgriff) des Wärter herausspringt. Diesmal hört man/frau sogar ein kraftvolles Flutschen.

ENDZOO-Fazit zum Video.

  • – Ein freiwilliges Auspusten („Kreieren“) von Farbe ist das nicht.
  • – Ein kraftvolles Festhalten (stellenweise Zwangsgriff) des Rüssels ist nicht als eine „freiwillige“ und „zwanglose“
  •    Beschäftigung zu bezeichnen.
  • – Unsicherheit, Unwille, Ablehnung und Verweigerung des Elefanten ABU sind eindeutig erkennbar.
  • – Hier wird nachweislich Zwang ausgeübt. Zwang ist für EndZOO eine Form von Gewalt.
  • – So etwas kennen wir nur aus den fragwürdigen Methoden der Zirkusdressur.

>>Hier kann man/frau das Video einsehen!


#16 – Zoo Halle: Tödliche Attacke auf Elefantenbaby war vorhersehbar

PRESSEMITTEILUNG #16/ 2015pdficon_large

Zoo Halle: Tödliche Attacke auf Elefantenbaby war vorhersehbar

EndZOO: Mensch allein ist für gestörtes Geburtsverhalten verantwortlich

vom 22.09.2015

Halle – Die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation EndZOO Deutschland e.V. sieht die Ursachen der erneuten tödlichen Attacke von Elefantenmutter BIBI auf ihr 4.Baby in der Zoo-Gefangenschaft Halle als eine logische Folge der anhaltend qualvollen, unnatürlichen und nicht artgerechten Gefangenschaftsbedingungen. Laut heutiger Pressemitteilung sieht EndZOO „allein den Menschen als Ursache für BIBIs gestörtes Mutter-Kind-Verhalten während des Geburtsvorganges“. Warum? BIBI wurde 1987, viel zu jung und als so genannter „Wildfang“, brutal von ihrer leiblichen Mutter weg- und aus ihrem natürlichen Familienverband herausgerissen. Diese Brutalität und psychische Folter vergisst ein junger Elefant nie. BIBI und ihre zweite Tochter PANYA griffen in der Zoo-Gefangenschaft „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ wiederholt ihre Wärter an. Sie wehrten sich gegen brutale Schläge und Unterwerfung. Daraufhin wurden beide aus ihrem Verband in Berlin herausgerissen und als klare „Problem-Elefanten“ 2008 nach Halle abgeschoben. BIBI verlor dadurch ihre engste Sozialpartnerin DASHI. Der nächste, für BIBI sich negativ auswirkende, soziale und psychische Einschnitt. Wie in Berlin, ist auch die Gruppe in Halle kein natürlich gewachsener Sozialverband. Ein Negativfaktor für eine „normale“ Geburt, ohne Ankettung und in der Gruppe. Zudem brachte BIBI ihre zwei vorherigen Geburten (MATIBI und PANYA) immer nur in Ankettung (Siehe Richtigstellung unten!) und ohne Hilfe anderer vertrauter Elefanten zur Welt. Dass der Mensch ihr also nie die Möglichkeit einer normalen Geburt gab, macht BIBI ganz offensichtlich zu einer tickenden Zeitbombe. Das BIBI in Halle schon 2013 psychisch und physisch total überfordert war, bewies die sofortige Attacke und die Tötung ihres 3.Baby. Nach all den enorm belastenden, prägenden und qualvollen Erlebnissen in ihrem Leben, waren der aktuelle Angriff (4.Geburt) und diese zweite Tötung daher für die TierrechtlerInnen „absolut vorhersehbar“. Die Organisation fordert den Zoo Halle heute auf, BIBI zukünftig nicht mehr zur Zucht zuzulassen.

„Nur ein Zuchtstopp kann zukünftige Qualen, Stress, Leiden und auch den wiederholten Tod eines weiteren Lebewesens verhindern. BIBI´s bisheriges Dasein war von psychischen und physischen Qualen durch den Menschen geprägt. Der Mensch hat sie entführt, inhaftiert, unterworfen, geschlagen, entrissen, gequält und in ihrem Geburtsverhalten fehlgeprägt. Der Mensch ist Ursache und Übel für dieses wiederholt erschütternde Desaster. Dass die Zooverantwortlichen in Halle die begangenen Fehler jetzt auch nicht einsehen und von ihrem Geburtsansinnen auch nicht abweichen wollen, bezeichne ich als eine Fortführung der menschlichen Ignoranz und Arroganz“, so EndZOO-Sprecher und Zoo-Experte Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

Richtigstellung

(24.09.2015)

Es ist NICHT richtig, wie wir fälschlicherweise oben geschrieben haben, dass Elefantin BIBI auch ihre Tochter PANYA in der Zoo-Gefangenschaft „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ in Ankettung zur Welt gebracht hat. Richtig ist, dass es auf der Außenanlage zur Geburt von PANYA kam.

Leider hatten wir uns, bei unserer der Recherche der Fakten, beim Namen (und damit beim Geburtsvorgang) des Babys vertan. Übrigens der einzige Fehler den man/frau uns vorhalten kann.

Dieser Flüchtigkeitsfehler ändert aber nichts an unserer Gesamtauffassung, die unsere Pressemitteilung in Kurzform vermitteln soll: BIBI ist eine durch Menschenhand in ihrem Geburtsverhalten gestörte Elefantendame und wird zukünftig ein hohes Tötungsrisiko für weitere Babys darstellen.

