Inzucht

Inzucht NaviINZUCHT IN DER ZOO-GEFANGENSCHAFT

Sackgasse Gefangenschaftszucht?

(Stand 24.03.2013)

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DES KAISERS NEUEN KLEIDER

„Wir halten aufgrund der dargestellten Literaturdaten Inzucht für überwiegend nachteilig …“  (J. Plötner, H.K. Nettmann 2003)(1)

Immer wieder das gleiche Bild. Wird z.B. ein nichtmenschliches Tier in der Zoo-Gefangenschaft älter als seine Artgenossen in Freiheit, dann besteht für die Zoo-Speziesisten meist kein Zweifel: Ihre gesamte Gefangenschaftshaltung muss gut sein. Offenbar auch besser als die vermeintlich „brutale“ freie Wildbahn. Anders können wir ihre Alters-Aussagen nicht werten.

„Tiere fast aller Arten werden heute in Zoos älter als in freier Wildbahn.“ (2)

„Sie haben weniger Stress, leben gesünder, sie rauchen nicht und trinken keinen Alkohol. Außerdem genießen sie, so Wolfram Rietschel (Zootierarzt Willhelma Stuttgart), oft eine bessere medizinische Versorgung als die Menschen, die sich um sie kümmern.“ (3)

Dass sehr oft kein gefangenschaftsbedingter, sondern eher einfach ein genetischer Herkunfts- oder Generationshintergrund für so manches hohe „Zoo-Alter“ vorliegt, interessiert die Wenigsten. Besonders JournalistInnen übernehmen dieses Zoo-Alters-Märchen oft unkritisch und degradieren sich mit diversen Artikeln und Berichten zu Lakaien der Zoo-SpeziesisteInnen. Dass sie damit aber wesentlich zur Fortführung der Zoo-Volksverdummung beitragen, ist ihnen oft nicht bewusst.

Nähere Informationen zum Thema „Zoo-Alter“ finden Sie in unserem ausführlichen Artikel: „Höchstalter in Zoo-Gefangenschaft“ Klicken Sie hier!

Gerät eine Zoo-Gefangenschaft wegen eines Vorfalles dann doch einmal in die Negativ-Schlagzeilen, z.B. wenn eine Elefantenmutter ihr Neugeborenes gleich nach der Geburt totgetreten hat, so machen die Zoo-SpeziesistInnen ebenso beschönigend deutlich: Auch in der Natur kommt so etwas vor.

Beweise hierfür legen sie kaum vor, auf Nachfrage nach einer entsprechenden wissenschaftlichen Quelle, bekommt man oft keine oder nur ausweichende Antworten. Dass sich Journalisten dann auch hier keine Mühe machen, die Zooaussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen, kommt dem Saubermann-Image der Zoo-Gefangenschaften erneut zu Gute. Für EndZOO steht fest, Zoo-Speziesisten basteln sich auch hier ihre Argumente zurecht, wie sie sie brauchen. Unkritische Journalisten und andere Zoo-Verdummungsopfer machen es ihnen hierbei letztendlich auch meist sehr einfach.

Die Internetseite „20min.ch“: „Und schließlich komme es auch in freier Natur vor, dass Elefantenmütter ihr Junges nach der Geburt zu Tode trampelten, sagte er in der Mitteldeutschen Zeitung.“ (4)

Theo Page (Zoo Köln): „Aber auch in Freiheit sterben Tiere bei der Geburt.“ (5)

DIE INZUCHT

Und auch zur Thematik „Inzucht“ finden wir Ähnlichkeiten in der beschönigenden Zoo-Rhetorik. Ist die öffentliche Kritik zu einem Inzest- oder Inzuchtvorfall doch einmal groß, wie einst beim Tod der Inzestlöwen im Zoo Berlin, kommt ebenso schnell die prompte Zoo-Antwort: „Inzucht gibt es auch in freier Wildbahn“!

„Wann immer es möglich ist, werden keine nahe verwandten Tiere verpaart. Es ist jedoch nicht unstatthaft, wenn ein Tochtertier vom eigenen Vatertier gedeckt wird, wie dies auch in freier Wildbahn regelmäßig geschieht.“ (6)

Martin Otto (Journalist Frankfurter Allgemeine):

„Das, was unter Inzucht zu verstehen ist – Nachkommen zwischen engen Angehörigen wie Geschwistern oder Eltern und Kindern -, kommt im Tierreich häufiger vor und darf nicht allein mit menschlichen Maßstäben gemessen werden.“ (7)

Bernhard Blaszkiewitz (Zoo- und Tierparkdirektor Berlin):

„Inzucht kommt schon immer in der Tierwelt vor.“ (8)

„Inzest zwischen Löwen gibt es nicht nur im Zoo, sondern auch in freier Wildbahn.“ (9)

Und tatsächlich, Inzucht kommt auch in der freien Natur vor. Sie ist ja auch ein „natürliches Phänomen“ und „… die extreme Form der Inzucht ist die Selbstbefruchtung.“ (10)

Doch warum kritisieren Tierrechtsorganisationen, wie EndZOO, die oft ungebremste und ausufernde Inzest- und Inzucht-politik der Zoo-Speziesisten vehement und immer wieder?

Weil unsere Kritik nicht das grundsätzliche Vorkommen von Verwandtschaftszucht (Inzucht) in freier Wildbahn in Frage stellt sondern vielmehr sind es die meist negativen Auswirkungen der Inzucht auf die Gesundheit und das Wohlbefinden (Fitness) einzelner Individuen oder Populationen. Von der Reduzierung der genetischen Vielfalt, die für das Überleben einer Tierart sehr wichtig ist, hier einmal abgesehen.

