#46 – Winter in österreichischen Zoos (2013)

PRESSEMITTEILUNG #46/ 2013

Winter in österreichischen Zoos: Erheblicher Bewegungsmangel und Leiden für die Insassen

EndZOO übt allgemeine Kritik an der Gefangenschaftshaltung

vom 17.12.2013

Wien – Welche Bewegungsfreiheiten (Gehegegrößen) Säugetiere in österreichischen Zoos mindestens haben müssen wird über die „Tierhaltungsverordnung“ geregelt. Wie die Tierschutzorganisation EndZOO heute berichtet, werden diese „Mindestanforderungen an die Gehegegrößen“ für Säugetiere in den kalten Wintermonaten jedoch in ganz Österreich jedes Jahr aufs Neue massiv unterschritten. Der Grund: über 70% aller in Zoos gehaltenen Säugetierarten benötigen Temperaturen von über 15 Grad Celsius, die ihnen oft nur die beheizten aber auch viel zu kleinen Innenhäuser bieten können. Die Außenanlagen, meist 50-90 % größer als die Innenanlagen, sind für viele Tiere etwa 6 Monate lang nur kurzzeitig oder gar nicht nutzbar. EndZOO bezeichnet diese massive und oft dauerhafte Einschränkung des angeborenen und natürlichen Bewegungsdranges (z.B. Wanderverhaltens) als einen Akt der Tierquälerei. Aufgrund des erheblichen Bewegungsmangels zeigen auch viele Säugetierarten gerade in den kalten Monaten besonders oft und lang andauernde Verhaltensstörungen, die nachweislich mit Leiden einhergehen. EndZOO fordert daher ein schnelles Auslaufen der Gefangenschaftshaltung von wärmeliebenden und tropischen Säugetierarten. Die dadurch frei werdenden finanziellen und personellen Mittel könnten für effektive Artenschutzmaßnahmen, wie Schaffung, Erhalt und Schutz von Lebensräumen in Freiheit verwendet werden.

„Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) lagen die Temperaturen in Österreich im vergangenen Jahr (2012) an mehr als 230 Tagen unter 15 Grad Celsius. Für über 50% aller Säugetierarten in österreichischen Zoos bedeutet dies langanhaltenden, massiven Bewegungsmangel und extreme Enge. Die ohnehin lächerlichen Mindestanforderungen können österreichische Zoos, obwohl sie eigentlich dazu gesetzlich verpflichtet sind, die Hälfte des Jahres kaum einhalten. Dennoch bezeichnen sich Zoos auch als Tierschützer“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Das Märchen von freizügigen und modernen Anlagen ist nur die halbe Wahrheit. Betrachtet man den Alltag eines Zooinsassen einmal auf ehrliche Art und Weise, wird sehr schnell deutlich, wie weit Tierschutzgesetz und Zoo-Realität voneinander entfernt sind. EndZOO will mit seiner Arbeit zur Aufklärung der Öffentlichkeit betragen.“

Hier finden Sie die ausführliche Tabelle aller kältempfindlichen Säugetierarten!

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

#45 – Animal Messe-Stuttgart: Veranstalter und Falkner Weller in der Tierschutzkritik

PRESSEMITTEILUNG #45/ 2013

Animal Messe-Stuttgart: Veranstalter und Falkner Weller in der Tierschutzkritik

EndZOO fordert zukünftiges Zurschaustellungsverbot

vom 19.11.2013

IMG_7671 - KopieStuttgart – Der Messestand der Falknerei Wolfgang Weller auf der diesjährigen Animal Messe Stuttgart 2013 steht in der Kritik der internationalen Tierschutz- und Tierrechtsorganisation EndZOO. Nach Angaben der Organisation waren bei einem Besuch am Samstag etliche der von Weller zur Schau gestellten Greifvögel, u.a. wegen der enormen Geräusch- und Reizkulisse, erheblich gestresst. Auf mündliche Anfrage eines Messegastes bestätigte eine Falknerin, dass es für die Vögel gerade „ein bisschen zu viel ist“ und sie daher „sehr angespannt“ seien. Auf mündliche Nachfrage, das diese Situation für die Vögel doch erheblichen Stress bedeute, bekam Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht die erschreckende Antwort: „Das ist normal…!“ Den absolut lächerlichen Grund dieser fragwürdigen und mehr als tierunfreundlichen Vogelausstellung bekam EndZOO ebenfalls zu hören: „Wir wollen mehr Gäste für die Burg Hohenneuffen gewinnen.“ EndZOO fordert den Messeveranstalter und die zuständige Veterinärbehörde auf, einer derartigen fragwürdigen Zurschaustellung zukünftig keine Plattform mehr zu geben und auf der Messe grundsätzlich auf lebende Tiere zu verzichten.