Erklärung:

In der Zoo-Gefangenschaft des „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ waren Geburten in Ankettung üblich. Das wurde von vormaligen Zoo-Speziesisten Blaszkiewitz auch nie bestritten. Im Gegenteil, diese unethische und Tierschutz widerrechtliche (so Zoo-Gefangenschaft Halle aktuell) Vorgehensweise hat Blaszkiewitz sogar vehement als richtig und stets auch als notwendig verteidigt.

Die Geburt von PANYA auf der Außenanlage war also durchaus kein Regel- sondern wohl eher als ein Zufall zu betrachten.

Dass „die Elefantenpfleger“ PANYA nachweislich nur „wenigen Minuten nach ihrer Geburt“ bergen mussten und „Mutter und Kalb“, so Blaszkiewitz (2008), auch erst später wieder zusammenführten macht deutlich: Auch hier hatte BIBI keine Möglichkeit eines natürlichen, ungestörten und vor allem vollständigen Geburtsvorgangs in einem fürsorglichen, schützenden und natürlich gewachsenen Familienverband.

BIBI war also auch bei ihrem zweiten Baby PANYA nicht in der Lage einen weiteren wichtigen und vollständigen Lernprozess in ihrem Geburtsverhalten zu durchleben. Das benötigt aber eine Elefantin für weitere Geburten. Es ist und war also völlig egal, ob man/frau BIBI ihr Baby PANYA nun in Ankettung oder ohne Ankettung „nur wenige Minuten nach der Geburt“ weggenommen hatte. Es spielte für BIBI ja AUCH, wie jetzt sehr gut erkennbar, keine Rolle für ihre fortlaufende Fehlentwicklung im Geburtsverhalten.

Wir möchten übrigens unbedingt noch betonen, und Falschaussagen von außerhalb hiermit gleich widersprechen, dass wir BIBI mit unserer Pressemitteilung nicht als „Killer-Elefanten“ darstellen oder sie zu einer „schlechten Mutter“ degradieren wollten. Unsere Formulierungen lassen eigentlich auch nicht darauf schließen. Die Aussage, sie sei eine „schlechte Mutter“, ist und war angesichts ihrer Fürsorge zu ihren Kindern MATIBI und heute PANYA schon selbst ad absurdum geführt. Wir haben BIBI vor ca. einer Woche selbst noch als eine tolle Mutter live beobachten können.

Frank Albrecht (1. Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V.)


#11 – Zoo Leipzig: Giftspritze für Elefantenbaby, Herr Junhold?

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Zoo Leipzig: Giftspritze für Elefantenbaby, Herr Junhold?

EndZOO entlarvt Heuchelei um Handaufzuchten

vom 30.03.2015

Leipzig – Obwohl die begonnene Handaufzucht, eines am 25.12.2006 geborenen Lippenbärenbaby, sehr erfolgversprechend war und das Baby bereits die zweite Nacht überlebte, ordnete die Leitung des Leipziger Zoos am 27.12.2006 dennoch die sofortige Tötung des Bären durch die Giftspritze an. Einige der fragwürdigen und absurdesten Begründungen von Zoodirektor Junhold, Kurator Nötzold und Zootierarzt Bernhard waren damals: „Weil nicht mehr davon auszugehen war, dass die Mutter ihr Junges selbst versorgen würde“, „eine Aufzucht von Wildtieren durch Menschenhand ist nicht artgerecht“ und „fachlich und praktisch die einzige Option, die Einschläferung zu vermeiden, darin bestand, dem Jungtier eine natürliche Aufzucht durch die Mutter zu ermöglichen“. Und obwohl Junhold noch im März 2007 in einer Tageszeitung verkündete, das es „Handaufzuchten von verstoßenen Jungtieren, wie sie noch bis vor kurzem üblich waren, fortan“ in Leipzig nicht mehr zugelassen werden und „in den letzten Jahren sich ein Umdenken in der Zoowelt vollzogen hat“, erleben wir fast zehn Jahre später mit der aktuellen Elefanten-Handaufzucht nun genau das Gegenteil.

Die Tierrechts- und Tierschutzorganisation EndZOO Deutschland e.V., die sich auch vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, kritisiert nun anlässlich der aktuellen Handaufzucht des Elefantenbays erneut die damalige „tierschutzwidrige Tötung“ des Lippenbären und bezeichnet die Haltung des Leipziger Zoo in Bezug auf Handaufzuchten heute als „große verabscheuungswürdige Heuchelei“.

„Die Hilfsmittel und die Überlebenschance, die dem Elefantenbaby im Zoo aktuell zuteilwird, wurde dem Lippenbärenbaby 2007 arrogant verweigert. Obwohl der Bär damals seinen starken Überlebenswille ebenso deutlich zum Ausdruck brachte wie das Elefantenbaby heute, hat man ihn damals dennoch totgespritzt und keinerlei Lebenschance eingeräumt. Diese fragwürdigen und nicht nachvollziehbaren Entscheidungen zeigen einmal mehr, mit welchem unerhört willkürlichen Maßstab in der Leipziger Zoo-Gefangenschaft mit Leben und den Tod umgegangen wird. Hier wird russisch Roulette mit fühlenden Lebewesen gespielt und auch noch als Tierschutz verkauft. So etwas gehört schnellstmöglich beendet“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

Weitere absurde Zoo-Aussagen um Tötung des Lippenbären 2007 finden Sie auf unserer Homepage! HIER KLICKEN!

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.