Qualzuchtgutachten der Bundesregierung:

„Inzucht ist Verpaarung verwandter Tiere. Verpaart man Vollgeschwister, Eltern mit ihren Nachkommen oder Halbgeschwister, so spricht man von Inzestzucht. Inzucht und Inzestzucht führen in der Praxis zum Verlust genetischer Vielfalt und zur Inzuchtdepression. Häufig kommen in ihrem Gefolge sehr rasch auch deletäre Gene zur Auswirkung. Es treten Erbkrankheiten und Anomalien auf, die in der Regel zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führen. Inzestzucht ist bereits ein Verstoß gegen § 11b, wenn sie zur „genetischen Reinigung“, wie es in der populären Zuchtliteratur heißt, empfohlen wird …“ (11)

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BEGRIFFSERKLÄRUNG

Inzestzucht
Die Zucht von Individuen mit engstem Verwandtschaftsgrad (z.B. Bruder mit Schwester oder Vater mit Tochter).
Inzucht
Die Zucht von miteinander verwandten Individuen.
Inzuchtdepression
Verminderung der Fruchtbarkeit, Vitalität und Leistungsfähigkeit aufgrund von Inzucht
Inzuchtkoeffizient
Maß für den Inzuchtgrad eines Tieres oder Population. (11)

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INZUCHT IN DER FREIEN WILDBAHN

Der Großteil aller freilebenden nichtmenschlichen Tiere, bis auf eher wenige Ausnahmen, haben sich im Laufe der Evolution ausgeklügelte „Mechanismen“ zur Inzuchtvermeidung „angeeignet“.

„Bei Tieren durchmischen sich die Populationen durch Wanderungen vor Beginn der Fortpflanzung.“ (12)

„Hyänenweibchen vermeiden Inzucht, indem sie einfache Regeln bei der Partnerwahl anwenden. Den Wissenschaftlern zufolge haben Tüpfelhyänenweibchen klare Vorstellungen davon, welche Männchen sie als Paarungspartner akzeptieren.“ (13)

„Obwohl man annehmen sollte, dass die mit Inzucht verbundenen Probleme heute in Fachkreisen allgemein bekannt sind, ist unter Bedingungen, wie sie in den Zoos herrschen, Begattung zwischen nächsten Blutsverwandten, besonders zwischen Vater und Töchtern, weit verbreitet – auch bei Arten, bei denen in der Natur solche Vorkommnisse durch angeborene Verhaltensweisen wie unterschiedliches Wanderverhalten der beiden Geschlechter in der Pubertät weitgehend ausgeschaltet sind.“ (14a)

„Die Natur hat ein Gegenmittel für die Inzuchtdepression – die Wissenschaft nennt es den „purging effect“. Durch die starke Ausrichtung des natürlichen Selektionsdrucks auf Fitnessmerkmale pflanzen sich schwache und kranke Tiere nicht fort, die negativen Erbanlagen werden so aus der Population entfernt. Dieser Vorgang führt im günstigsten Fall – trotz starker Inzucht – zur Reduktion bis hin zur Elimination der Inzuchtdepression.“ (15)

Inzucht tritt im Freiland oft nur dann auf, wenn z.B. Tierbestände (Populationen) u.a. durch Jagd oder Lebensraumzerstörung oder -eingrenzung des Menschen massiv reduziert (Inselpopulationen) worden sind. Wenn also die Anzahl der Individuen einer Art erheblich schrumpft, dann wird es bei der Suche nach unverwandten Partnern sehr schwierig. Der Inzuchtfaktor steigt.

„Durch die fortschreitende Vernichtung des Lebensraumes werden die verschiedenen Elefanten-Populationen immer mehr voneinander getrennt und dadurch steigt die Gefahr von Inzucht.“ (16)

Als einige Inzucht-Beispiele von vielen seien hier der Löwe und Gepard genannt.

„Der Asiatische Löwe wurde stark bejagt und fast ausgerottet. So gab es 1913 nur noch 20 Individuen. Der zu Beginn des Jahrhunderts geringe Bestand des Asiatischen Löwen führte jedoch zu einem Verlust der genetischen Vielfalt (Flaschenhalseffekt), was wiederum Inzucht zur Folge hatte. Des Weiteren waren die Tiere aufgrund der dezimierten Anzahl durch Krankheiten gefährdet. Im Gir-Nationalpark konnte die Population nun wieder auf 300 Tiere anwachsen, die allerdings durch die starke Inzucht bedroht sind, die zu einem Verlust der genetischen Vielfalt dieser Löwen geführt hat.“ (17)

„Dennoch fürchten Wissenschaftler wie Professor Craig Packer aus der Abteilung für Ökologie, Evolution und Verhalten der Universität von Minnesota um den Bestand im Ngorongoro-Gebiet. Dies liegt vor allem daran, dass der Löwenbestand im Krater fast vollständig von der Außenwelt isoliert ist. Wanderungsbewegungen wie früher, als immer wieder Tiere den Krater verließen und neue aus den umliegenden Gebieten der NCA einwanderten, gibt es kaum noch. Dafür sorgen schon die im Schutzgebiet wohnenden Massai, die gnadenlos Jagd machen auf den König der Tiere, sobald er in der Nähe ihrer Viehherden auftaucht. Rund 50 Löwen gibt es im Ngorongoro-Krater heute. Die Tiere können sich aber nur untereinander fortpflanzen und fast alle stammen von wenigen Männchen ab. Diese Inzucht und die damit verbundene genetische Armut sorgen jedoch für massive Probleme. Wissenschaftler haben festgestellt, dass bei den meisten Männchen die Spermien missgebildet sind und es dadurch Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung gibt.“  (18)

