#45 – Animal Messe-Stuttgart: Veranstalter und Falkner Weller in der Tierschutzkritik

PRESSEMITTEILUNG #45/ 2013

Animal Messe-Stuttgart: Veranstalter und Falkner Weller in der Tierschutzkritik

EndZOO fordert zukünftiges Zurschaustellungsverbot

vom 19.11.2013

IMG_7671 - KopieStuttgart – Der Messestand der Falknerei Wolfgang Weller auf der diesjährigen Animal Messe Stuttgart 2013 steht in der Kritik der internationalen Tierschutz- und Tierrechtsorganisation EndZOO. Nach Angaben der Organisation waren bei einem Besuch am Samstag etliche der von Weller zur Schau gestellten Greifvögel, u.a. wegen der enormen Geräusch- und Reizkulisse, erheblich gestresst. Auf mündliche Anfrage eines Messegastes bestätigte eine Falknerin, dass es für die Vögel gerade „ein bisschen zu viel ist“ und sie daher „sehr angespannt“ seien. Auf mündliche Nachfrage, das diese Situation für die Vögel doch erheblichen Stress bedeute, bekam Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht die erschreckende Antwort: „Das ist normal…!“ Den absolut lächerlichen Grund dieser fragwürdigen und mehr als tierunfreundlichen Vogelausstellung bekam EndZOO ebenfalls zu hören: „Wir wollen mehr Gäste für die Burg Hohenneuffen gewinnen.“ EndZOO fordert den Messeveranstalter und die zuständige Veterinärbehörde auf, einer derartigen fragwürdigen Zurschaustellung zukünftig keine Plattform mehr zu geben und auf der Messe grundsätzlich auf lebende Tiere zu verzichten.

IMG_7677 - Kopie„Eine solche Zurschaustellung bedeutet gerade für Eulen enormen Stress, da sie sich eigentlich tagsüber eher an dunklen und ruhigeren Plätzen aufhalten. Auch dass Greifvögel an nur einem Platz oft stundenlag und viel zu kurz angebunden verweilen müssen, kann wahrlich nicht als verhaltens- und tiergerecht bewertet werden. Wenn ein Aussteller und Tierhalter, möglichweise aus fehlender Empathie zu fühlenden Lebewesen, nicht selbst erkennt oder erkennen will, was das Beste für sein Tier ist, müssen ehrlich mitfühlende Menschen endlich eingreifen und klare Grenzen aufzeigen. Dies müsse übrigens auch für viele andere Tierarten auf der Messe gelten. Die zur Schau gestellten Katzen hatten kaum Rückzugsmöglichkeiten und so viele verängstigte Hunde auf einmal habe ich noch nie gesehen“, so Zoo-Experte und EndZOO Sprecher Frank Albrecht abschließend.

 

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#42 – Zoo Wuppertal: Wiederholt tierquälerische Eisbärenhaltung

PRESSEMITTEILUNG #42

Zoo Wuppertal: Wiederholt tierquälerische Eisbärenhaltung

EndZOO kritisiert offensichtliche Ignoranz der Veterinärbehörden

vom 23.10.2013

Wuppertal – Bereits im April 2012 hatte die Tierschutzorganisation EndZOO die beengten Haltungsbedingungen der Eisbären im Wuppertaler Zoo scharf kritisiert und die offensichtliche Tatenlosigkeit der Tierschutzkontrollbehörden verurteilt. Hintergrund der erneuten Kritik der Tierrechtsorganisation ist der männliche Eisbären-Neuzugang LUKA aus Rhenen und seine extrem beengte Haltung auf der Mutter-Kind-Anlage des Wuppertaler Zoos. Nach Berechnungen der Tierrechtler stehe dem Eisbären eine Fläche von gerade einmal 73 qm zur Verfügung. Das ohnehin lächerliche Tierschutzgesetz (die so genannten „Leid-Linien“) schreibt aber für die Haltung eines Eisbären eine Fläche von mehr als 260 qm (200 qm Landfläche plus 60 qm Badebecken) vor, deren Größe nicht unterschritten werden darf. EndZOO kritisiert zudem, dass Wuppertal trotz schwieriger Platzsituation für Eisbären in Europa, mit LUKA und Eisbärin ANORI in ein paar Jahren dennoch für Nachwuchs sorgen will. Eisbären haben im Freiland Streifgebiete von 50.000 bis 500.000 Quadratkilometern. Sie wandern mehr als 50 km pro Tag und 6200 km im Jahr. Ein Eisbär schwamm nachweislich 232 Stunden ohne Unterbrechung und legte dabei 687 km zurück. (1) Aufgrund solcher Fakten bezeichnet EndZOO die Haltung von Eisbären in Gefangenschaft grundsätzlich als „pure Tierquälerei“ und fordert seit Langem das „schnellstmögliche Auslaufen“.