IMG_7677 - Kopie„Eine solche Zurschaustellung bedeutet gerade für Eulen enormen Stress, da sie sich eigentlich tagsüber eher an dunklen und ruhigeren Plätzen aufhalten. Auch dass Greifvögel an nur einem Platz oft stundenlag und viel zu kurz angebunden verweilen müssen, kann wahrlich nicht als verhaltens- und tiergerecht bewertet werden. Wenn ein Aussteller und Tierhalter, möglichweise aus fehlender Empathie zu fühlenden Lebewesen, nicht selbst erkennt oder erkennen will, was das Beste für sein Tier ist, müssen ehrlich mitfühlende Menschen endlich eingreifen und klare Grenzen aufzeigen. Dies müsse übrigens auch für viele andere Tierarten auf der Messe gelten. Die zur Schau gestellten Katzen hatten kaum Rückzugsmöglichkeiten und so viele verängstigte Hunde auf einmal habe ich noch nie gesehen“, so Zoo-Experte und EndZOO Sprecher Frank Albrecht abschließend.

 

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#44 – Neuer Panda-Vertrag: Mit wie viel Geld unterstützt Schönbrunn das chinesische Unrechtsregime?

PRESSEAUSSENDUNG #44/ 2013

Neuer Panda-Vertrag:

Mit wie viel Geld unterstützt Tiergarten Schönbrunn  

das chinesische Unrechtsregime?

EndZOO Österreich fordert Transparenz

vom 13. Februar 2013

Wien – Der am vergangenen Samstag unterschriebene neue Panda-Vertrag des Schönbrunner Tiergartens wird von der Tierschutzorganisation EndZOO Österreich scharf kritisiert. Die Tierschutzorganisation spricht von der Fortführung einer „Null-Transparenz-Politik“, Tierausbeutung und „einem Fußtritt gegen die Menschenrechte durch die Schönbrunner Zooverantwortlichen.

EndZOO bemängelt in seiner aktuellen Presseaussendung, dass der Zoo weiterhin geheim halte, wie viele Millionen Euro er pro Jahr an die Partei in China für die nichtmenschlichen „Leihgaben“ (Großen Pandas) überweist. Kein Wunder also, dass Österreich in Sachen Transparenz weltweites Schlusslicht ist. Der Zoo Edinburgh schloss 2010 für ein Panda-Paar für 10-Jahre einen Vertrag über 7 Millionen Euro ab. Vermutlich weicht der Wiener Vertrag nicht stark davon ab. Was mit dem Geld tatsächlich geschieht und ob es überhaupt in den Schutz der Großen Pandas investiert wird, bleibt weiterhin im Dunkeln.

Zudem hält EndZOO die würdelose Zurschaustellung der Großen Pandas im Tiergarten in Bezug auf den Artenschutz für völlig wirkungslos und daher für eine reine Platz- und Geldverschwendung. Aufgrund der ständigen Nähe zum Menschen könne kein einziger Panda aus der Wiener Zoo-Gefangenschaft jemals ausgewildert werden. Dem Besucher wird ein völlig falsches Bild von erfolgreichem Artenschutz vermittelt. Weltweit wurden erst zwei von mehreren Hundert gezüchteten Pandas ausgewildert. Einer starb kurz darauf und das Schicksal des anderen ist unbekannt.

„Dass Tierrechte für den Tiergarten ein absolutes Fremdwort sind, zeigt nicht nur die Affenausstellung im Neubau des historischen Affenhauses. Dort fehlt die Forderung nach Menschenrechten für Menschenaffen, die unter anderem von der Schimpansen-Expertin Jane Godall unterstützt werden. Diese bewusste Ignoranz kommt einer Fehlbildung der Besucher gleich. Aber auch die Menschenrechtsverletzungen, die vielen Hinrichtungen (China ist Hinrichtungsland Nr.1) und die fehlenden Sozialstandards in China scheinen für Frau Schratter und Co nicht von Bedeutung zu sein. Denn diese Missstände sind ganz offensichtlich für den Tiergarten kein Hindernis, den Vertrag mit den chinesischen Parteisekretären zu verlängern. Jeder Tiergarten-Besucher sollte sich zukünftig genau überlegen, welches Signal er mit seinem Zoobesuch gibt. Nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Menschen in China“, so Zooexperte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

Einen englischsprachigen Artikel der Onlineausgabe der „Daily Mail“, über die erschreckende Realität des vermeintlichen Pandaschutzes in China finden Sie HIER!

Eine beglaubigte Übersetzung des Artikels durch eine zertifizierte Dolmetscherin finden Sie HIER!

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#43 – Wolf-Science-Center Ernstbrunn: Wolfsflucht war ein Gesetzesverstoß

PRESSEMITTEILUNG #43/ 2013

Wolf-Science-Center Ernstbrunn: 

Wolfsflucht war ein Gesetzesverstoß

EndZOO fordert umfangreiche Sicherheitskontrollen in ganz Österreich

vom 23.10.2013

IMG_4941Ernstbrunn – Die österreichische Tierschutzorganisation EndZOO bezeichnet die Flucht von drei Wölfen aus der Zoo-Gefangenschaft des „Wolf-Science-Center  Ernstbrunn“ am vergangenen Wochenende als klaren Verstoß gegen österreichische und europäische Rechtsverordnungen. So fordert die bundesweite „Zoo-Verordnung“ im Paragraph 2 die Gewährleistung, dass „der Zoo dem Entweichen von Tieren vorbeugt“. Die Europäische Union fordert in einer Verordnung (Artikel 8) vom Staat Österreich, dass dieser entsprechende Maßnahmen ergreift, die ebenfalls ein „Entweichen von Tieren“ verhindern. Angesicht der gehäuften Fluchten von nicht-menschlichen Tiere in diesem und letzten Jahr fordert EndZOO nun bundesweite Sicherheitskontrollen in allen österreichischen Zoo-Gefangenschaften.

„Vielen Gehegen mangelt es, angesichts der letzten Fluchten, ganz offensichtlich an ausreichenden Sicherheitstechniken. Hier muss, zum Schutz des Lebens und Wohlbefinden von Mensch und nicht-menschlichen Tieren, schnellstmöglich nachgebessert werden. Ebenso müssen bundesweit einheitlich geltende Sicherheitsregeln erstellt und sofort umgesetzt werden. Wir kennen Raubkatzengehege, die noch nicht einmal eine Sicherheitsschleuse vor den Außengehegen besitzen. Offenbar war der tödliche endende Jaguar-Angriff im Tiergarten Schönbrunn 2002 noch nicht Warnung genug um entsprechend moderne Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Dass seither keine weiteren Menschen und nichtmenschliche Tier ernsthaft zu Schaden gekommen sind ist nichts als Glück“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

Die „Zoo-Verordnung (BGBl. II Nr. 491/2004 idF BGBl. II Nr. 30/2006*)“ finden Sie HIER

Die „EU-Zoorichtlinie (1999/22/EG)“ finden Sie HIER

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#42 – Zoo Wuppertal: Wiederholt tierquälerische Eisbärenhaltung

PRESSEMITTEILUNG #42

Zoo Wuppertal: Wiederholt tierquälerische Eisbärenhaltung

EndZOO kritisiert offensichtliche Ignoranz der Veterinärbehörden

vom 23.10.2013

Wuppertal – Bereits im April 2012 hatte die Tierschutzorganisation EndZOO die beengten Haltungsbedingungen der Eisbären im Wuppertaler Zoo scharf kritisiert und die offensichtliche Tatenlosigkeit der Tierschutzkontrollbehörden verurteilt. Hintergrund der erneuten Kritik der Tierrechtsorganisation ist der männliche Eisbären-Neuzugang LUKA aus Rhenen und seine extrem beengte Haltung auf der Mutter-Kind-Anlage des Wuppertaler Zoos. Nach Berechnungen der Tierrechtler stehe dem Eisbären eine Fläche von gerade einmal 73 qm zur Verfügung. Das ohnehin lächerliche Tierschutzgesetz (die so genannten „Leid-Linien“) schreibt aber für die Haltung eines Eisbären eine Fläche von mehr als 260 qm (200 qm Landfläche plus 60 qm Badebecken) vor, deren Größe nicht unterschritten werden darf. EndZOO kritisiert zudem, dass Wuppertal trotz schwieriger Platzsituation für Eisbären in Europa, mit LUKA und Eisbärin ANORI in ein paar Jahren dennoch für Nachwuchs sorgen will. Eisbären haben im Freiland Streifgebiete von 50.000 bis 500.000 Quadratkilometern. Sie wandern mehr als 50 km pro Tag und 6200 km im Jahr. Ein Eisbär schwamm nachweislich 232 Stunden ohne Unterbrechung und legte dabei 687 km zurück. (1) Aufgrund solcher Fakten bezeichnet EndZOO die Haltung von Eisbären in Gefangenschaft grundsätzlich als „pure Tierquälerei“ und fordert seit Langem das „schnellstmögliche Auslaufen“.

„Es zeugt von absoluter Arroganz und Ignoranz, wenn der Wuppertaler Zoo sich einen dritten Eisbären anschafft jedoch selbst öffentlich zugibt, keine <optimalen> Bedingungen zu haben. Zur Stadler-Medien-Aussage, die Anlage sei nicht optimal, muss man noch einmal ganz deutlich sagen, dass die Haltungsbedingungen für Eisbären im Wuppertaler Zoo eindeutig tierschutzwidrig und damit tierquälerisch sind“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Auch dieser Tierschutz-Skandal verdeutlicht, dass die Behauptung der Zoos, sie seien auch Tierschützer, sich bei genauer Betrachtung als glatte Lüge herausstellt.“

Informationen zur tierschutzwidrigen Haltung von Eisbärin VILMA und ihrem Baby ANORI im Jahr 2012 und detaillierte Angaben zu den Gehegegrößen finden Sie HIER!

(1) Datenquelle: „Raubtiere der Welt“ von Luke H. und Priscilla B. im Haupt-Verlag (2012)

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.