„Durch die einst weltweite Dezimierung der Gepardenbestände (genetischer Flaschenhals) sind die Genvarianten der Katzen stark reduziert. Das dadurch geschwächte Immunsystem ist anfällig für Krankheiten, Viren und Bakterien. Je weniger Tiere einer Art überleben, desto größer ist die Inzucht.“ (19)

„Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) haben die Immun-Gene von 149 wilden Geparden aus Namibia untersucht. Die genetische Vielfalt dieser Tiere sei zwar größer als gedacht und reiche bislang noch aus, um die Gepardenpopulation gesund zu halten. Klimawandel und Umweltveränderungen könnten die Anpassungsfähigkeit der eleganten Raubkatzen aber überfordern …“ (20)

GENETISCHE VIELFALT

Sinkt also die Zahl der Individuen erheblich, reduziert sich auch die Vielfalt ihrer Gene (genetische Vielfalt) der jeweiligen Population. Es kommt unweigerlich zum Anstieg von Inzucht und zu einer genetischen Verarmung, auch „genetischer Flaschenhals“ genannt. Nimmt die Inzucht zu, erhöht sich auch das Risiko, dass die Fitness (Gesundheit oder Fruchtbarkeit) einer Population sinkt. Diese Verminderungen werden als „Inzuchtdepressionen“ bezeichnet.

„Werden aus einer Population viele Individuen entfernt, reduziert sich die Anzahl der Träger genetischer Informationen und damit die genetische Vielfalt innerhalb einer Population. Dies nennt man einen Flaschenhals.“  (21)

„Der Gepard gilt als klassisches Beispiel für den genetischen Flaschenhals. Dieses Phänomen tritt bei Tieren auf, deren Bestand – etwa durch Jagd – schon einmal stark geschrumpft war oder ist. Wenn es nur noch wenige Tiere gibt, die sich paaren können, ist die Gefahr der Inzucht groß. So reduzieren sich die Genvarianten bei den Nachkommen.“ (22)

„Nur rund 100 Steinböcke haben im 18. Jahrhundert in Italien überlebt (erster Flaschenhals). Nachdem diese Population wieder etwas angewachsen war, hat man – illegal – rund 88 Tiere davon eingefangen (zweiter Flaschenhals) und in vier Schweizer Zoos verteilt (erneuter Flaschenhals). Die Tiere wurden nun vor allem in zwei der vier Zoos gezüchtet und dann Schritt für Schritt in kleinen Gruppen über den Alpenbogen verteilt (Schweiz, Deutschland, Österreich) ausgewildert (wieder ein Flaschenhals). Tiere aus einigen dieser neu etablierten Populationen verwendete man dann für weitere Aussetzungen, was natürlich wieder zu einem Flaschenhals führte. Bereits 2006 machte ein Artikel im Fauna-VS Info auf die Problematik der Inzucht bei den Schweizer Steinböcken aufmerksam.“ (21)

Weiße Tiger z.B., deren gesamte Gefangenschaftspopulation auf nur einen männlichen Gründer-Tiger (MOHAN) beruht, sind besonders stark ingezüchtet. Folgende Inzucht-Probleme treten bei weißen Tigern sehr häufig auf:

– Senkung der Fruchtbarkeit

– Häufung von Frühgeburten

– Anfälligkeit für Lungenentzündung, Stoffwechselstörungen und anderen Krankheiten

– Missbildungen der Nieren, Lungen, Augen und des Knochenapparates

– Verhaltensstörungen

– Senkung der Nachwuchsrate

Am Beispiel der weißen Tiger kann man durchaus auch von einer „Qualzucht“ sprechen!

„Verwandtschaftspaarung (Inzucht) senkt daher die Fitness der Nachkommen und der Population. Diese Erscheinung heißt Inzuchtdepressionen. Sie erweist sich z.B. über geringere Fruchtbarkeit, schlechte Qualität der Samenzellen, hohe Jungensterblichkeit, geringe Körpergewichte, verringerte Lernleistung usw. Für mehrere Zootierzuchten wurde die schädliche Wirkung von Inzuchtdepressionen nachgewiesen. Ohne Not sollte also kein Wildtierzüchter Inzucht betreiben.“ (23)

Aber nicht nur beim „weißen Tiger“ hat die  Zoo-Gefangenschaft mit wenigen „Gründertieren“ oder kleinen Populationen und letztendlich auch mit Inzucht und deren Problemen zu kämpfen. Folgende Tierarten sind nur einige der prominentesten Inzucht-Beispiele, bei denen die geringe Anzahl von „Gründertieren“ eine große Rolle spielt:

Wisent, Davidhirsch, Goldhamster, Geparden, Leopard, Przewalskipferd oder aktuell der Lippenbär (EEP)

„Gefangenschaftszucht zur Arterhaltung hat von kleinen und kleinsten Gründerpopulationen auszugehen. Es sind oft die letzten Mohikaner, die gerettet und zur Reproduktion gebracht werden sollen.“ (14b)