„Es zeugt von absoluter Arroganz und Ignoranz, wenn der Wuppertaler Zoo sich einen dritten Eisbären anschafft jedoch selbst öffentlich zugibt, keine <optimalen> Bedingungen zu haben. Zur Stadler-Medien-Aussage, die Anlage sei nicht optimal, muss man noch einmal ganz deutlich sagen, dass die Haltungsbedingungen für Eisbären im Wuppertaler Zoo eindeutig tierschutzwidrig und damit tierquälerisch sind“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Auch dieser Tierschutz-Skandal verdeutlicht, dass die Behauptung der Zoos, sie seien auch Tierschützer, sich bei genauer Betrachtung als glatte Lüge herausstellt.“

Informationen zur tierschutzwidrigen Haltung von Eisbärin VILMA und ihrem Baby ANORI im Jahr 2012 und detaillierte Angaben zu den Gehegegrößen finden Sie HIER!

(1) Datenquelle: „Raubtiere der Welt“ von Luke H. und Priscilla B. im Haupt-Verlag (2012)

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#40 – Gotha: Wo sind deine vielen Dingos verblieben?

PRESSEMITTEILUNG #40/ 2013

Tierpark Gotha: Wo sind deine vielen Dingos verblieben?

EndZOO fordert Aufklärung um einstige Publikumsmagnete

vom 04.10.2013

Gotha – Ende vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres sind diverse Tierhändler und ihr illegaler Tierhandel mit exotischen Tieren europaweit aufgeflogen. Nach Recherchen der Tierschutzorganisation EndZOO muss auch der Tierpark Gotha mit einem der jetzt festgenommenen Tierhändler ein Geschäft mit einigen seiner Dingos abgewickelt haben. Um wie viele Dingos es sich genau handelt und in welchem Jahr sie geboren wurden, konnten die Tierschützer bisher noch nicht ermitteln. In einigen Wochen wird die Organisation nähere Details und Unterlagen von Journalisten erhalten. Die Organisation fordert heute Tierpark-Geschäftsführer Roland Walter auf, alle bisherigen Geburten aufzulisten und deren lückenlosen Verbleib (Name der Zoos) aller abgegebenen Dingos der Öffentlichkeit bekannt zu geben. 

„Jahr für Jahr haben die süßen Dingos-Babys in Gotha für werbewirksame Zeitungsberichte, Besucherstürme und klingelnde Kassen gesorgt. Die Öffentlichkeit, die Besucher und auch die Fördervereinsmitglieder haben ein Anrecht darauf, über den Verbleib ihrer Publikumslieblinge informiert zu werden. Ein Tierpark, der keine fragwürdigen Geschäfte mit dubiosen Tierhändlern macht, hat ein reines Gewissen und ist dann auch zur vollen Transparenz bereit. Herr Walter, wo sind ihre Dingos verblieben?“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

„Regelmäßig stellt sich im Winter Nachwuchs bei den Dingos ein. So auch dieses Jahr Ende Januar.“
(Gothaer Allgemeine vom 01.05.2010)

„Seit 30 Jahren gibt es die Steppendingos im Gothaer Tierpark, und seit langem ist regelmäßig Nachwuchs da.“
(Gothaer Allgemeine vom 01.05.2010)

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#38 – Münster: … an lebensrettenden Sicherheitssystemen gespart?

PRESSEMITTEILUNG #38/2013

Tigerangriff Zoo Münster: Hat die Zooleitung an lebensrettenden Sicherheitssystemen gespart?