„Alle heutigen Przewalski-Pferde stammen von 13 Individuen ab (FPPPH 1998).“  (24)

„Przewalski Pferd – Der gegenwärtige Bestand geht zurück auf 11 Pferde, die um die Jahrhundertwende gefangen wurden, sowie eine weitere Stute, die 1947 als Wildfang in Gefangenschaft gelangte. Insgesamt sind in der gegenwärtigen Population 13 Gründertiere vertreten.“ (14c)

„In den nordamerikanischen Zoos basierte die gesamte Gefangenschaftszucht der Geparde gerade einmal auf 52 Gründertieren (1986). Fünf Jahre später (1991) erhöhte sich die Zahl auf 72 Tiere.“ (25)

„Ursprünglich gehen die heute mehr als 200 Vikunjas in Europäischen Zoos auf 12 Gründertiere zurück.“ (26)

Hier ein paar Beispiele von Tierarten in Gefangenschaft, bei denen die Anzahl (in Klammern) der Gründertiere gering ist:

Vikunjas: 12 (4,8)
Mhorrgazelle: 12
Wisent: 12 (4,7)
Schwarzweißer Vari: 18
Roter Vari: 10
Gürtelvari: 4
Amurleopard: 9
Mesopotamischer Damhirsch: 3 (2,1)
Steinbock: 88
Arabische Oryx: 57
Davidhirsch: 4
Atlashirsch: unter 20
Abruzzengemse: unter 20
Mähnenschaf (Marokko): unter 20
Japan-Serau: 4 (europäische Population)
Europäischer Biber: 82
Schneeleopard: 107
Gepard: 72 (nordamerikanische Zoos)

Dass der Grundstock vieler Tierarten in der Zoo-Gefangenschaft auf nur wenigen Gründertieren basiert und Zoos mit Inzucht und deren Problemen noch heute erheblich zu kämpfen haben, ist für die eher kritischen Betrachter nichts Neues. An die große und öffentliche Glocke hängen die Zoo-Speziesisten diesen Fakt jedoch nicht gern. Bewusst! Sind doch erhebliche Fortpflanzungsprobleme, eine hohe Jungtiersterblichkeit oder Nachhaltigkeitsprobleme einer Gefangenschaftszucht alles andere als positiv für das Zoo-Saubermann-Image. Das Bild einer heilen Zoo-Welt, und ihr vermeintlich wichtiger und großer Beitrag zum Artenschutz, könnten erheblich ins Wanken geraten, wenn sich herausstellt, dass die Zucht nicht weniger Tierarten in der Gefangenschaft alles andere als selbsterhaltend und genetisch gesund ist. Kein Wunder also, wenn Zoos ihre Tierbestands- (ISIS) oder Zuchtbücher, noch vielmehr als früher, unter geheimem Verschluss halten.

WARUM SO WENIG GRÜNDERTIERE?

Nachdem internationale Artenschutz-Abkommen auch die Zoos am ungebremsten Raubbau der Natur stoppten, ihre Beteiligung daran ist wirklich nicht zu leugnen, mussten auch Zoo-Speziesisten von da an mit ihren teilweise sehr geringen Anzahlen an Tierindividuen einer Tierart auskommen. Auch waren viele Tierarten (z.B. Przewalskipferd) in der freien Natur vom Menschen sowieso schon so massiv dezimiert oder ausgerottet worden, dass es kaum noch ein Pferd zur Zucht gab. Viele andere Arten standen ebenso kurz vor dem Aussterben, so dass nur noch wenige Individuen für eine Gefangenschaftszucht zur Verfügung standen.

Fakt ist, umso höher die Anzahl der genetisch vielfältigen Individuen, umso besser ist das für das Überleben einer ganzen Art. Ein paar 20 Individuen reichen jedenfalls kaum aus, um eine Tierart auf dieser Erde zu bewahren. Egal ob in Freiheit oder in der Zoo-Gefangenschaft!

Grundsätzlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass zirka „250 – 500 Individuen pro Population erforderlich sind, um eine ausreichende genetische Variabilität über einen Zeitraum von mindestens hundert Jahren zu erhalten.“ (27)

Ein kritischer Blick auf die Anzahl der Gründertiere (siehe oben) einer Gefangenschaft, lässt aber nichts Gutes erahnen.

„Populationsgenetiker haben kalkuliert, dass ein Bestand von 50 Exemplaren praktisch 90 % seiner Variabilität innerhalb von 50 Generationen eingebüßt haben wird. Ein Bestand von 200 Tieren hingegen wird in derselben Generationenzahl nur 10 % verlieren (KEVERLING BUISMAN & VAN WEEREN 1982).“ (14c)

„Das Ziel ist eine wilde, selbsterhaltende Population von 300-500 Przewalskipferden.“ (24)

image6-013Mit der oft geringen Anzahl von Gründertieren, mit denen die Zucht in den Zoo-Gefangenschaften einst begann, fingen also auch die Probleme mit der Inzucht an und bedrohen noch heute den Erhalt diverser Gefangenschafts-Populationen. Ein Zoo-Fürsprecher der immer wieder behauptet, Zoos müssten nicht mehr auf Wildfänge oder auch deren ersten Nachkommen (F1-Generation) zurückgreifen, macht  sich eindeutig unglaubwürdig. Denn:

„Heute sind genetische Probleme – Erbkrankheiten, Inzucht, Genetischer Drift – als Folge der geringen Anzahl Gründertiere der heutigen „Population“ ein Problem (WAKEFIELD et al. 2003).“ (24)

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Nochmals! Kein Kritiker verneint das Vorkommen von Inzucht in Freiland. Vielmehr die negative Folgen der Inzucht für den gesamten Bestand und deren Individuen. Egal ob in Freiheit oder in der Zoo-Gefangenschaft!

„Inzucht wirkt sich im Freiland negativ auf eine Population aus. Das fanden Wissenschaftler bereits 2002 heraus.“ (28)

Schmetterlinge: „Bei gefährdeten Tierarten kann Inzucht das Aussterben erheblich beschleunigen … Untersuchungen des Erbguts ergaben, dass in vielen Populationen nur noch eine sehr geringe genetische Vielfalt herrschte. – ein Zeichen für wiederholte Inzucht. Je geringer die genetische Vielfalt einer Population war. desto größer war die Gefahr des Aussterbens.“ (29)

INZUCHTDEPRESSIONEN

Welche negativen Auswirkungen (Inzuchtdepressionen) hat die Inzucht von nichtmenschlichen Tieren in der Gefangenschaft eigentlich?

Schon seit den 70iger Jahren untersuchten mehrere Wissenschaftler die Folgen der Inzucht in Gefangenschaft und kamen immer wieder zu niederschmetternden Ergebnissen. So erkannten u.a. K.Ralls und J.Ballou bereits in einer Untersuchung von 1983, dass die Jungtiersterblichkeit „… bei 11 von 12 Arten für ingezüchtete Tiere signifikant höher als bei nicht ingezüchteten“ sei.

Oder auch:

„Einen negativen Einfluss von Inzucht auf die Nachkommenschaft von Säugetieren stellten K. Ralls und J. Ballou in 41 von 44 untersuchten Fällen fest.“ (30)

„Inzuchtdepressionen als Folge anhaltender Inzucht wurde in vielen Studien nachgewiesen.“ (30)

„Für mehrere Zootierzuchten wurde die schädliche Wirkung von Inzuchtdepressionen nachgewiesen. Ohne Not sollte also kein Wildtierzüchter Inzucht betreiben.“ (23)

Folgende Tabelle (links), Daten von K.Ralls (1979), macht die negative Auswirkung von Inzucht auf die Überlebensraten einiger in Gefangenschaft gezüchteter Tierarten ebenfalls sehr deutlich!

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Besonders ersichtlich werden die Probleme der Inzucht (Inzuchtdepressionen) beim Betrachten des Zoo-Artenschutz-Vorzeige-Beispiels, dem Przewalskipferd.

Zitat:

„Als BOUMAN (1977) seinen Beitrag in München lieferte, glaubte man in den Zoos, dass Inzucht lediglich für Haustiere gefährlich sei. Es lagen nur wenige Beweise vor für die Nachteiligkeit der Inzucht bei Zootieren. BOUMAN & BOS (1979) führten eine Untersuchung durch über alle Generationen der in Gefangenschaft geborenen Przewalski-Pferde (vor 1977). Zu jener Zeit wurden 9 Generationen erfasst. Das Datenmaterial wurde aufgeteilt in 2 Gruppen, nach Lebenserwartung und Fruchtbarkeit. Sie stellten ganz deutlich heraus, dass hochgradig ingezüchtete Przewalski-Stuten weniger produktiv waren als weniger ingezüchtete Tiere. Als ein Ergebnis stark angestiegener Inzucht hat sich die Lebenserwartung der Przewaiski-Pferde verringert. BOUMAN & BOS haben auch herausgestellt, dass jene Tiere, die ein Lebensalter von mehr als 10 Jahren erreicht haben, einen signifikant geringeren Inzuchtkoeffizienten (0,151) besaßen als jene Artgenossen, die im Alter von 10 Jahren und darunter verstorben waren (0,242). Die Jugendsterblichkeit war immer hoch. Die Jugendsterblichkeit ingezüchteter Tiere mit einem Inzuchtkoeffizienten über 0,242 war größer als die solcher Jungtiere mit geringerem Inzuchtstatus. Dieser Trend ist statistisch signifikant. Diese nachteiligen Folgen der Inzucht, in die verringerte Vitalität und Fertilität eingeschlossen sind, werden mit dem Terminus Inzuchtdepression belegt (MINKEMA 1960).“ (14c)

image0Aufgrund der fatalen Zuchtfehler in der Vergangenheit und Gegenwart, der Fehlanpassung an die Bedingungen der Gefangenschaft (z.B. Klima) und der fortschreitenden Domestikation haben Zoo-Speziesisten beim Erhalt ihrer vermeintlich „erfolgreich ausgewilderten“ Wildpferd-Bestände noch immer erhebliche Erhaltungsprobleme. So stirbt immer einmal wieder eine große Anzahl von Pferden, u.a. an einer Infektion (Zecken) oder aufgrund widriger Wetterbedingungen („harter“ Winter). Und noch heute müssen Zoo-Gefangenschaften immer wieder mit Individuen aus Gefangenschaftszuchten für Nachschub sorgen. Dass solch ein Nachschub dann noch als „erfolgreicher Artenschutzbeitrag“ öffentlich gefeiert wird, ist an Hohn nicht zu übertreffen. Was ist das für ein „Erfolg“, wenn sich seit der ersten Auswilderung (1997) noch immer keine Selbsterhaltung einstellt? Wir nennen das ein Fass ohne Boden!

„Die Entfernung eines Tieres aus dem Lebensraum, in dem es sich entwickelt hat, und seine Verbringung in eine total andere Umgebung bedeutet wahrscheinlich, dass fundamentale Veränderungen auftreten, insbesondere im Falle einer langanhaltenden Anpassung an eine verarmte Umgebung (vgl. BOU MAN 1982).“ (14c)

Quelle Grafik: „International Takhi Group“ (Jahresbericht 2012)ULL

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 „Nach dem härtesten Winter der letzten 50 Jahre waren dort 2010 rund 90 Tiere verhungert und erfroren.“ (31)

„Nach dem härtesten Winter der vergangenen 50 Jahre waren in dem Park den Angaben zufolge vor zwei Jahren rund 90 der 137 asiatischen Wildpferde verhungert oder erfroren. Die Art sei weltweit vom Aussterben bedroht, es gebe nur 2000 Tiere.“ (32)

Fakt ist: Bei genauer Betrachtung erweist sich dieses Artenschutz-Vorzeige-Pferdchen, nicht nur wegen seiner fragwürdigen Reinrassigkeit und der noch immer problembehafteten und ungesicherten Erhaltung in Freiheit, als eines der größten Zoo-Bluffs. Ausführliche Informationen zum Przewalksipferd finden Sie demnächst auf unserer Homepage.

INZUCHT IST EINE SACKGASSE!

Inzucht ist also, bis auf wenige Ausnahmen, überwiegend negativ für die Fitness einer Gefangenschafts-Population und endet, wie Prof. Dr. Wilhelm Wegner (Tierarzt, Professor i.R. und ehem. Direktor des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo Hannover) bereits 1989 sagte, in einer „Sackgasse“.

„Inzucht- oder auch reinzucht-geprägte Leistungszucht endete somit fast immer in einer Sackgasse …“ (14b)

„Wer diese Zusammenhänge kennt, weiß dann aber auch, dass in menschlich gelenkten Zuchten und bei Fortfall natürlicher Regulative nicht nur von der Inzucht, sondern auch von ihrer Kehrseite Gefahren drohen.“ (14b)

Nicht nur Wissenschaftler sondern auch Zoo-Speziesisten selbst haben natürlich die meist negativen Auswirkungen der Inzucht schon längst erkannt. Doch die Speziesisten haben auch das Wissen ihrer meist auf wenigen Gründertieren basierenden Gefangenschaftspopulationen. Dass sie Inzucht also oft gar nicht verhindern können aber auch nicht wollen, werden sie natürlich keinem ständig auf die Nase binden.

Doch anstatt ihr Augenmerk vernünftigerweise nur auf noch bestehende und natürlich gewachsenen Populationen im Freiland zu richten, und nur dort ihre Ressourcen (Gelder und personelle Kräfte) für einen Erhalt zu nutzen, halten sie ignorant und größtenteils an ihrer künstlichen Auslese und ihrer unrechtmäßigen Gefangenschaftszucht fest. Eigentlich sind es die Zoos selbst, die aufgrund ihrer ineffektiven aber extrem überteuerten Gefangenschaftshaltung einen effektiven Artenschutz in Freiland massiv verhindern und damit erheblich zum ungebremsten Artensterben beitragen. Gern lenken Zoodirektoren jedoch die Schuldfrage lieber auf Kritiker ihrer eigenen massiven Verschwendung und Kontraproduktivität.

Thomas Kölpin (Zoo Erfurt):

„Wer sich dazu bekennt, Tierarten in Frieden aussterben zu lassen, soll das tun. Wir bekennen uns zur Erhaltung von Biotopen in der Natur, aber auch zur Aufgabe von Zoos, bedrohte Arten zu bewahren. Und eine Reservepopulation zu züchten.“ (33)

„Die Meinung der Zoogegnerschaft ist doch lieber aussterben lassen, als alles dafür zu tun, eine Art zu erhalten. Es ist traurig, aber wahr.“ (34)

Interessant ist, dass Herr Kölpin die „Bewahrung bedrohter Arten in Gefangenschaft“ an das Ende seines Kommentares verfrachtet hat. Das war in Zookreisen nicht immer so. Früher war „Artenschutz“ das Top-Rechtfertigungsargument der Zoos. In jüngster Zeit rückt dieses aber immer öfters in den Hintergrund. Warum eigentlich? Schleichende Einsicht?

ALIBI-WORT: „INZUCHTVERMEIDUNG“

Aufgrund der wenigen Gründertiere und der dadurch fast unumgänglichen Inzucht würde ein striktes Inzuchtverbot, früher oder später, das Ende etlicher Gefangenschaftshaltungen bedeuten. Doch um auch noch den kleinsten Anschein einer Zucht nach Vorbild der Natur zu wahren und von den Zuchtproblemen abzulenken haben sich die Zoos ein beschönigendes Alibi-Wort ausgedacht. Die „Inzuchtvermeidung“!

Mehr als einhundert Äußerungen von Zoo-Speziesisten und Wissenschaftler, in denen sie sich zur Inzuchtvermeidung bekennen oder sich kritisch zur Inzucht äußern, finden Sie in unserer Liste! HIER KLICKEN!

Spricht jemand nur von „Vermeiden“, dann ist „konsequent verhindern“ deutlich abwesend. Inzuchtvermeidung hat also nicht die gezielte Beendigung oder ein Ende der Inzucht zur Folge. Diese Wortwahl lässt also jede Ausnahme zu und hält alle Türen für weitere Inzucht offen. Und so ist es auch in der Zoo-Realität!

Immer wieder weisen wir von EndZOO in unseren Pressemitteilungen auf Inzest- und Inzucht und deren Probleme hin. Hier einige Pressemitteilungen:

Zoo Dortmund: Wieder Qualzucht-Tod bei Giraffen?

– Kritik an Hybrid-, In- und Inzestzucht im Berliner Zoo reißt nicht ab

– Jetzt Zuchtstopp bei Schneeleoparden im Zoo Salzburg!

Obwohl Zoos immer wieder und wo sie nur können beschönigend von „Inzuchtvermeidung“ sprechen (siehe Liste), halten sie sich in der Realität oft nicht wirklich an ihre eigene Vorgabe. Und das, obwohl die wissenschaftliche Meinung selbst zur Inzuchtvermeidung eigentlich sehr deutlich ist.
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Die Studie unterstreicht erneut die Notwendigkeit, die Inzucht in Zuchtprogramme in Gefangenschaft zu vermeiden und zeigt, dass Auszucht nicht herangezogen werden kann, um schädliche Allele von Zoo-Populationen zu entfernen.“ (35)
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QUALZUCHT

Dass die Inzest- oder Inzucht in der Zoo-Gefangenschaft, trotz des wiederholten Versprechens der angeblichen „Vermeidung“, nicht weit von einer tierquälerischen Qualzucht entfernt ist, beweisen diverse bekannte Todesfälle. Aktuelles Beispiel hierfür ist die Löwen-Inzestzucht des Zoo Berlin. Offenbar erst nach behördlichen Eingreifen wurde diese Inzestzucht, denn es starben bereits etliche Junglöwen, endlich beendet. In der Senats-Begründung war u.a. zu diesem Fall zu lesen:

„Der Senat hält eine Forstsetzung der planmäßigen Inzestzucht mit den Löwen vor dem Hintergrund der hohen Sterberate für tierschutzrechtlich nicht zulässig.“ (36)

Das diese Löwen-Inzestzucht im Zoo Berlin eigentlich bereits ein Verstoß gegen §11b des Tierschutzgesetzes darstellte, lässt sich im so genannten „Qualzuchtgutachten“ nachlesen. Darin heißt es zur Inzestzucht:

„Inzestzucht ist bereits ein Verstoß gegen § 11b, wenn sie zur „genetischen Reinigung“, wie es in der populären Zuchtliteratur heißt, empfohlen wird …“ (11)

„Weniger rasch erfolgen solche Schädigungen bei der Linienzucht, d. h. der Verpaarung von entfernteren Verwandten … Weil sich diese Linienzucht aber häufig auf nur wenige oder gar nur eine Linie verengt, führt diese zum Verlust der biologischen Wertigkeit der so erzüchteten Tiere … Ob dieses Vorgehen in der Heimtierzucht aus der heutigen Sicht ethisch noch zu verantworten ist, ist zumindest fraglich.“ (11)

SACKGASSE GEFANGENSCHAFTSZUCHT

Die Erhaltungszucht in Zoo-Gefangenschaft basiert schon lange nicht mehr auf dem Endziel der Auswilderung. Wohin auch sollte man die Arten auswildern? Immer mehr Lebensräume werden durch uns für immer zerstört.

„Täglich werden in Deutschland rund 74 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einer Flächenneuinanspruchnahme – kurz Flächenverbrauch – von  ca. 106 Fußballfeldern.“ (37)

Viel mehr basiert das Unrecht der Gefangenschaft auf dem Hauptinteresse, die letzten nichtmenschlichen Exemplare wie in einem Museum zwischen zu lagern. Und jeder Speziesist will letztendlich eine Führungsrolle, eines der letzten fast ausgestorbenen nichtmenschlichen Tiere zu besitzen, erhaschen.

Doch da die menschliche Zucht stets auf künstlichen und unnatürlichen Faktoren basiert und aus der Sackgasse von Inzucht und genetischer Verarmung ein Entrinnen kaum möglich scheint, ist selbst diese Form der „erhaltenden Lagerung“ von vornherein offenbar zum Scheitern verurteilt.

„Wir wissen heute, dass „Natur“ in Wirklichkeit ein Komplex verwobener Strukturen ist, in denen man Tierarten nicht isoliert betrachten kann, weil sie innerhalb der Lebensgemeinschaft mit anderen Tier- und Pflanzenarten zusammenleben. In diesen Gemeinschaften hat der Mensch die kleinere Rolle inne. Wenn wir aber die Menschheit als Züchter wilder Tiere verstehen, enthält dieses ein unnatürliches Element.“ (14c)

„Wildtierarten haben sich im Laufe der Generationen allmäh­lich entwickelt und haben in der Evolution in einer Interaktion mit der sich dauernd ändernden Umwelt gestanden. Mutation und natürliche Selektion sind die hauptsächlich formenden Kräfte für die Anpassung an die Umwelt und die große Vielfalt der Arten. In Gefangenschaft hingegen laufen andere Anpas­sungsprozesse ab. Die Konsequenzen reichen weit, wenn die Art unter unnatürlichen und ungeeigneten Bedingungen län­ger als 2-3 Generationen gehalten wird.“ (14c)

„In Verbindung mit der biotischen Verarmung unserer Erde sollte die Haltung gefährdeter Arten nicht länger betrieben werden. Weder um unser Wissen zu vermehren, auch nicht um der Information oder der Erholung des Publikums willen, oder welche anderen menschlichen Wünsche auch sonst zu befriedigen wären. Es sollte nur ein Ziel geben: Die Arten in die freie Wildbahn oder zumindest geeignete Reservate zurückzubringen. Das Ziel muss sein, einen Bestand wiederaufzubauen, der sich selbständig erhalten und frei leben kann. Oder es ist ein Bestand zu unterstützen, der zu gering geworden ist, um aus eigener Kraft zu überleben.“ (14c)

Es ist also an der Zeit, die zum Scheitern verurteilte, ineffektive, überteuerte und durch erhebliches Leiden geprägte Zoo-Gefangenschaft schnellstmöglich zu beenden und SOFORT zur Schaffung oder dem Erhalt von natürlichen Lebensräumen zu wechseln. Noch besteht die Möglichkeit!

SCHLUSSWORT

Trotz inhaltlicher und berechtigter Kritik an der Inzucht in Gefangenschaft haben sich die Medien, die Politik und die Öffentlichkeit noch nicht wirklich ernsthaft und inhaltlich mit diesem Thema beschäftigt. Noch viel zu oft wird den beschönigenden Äußerungen der Zoos Glauben geschenkt und diese ungeprüft und unkritisch nachgeplappert. Wir von EndZOO werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Zoos u.a. sofort zur absoluten Transparenz verpflichtet werden. Denn gerade die noch immer andauernde Geheimhaltung von Tierbestandslisten (u.a. ISIS-Datenbank) und Zuchtbüchern macht sehr deutlich, dass Zoos genau dort etwas zu verbergen haben, wo es um echte Belege und Beweise für ihre vermeintlich gesunde und selbsterhaltenden Gefangenschaftszucht geht.

Wir von EndZOO-International werden nicht ruhen, bis die unzähligen Zoo-Insassen und deren Nachkommen, die noch immer der Inzest- und Inzuchtpolitik der Zoo-Speziesisten ausgesetzt sind, endlich auch hier weitesgehend frei von Leiden sind.

QUELLENANGABEN

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WAS SIE TUN KÖNNEN

– Bitte besuchen Sie keine Zoo-Gefangenschaften

– Bringen Sie ihrem Kind die tatsächlichen und natürlichen Verhaltensweisen von Tieren in Freiheit näher. Diese finden Sie in zahlreichen Büchern, Film- und DVD-Produktionen. Eine gute Buchauswahl bieten wir auf unserer Homepage. Nicht zuletzt können Sie viele heimische so genannte Wildtiere, z.B. Vögel, bei Ausflügen in den natürlichen Freiraum in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

– Leben Sie ihrem Kind den ethischen Grundsatz vor: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

– Vermitteln Sie ihrem Kind, dass nichtmenschliche Tiere so behandelt werden wollen, wie Ihr Kind seinen Freund oder seine Freundin behandelt. Freunde sperrt man also nicht ein.

– Klären Sie Verwandte und Freunde darüber auf, dass so genannte „Zootiere“ nicht in menschlicher Obhut sondern in ständiger Gefangenschaft ausharren müssen. Dass ihr Zoogehege nie ihrem arttypischen Verhalten und ihrem Lebensraum entsprechen kann. Machen Sie deutlich, dass diese Individuen in ständiger Langeweile zur Schau gestellt werden. Zeigen Sie Ihnen Filmaufnahmen von Zooinsassen, die unter Verhaltensstörungen erheblich leiden.

– Finanzieren Sie keine Zoo-Gefangenschaftsprojekte, sondern unterstützen Sie die viel effektiveren Maßnahmen zum Erhalt, Schutz und zur Neuschaffung der Lebensräume bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Bitte unterstützen Sie auch die Arbeit von EndZOO International mit einer Spende. Danke! Klicken Sie hier!

Hier finden Sie entsprechende Buchtipps zum Thema! (Erscheint demnächst!)

One thought on “Inzucht

  1. Ich könnte mir vorstellen, dass das Problem der Zoos mit Züchtung und sogenannter ‚Inzuchtvermeidung‘ auch bei den Landwirtschaftsschulen und den Bauernverbänden in Deutschland ein ganz neues Thema wäre. Die Ignoranz gegenüber der „art-gerechter-en“ Haltung für alle Tiere steckt sehr stark in dem Nutztierdenken, dass sich in der Aufzucht und Milchviehwirtschaft breitmacht. Die Vertreter dieses Denkens hängen meistens dem christlichen Denken an. Dass man im Tier eher die Milchquote und der Profit für den Bauern sehen muss, liegt am politischen Umgang. Der Bauer kann es sich gar nicht mehr leisten, die Tiere besser zu halten, da die Massenproduktion gegenüber der Frage nach Qualität der artgerechterer Haltung bevorzugt wird. Warum sollte es also einer ‚christlichen Kuh‘ im Stall besser gehen als einem Löwen im Zoo? Beide kriegen die Nahrung vorgesetzt – ganz pragmatisch – (aber auch zynisch! Zudem werden die Schweine auch prima geduscht und haben es warm (vermenschelt betrachtet), wogegen das artgerechtere wäre, sie im Dreck draussen wühlen zu lassen). Ich denke die Diskussion über Inzucht und sogar Qualzucht in Deutschland steht noch ganz am Anfang, weil es genauso wie beim KIndeswohl immer Interessenskonflikte gibt und die Lobby ein ganz bestimmtes tradiertes Denken unterstützt. Das Tierwohl hat es dabei schwer!

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