Tierschutzorganisation EndZOO erhebt schwere Vorwürfe

vom 24.09.2013

Copyright by Frank Albrecht (EndzOO DE 2013)Münster – Der tödliche Unfall im Zoo Münster hätte, nach heutiger Meinung der Tierschutzorganisation EndZOO, vermieden werden können. Denn nach Recherchen der Organisation muss der Zoo mindestens seit 2008 gewusst haben, dass es eine technische Möglichkeit gibt, die ein unabsichtliches Öffnen einer Pfleger-Zugangstür verhindert, wenn ein Schieber eines Geheges (besetzt mit einem Tiger) noch geöffnet ist. Das Risiko eines „menschliche Versagens“ durch Unachtsamkeit oder Vergesslichkeit wäre mit einer solchen Technik in Münster erheblich minimiert worden. Auch zeigten andere Unfälle mehr als deutlich, dass die Zusammenarbeit von IMMER zwei Pflegern nachweislich Leben retten kann. Offenbar lag wohl auch schon seit Langem ein Sicherheitskonzept in den Schubladen der Zooverwaltung, das auch den Einsatz von optischen und akustischen Signalanlagen in diesem Gefahrenbereich vorsah und demzufolge auch für mehr Sicherheit im Raubkatzenrevier gesorgt hätte. EndZOO ruft MitarbeiterInnen des Zoos auf, sich bei EndZOO zu melden (Anonymität wird zugesichert) und von weiteren möglichen Missständen zu berichten.

„Eines ist sicher. Fast jedes deutsche Auto, jedes S-Bahn und jede Tiefgarage ist mit deutlich sicherer Technik ausgerüstet als dieser gefährliche Arbeitsplatz im Zoo Münster. Martin H. hätte es zu Lebzeiten verdient, dass moderne Technik und Warnsysteme auch sein Arbeitsplatzrisiko auf das möglichste Mindestmaß minimiert hätten. Wir von EndZOO können nicht nachvollziehen, warum die Staatsanwaltschaft offenbar nur in Richtung einer technischen Panne der vorhandenen und veralteten Technik ermittelt. Der mögliche Missstand, dass die fast 40 Jahre alte Münsteraner-Tigeranlage nicht schon vor Jahren mit in Deutschland bereits bestehenden Sicherheitssystemen nachgerüstet wurde, wird offenbar völlig außer Acht gelassen“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.


#37 – Münster: Tod durch veraltete Sicherheitssysteme?

PRESSEMITTEILUNG #37/ 2013

Tigerangriff Zoo Münster: Tod durch veraltete Sicherheitssysteme?

EndZOO fordert unabhängige und deutschlandweite Sicherheitsprüfungen

vom 20.09.2013

Münster – Nach dem gestrigen tödlichen Angriff eines Tigers im Zoo Münster fordert die Tierschutzorganisation EndZOO jetzt erneut unabhängige Sicherheitsüberprüfungen in ganz Deutschland. Nach Ansicht von EndZOO ist ein solch tragischer Unfall nie die alleinige Schuld eines Mitarbeiters, sondern oft auch die Folge von veralteten oder eingefahrenen Sicherheitsvorkehrungen. Nach aktuellen Informationen war offensichtlich eine Schiebertür nicht verschlossen. Ein wirklich modernes Sicherheits- und Alarmsystem hätte verhindert, dass der Wärter das Außengehege ungehindert betritt. Das Fehlen einer modernen Anlage ist für EndZOO ein klarer Mangel. Derzeit moderne Alarmsysteme verhindern elektronisch das Öffnen eines Schiebers, wenn an einer anderen Stelle des Geheges noch ein Zweiter geöffnet ist. Auch melden sich die Systeme z.B. akustisch oder visuell, wenn Absperrtüren nicht oder nicht richtig verschlossen sind. Ausgeklügelte Kamerakontrollsysteme bieten den Wärtern zusätzlichen Schutz vor dem Betreten eines Geheges. Nach derzeitigen Pressemeldungen hatte auch der getötete Pfleger in Münster, wie beim tödlichen Angriff im Zoo Köln, allein im Tigerrevier gearbeitet. Auch dies wertet EndZOO, nach dem Wissen um den tödlichen Angriff in Köln, von seiten des Zoos als grobe Fahrlässigkeit. Ein zweiter Pfleger stellt immer eine zusätzliche Kontrollfunktion dar.

„Die Tigeranlage von Münster ist Baujahr 1972. Ob hier jedes Jahr ausreichend in neue und moderne Sicherheitsanlagen und Alarmsysteme investiert worden ist, müssen jetzt die Ermittlungsbehörden prüfen. Vielen Zoos fehlt jedoch das Geld, um ihre Sicherheitsmaßnahmen auf den modernsten Stand zu bringen. Kommt dann noch die Alltagsroutine hinzu, erhöht sich auch das Risiko von Unfällen. Wir halten die Aussage von Zoodirektor Adler, man könne noch so viele Alarmsysteme und Technik einbauen, für ignorant und fahrlässig. Ein modernes Alarmsystem und ein zweiter Mitarbeiter hätten eventuell ein Menschenleben retten können“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht.