Das Zoos.Media-Elefantenalter

Das Zoos.Media-Elefantenalter

Wie Philipp J. Kroiß sich seine eigene Zoo-Welt malt.

(Stand 16.11.2016; geändert am 17.11.2016)

Für die Beurteilung, ob die Unrechts-Institution Zoo-Gefangenschaft grundsätzlich „schlecht“ oder „gut“ für die lebenslangen Insassen (nicht-menschliche so genannte Zoo-Tiere) ist, wird von Zoo-Unrechtsbefürworter*innen (u.a. so genannte Zoofreund*Innen) oder Zoo-Speziesist*innen (u.a. Zoodirektor*Innen) sehr oft das Erreichen eines hohen Lebensalters oder eine hohe Lebenserwartung zur Beurteilung herangezogen. Ob die dabei ermittelten Werte für eine allgemeingültige, objektive und grundsätzliche Gesamtbeurteilung der Lebensqualität aller inhaftierten nicht-menschlichen Individuen hilfreich ist, kann in vielen Punkten angezweifelt werden.

So ändert ein hohes erreichtes Alter grundsätzlich nichts an der bestehenden lebenslangen Verletzung der Persönlichkeitsrechte (Tierrechte) der in Zoo-Gefangenschaft inhaftierten nicht-menschlichen Tiere. Auch schließt ein Höchstalter schlechte Lebensbedingungen nicht grundlegend aus. Ein sehr bezeichnendes Beispiel hierfür ist das wohl weltweit älteste Zwergflusspferd HANNIBAL in der Stuttgarter Zoo-Gefangenschaft „Wilhelma“.

HANNIBAL „fristet“, so Richard David Precht (1997)1, zusammen mit Flusspferden und Tapiren, sein „…unartgerechtes Dasein in Verliesen und Betongräben“. Und tatsächlich. Keiner wird beim Anblick dieser heute noch immer vorherrschenden, eklatant schlechten und beengten Haltungsbedingungen (besonders in der sehr kalten Winterszeit) die Lebensqualität von HANNIBAL grundsätzlich als „herausragend“ und nicht einmal ansatzweise als „gut“ bewerten. Und auch nicht, weil HANNIBAL das bisherige Höchstalter erreicht hat.

Weitere Ausführungen zum Zoo-Speziesist*Innen-Zooalters-Argument finden Sie demnächst auf unserer Homepage. In diesem Artikel wollen wir uns lediglich die „Lebenserwartung von Elefanten“ in der Zoo-Gefangenschaft aus Sicht der Zoo-Unrechtsbefürworter*Innen von „Zoos-Media“ (hier Ausführungen2 von Philipp J. Kroiß) näher betrachten und deren Fehlaussagen offenlegen.

SEIN UND SCHEIN

Sterben Elefanten in Gefangenschaft früher? Haben Elefanten eine geringere Lebenserwartung als in freier Wildbahn? Diesen Fragen ging auch der Zoo-Unrechtsbefürworter und vermeintliche Journalist Phillip J. Kroiß nach. In einem Artikel2, „exklusiv für Zoos.media, veröffentlichte er im Juli 2016 das Ergebnis seiner dilettantischen, fehlerhaften, unwissenschaftlichen, unseriösen und mit einigen Halbwahrheiten bestückten Recherche (EndZOO-Ansicht).

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen2 macht Kroiß unmissverständlich deutlich:

„Es ist ein altbekanntes Vorurteil von Zoogegnern, dass Elefanten in Menschenobhut eine kürzere Lebenserwartung hätten als in der Wildbahn.“ 2

Auch ist der vermeintliche Journalist in Bezug auf die Lebenserwartung von Elefanten davon überzeugt, dass „Zoogegner“ mit „angeblich wissenschaftliche Studien“ immer wieder versuchen zu behaupten, dass nicht-menschliche Tiere oder „Flaggschiffe im Zoo“ kürzer leben sollen. Mit Studien die, laut seiner arroganten Sichtweise, offenbar auch alle „unseriöse Wissenschaft sind“.

Eine solche „unseriöse Wissenschaft“ oder vermeintliche „Gefälligkeits-Studie“ ist, in Bezug auf die Lebenserwartung von Elefanten (Hauptthema Kroiß-Artikel), wohl in Kroiß Augen auch die so genannte „Oxford-Studie“ 3 von CLUBB & MASON aus dem Jahr 2002. Die Studie wird, so der vermeintliche Journalist bewertend, „nicht nur höchst kritisiert, sondern auch stark bezweifelt“ 2.

Als einen Beweis für Kritik und Zweifel an der Oxford-Studie3 und deren Ermittlung der Lebenserwartung (Hauptthema Kroiß-Artikel) nutzt Kroiß zunächst eine Aussage aus der „Analyse“ 4 der Elefanten-Schutzorganisation „European Elephant Group (EEG)“ (heute auch: Elefantenschutz Europa e.V.). Die Analyse ist ebenfalls aus dem Jahr 2002.

Kroiß schreibt und zitiert die EEG-Analyse4 nur auszugsweise:

„Man (Anmerkung der EEG) findet auch die Art und Weise, wie die Studie entstand, >unmöglich<: „Drei Zoos von 138 Elefantenhaltern unter den europäischen Zoos und Safariparks wurden besucht. Die daraus abgeleiteten Beurteilungen und Aussagen in der Oxford-Studie sind entweder nachweislich falsch, verfälscht, widersprüchlich oder inkompetent.“

Kroiß erweckt, mit dem Zitieren dieser kleinen EEG-Analyse-Aussage (nur ein Bruchteil der Gesamt-Analyse), zunächst einmal den Eindruck, dass die gesamte Oxford-Studie3 (2002) nur durch den Besuch von drei Zoo-Gefangenschaften entstanden sei. Und da es in seinem Artikel ja eigentlich allein nur um die Lebenserwartung von Elefanten geht, erweckt er also gleichzeitig auch den wohl bewusst falschen Eindruck, dass die Oxford-Daten zur Ermittlung der Lebenserwartung (Hauptthema Kroiß-Artikel) ebenso nur durch den Besuch von drei Zoo-Gefangenschaft entstanden sein muss. Das ist natürlich totaler Blödsinn.

Von Kroiß wird nicht ehrlich und korrekt darauf hingewiesen, als Journalist zur Unabhängigkeit und zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung verpflichtet, dass sich die von ihm zitierte EEG-Aussage allein nur auf die Oxford-Beurteilung über die Haltungsbedingungen der Elefanten und überhaupt nicht auf das Zustandekommen der Daten zur Ermittlung der Lebenserwartung bezog.

Die EEG selbst schreibt in ihrer 214-seitigen Analyse4 aber korrekt:

„Von diesen 138 Haltungsstätten hat die Universität Oxford … nur 3 Zoos in England besuchen lassen, um dort die Elefantenhaltung beurteilen zu können.“ Es geht also bei dieser Aussage überhaupt NICHT um das Thema „Lebenserwartung“!

Auch wenn Kroiß offenbar die 214-seitige und 45 Euro teure EEG-Original-Analyse4 nicht zu besitzen scheint, ermächtigt es ihn nicht, nur aus der extrem kurz gehaltenen EEG-Analyse-Kurz-Rezension falsch und aus dem Kontext gerissen zu zitieren. Das ist höchst unprofessionell, unfachmännisch und unfair.

Kroiß Dilettantismus geht aber leider noch weiter.

EIN WIRKLICH ALTER HUT?

Unsere EndZOO-Experten besitzen natürlich nicht nur die vollständige EEG-Analyse4, sondern kennen diese auch inhaltlich. Auch haben Sie die Oxford-Studie3 gelesen und genauestens analysiert. 

Genau dieses Fachwissen führte dazu, dass sie sofort den nächsten großen Kroißchen Fehlschuss entdeckten.

So schreibt Kroiß weiter:

„Alte Studie neu aufgewärmt – Es passiert immer wieder, dass diese Studie erneut hervorgeholt wird, um einseitig über Elefantenhaltung zu desinformieren.“

Als Beweis, dass die alte Oxford-Studie3 immer wieder „neu aufgewärmt“ werden würde, zählt der vermeintliche Experte Kroiß aktuelle Veröffentlichungen u.a. der Zeitung die ZEIT5 und des Magazins der SPIEGEL6 auf. Diese Veröffentlichungsbeispiele sollen sich, so Kroiß, „auf die Interpretation der Gefälligkeitsstudie (Anmerkung: Oxford-Studie3) durch die Tierrechtler“ von 2002 beziehen. Auch wenn beide Medien durchaus den verwirrenden Eindruck erwecken, tun sie das aber nicht. Sie beziehen sich definitiv NICHT auf diese vermeintliche „Gefälligkeits-Studie“3. Zahlen lügen nicht.

Würde Kroiß nämlich die angebliche „alte Gefälligkeitsstudie“ (Oxford-Studie3) aus 2002 wirklich kennen, wäre ihm als wahren Experten sofort aufgefallen, dass Clubb und Mason in dieser Studie eine Lebenserwartung von 16 (afrik. Elefant) und 15 Jahren (asiat. Elefant) angeben. In seinen Veröffentlichungs-Beispielen (ZEIT5 und SPIEGEL6), die ja angeblich dieselbe alte Oxfordstudie benutzen und somit neu aufwärmen sollen, wird aber immer von einem Höchstalter von fast 17 (afrik. Elefant) und fast 19 Jahren (asiat. Elefant) geschrieben. Also völlig unterschiedliche und widersprüchliche Zahlenangaben.

Logisch! Was Kroiß wohl aus seiner so offensichtlichen Unwissenheit heraus nicht weiß ist der Fakt, dass sich seine „Veröffentlichungsbeispiele“ (ZEIT5 und SPIEGEL6) alle richtigerweise auf eine völlig andere und neuere „Clubb & Mason“-Studie7 aus dem Jahr 2008 und nicht auf die Oxford-Studie3 aus dem Jahr 2002 beziehen.

Es kann durchaus auch sein, dass Kroiß auch auf einige fehlerhafte Links in einer dieser zwei Artikelbespielen hereingefallen ist. Doch wahre Prüfer, Unvoreingenommene und echte Kenner der Materie, fällt dies dennoch sofort auf.

Bring Licht ins Dunkle!

Sterben Elefanten in Zoo-Gefangenschaft denn nun früher?

Kroiß meint in seinem Artikel2 weiter, eine „neue Studie“ 8 der amerikanischen Zoo-Speziesisten (Zoodirektoren) Robert J. Wiese (Forth Worth Zoo) und Kevin Willis (Zoo Minnesota) brachte, im Gegensatz zur veralteten Oxford-Studie3, hierzu schon 2004 „Licht ins Dunkle“.

Zitat Kroiß zur „Wiese & Willis-Studie“8 (2004):

„Die durchschnittliche Lebenserwartung von Asiatischen Elefanten wird hier auf 47,6 (Europa) bzw. 44,8 (Nord Amerika) angegeben. Die mediane Lebenserwartung wird mit 41,9 (Europa) bzw. 35,9 (Nord Amerika) angegeben. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die kritisierte Theorie einer medianen Lebenserwartung von Asiatischen Elefanten von 19 Jahren, wie sie Walasek noch am 31.05.2016 in der ZEIT5 behauptet, widerlegt.“

Da wir ja nun richtiggestellt haben, dass es sich bei DIESER „Clubb & Mason-Studie“ 3 tatsächlich um eine im Jahr 2008 erstellte Studie handelt, muss auch Kroiß unwiderruflich zur Einsicht kommen, dass seine vermeintlich „neuere und aktuellere“ Wiese-Willis-Studie8 aus 2004 nun durch eine „viel neuere“ Studie aus 2008 aufgehoben wird. Seine stolz ins Feld geführte „Wiese & Willis-Studie“ 8 ist hier also die einzig „veraltete Studie“. Was für eine Selbstdemontierung!

Noch einmal: Kroiß kritisierte die Kritiker*innen wegen der Verwendung einer vermeintlich veralteten Studie aus 2002, welche aber in der Realität eigentlich aus 2008 stammt. Dafür verwendete er selbst, ganze 12 Jahre später, eine noch viel ältere Studie aus 2004.

Kroiß tappt also weiterhin im Dunklen!

Unfehlbar!?

Obwohl unser 1.Vorsitzender und Zoo-Experte Frank Albrecht die Zoo-Unrechtsbefürorter*Innen und „Expert*Innen“ von „Zoos.Media“, im Beirat sitzt übrigens u.a. Kerstin Ternes (Zoo-Gefangenschaft Duisburg), Immanuel Birmelin (Zirkus-Unterstützer) und Michael Miersch (Tierrechtsgegner und Journalist), auf den eklatanten Kroiß-Fehler im besagten Alters-Artikel2 aktuell auf Facebook hinwies, sieht man/frau jedoch von deren Seite immer noch keinerlei Verfehlungen und keine Handlungsbedarf die ZEIT und den STERN zu rehabilitieren:

„Wir haben einen Beirat, der auch unsere Artikel überprüft … Der Artikel 2, den wir uns nochmal durchlasen, ist fest auf wissenschaftlichen Boden gesetzt … Jeder kann den Kommentar der im Artikel zur Recht kritisierten Studie3 durch die European Elephant Group … Ebenso kann jeder die Studie, die die kritisierte Studie widerlegt hat, einsehen…“ 9

Kroiß verrennt sich weiter

Zum noch größeren Schlag, holt Kroiß dann selbst noch einmal am 07.11.2016 aus. In einem ganz aktuellen „Zoos.Media“-Artikel10 lobt er selbst eine aktuell veröffentlichte Zoo-Alters-Studie11 aus diesem Jahr als „wichtigen Meilenstein“.

Er meint: „…nun hat die Wissenschaft sie (gemeint sind „Zoogegner*Innen) eines Besseren belehrt.“10

Doch genau in dieser Studie11, laut Kroiß ja ein von der „Wissenschaft erstellter „Meilenstein“, wird nun seine bisher verkündete Wunsch-These, Elefanten in der Zoo-Gefangenschaft würden nicht früher sterben als Elefanten in Freiheit (Wildnis, Freiraum, Freiland, Natur oder Wildbahn), mehr als offensichtlich widerlegt und sogar deutlich ad absurdum geführt. Und der eigentliche Hammer ist: Die „Clubb & Mason-Studie“ 3 aus 2008 wird in dieser ganz aktuellen Studie auch noch in der Veröffentlichung erwähnt und dessen Richtigkeit in einer Aussage sogar noch untermauert.

Aussage aus der Studie11:

„Thus, our broad-scale study supports previous work reporting that both Asian and African elephant females live longer in the wild than in zoos.“ 11

Übersetzung: „Unsere breit angelegte Studie unterstützt frühere Berichte (Clubb & Mason 20083), dass sowohl asiatische als auch afrikanische Elefantenfrauen länger in der Wildnis leben als in Zoos.“ 11

Noch einmal: Die Ersteller*Innen der Studie haben mit der Erstellung und ihren Ergebnissen nochmals die Erkenntnisse der „Clubb & Mason-Studie“ 3 aus 2008 untermauert. Sie haben also die „Clubb & Mason-Studie“ 3 NICHT eins zu eins und damit ungeprüft übernommen.

Dennoch ignoriert Kroiß die eindeutigen Fakten weiterhin und meint wenig später an einer anderen Zoos.Media-Facebook-Stelle am 10.11.206:

„Das ist eine sehr berechtigte Frage (y) Mason ist alles andere als eine unabhängige Quelle, zumal ihre berühmteste Studie eine „RSPCA-sponsored study“ war … Ob jemand, der seine Wissenschaft durch eine Organisation sponsort, die starke Tierrechtsanteile mit sich trägt, wirklich eine vertrauenswürdige Quelle ist? Auch bei Ros Clubb sieht es nicht besser aus, der ja bei der RSPCA arbeitet. Auch wir haben ja bereits darüber veröffentlicht … Hier hätte man sich eine differenzierte Betrachtung gewünscht, allerdings muss man auch sagen, dass vielen die Studie von Wiese und Willis (noch) nicht sehr geläufig ist. Darüber wird nochmal zu reden sein. Zudem wird dies auch hoffentlich nicht die letzte Studie des Teams zu diesem Thema sein und bei der nächsten, wird dann die Studie bestimmt inkludiert. Letztendlich ändert dieser Umstand aber nichts daran, dass die Studie alles in allem in die richtige Richtung geht.“

Kroiß behauptet hier also unterschwellig, dass den Ersteller*Innen dieser aktuellen Alters-Studie11, laut seiner Auffassung ja ein „…von der Wissenschaft erstellter Meilenstein“, seine favorisierte „Wiese & Willis-Studie“ 8 wohl auch „nicht sehr geläufig“ sein muss. Ignoranter geht es nicht.

Auf der einen Seite hoch loben und an andere Stelle aktuelles Wissen absprechen.

Und noch etwas Absurdes:

Wenn man/frau den Anfang des Kroiß-Facebook-Kommentares nochmals liest, fällt sofort auf, dass dieser Dilettant und Ignorant immer noch von der falschen Oxford-Studie3 ausgeht und schreibt. Selbst in der aktuellen Alters-Studie11 wird sich erneut auf die „richtige“ Clubb&Mason-Studie11 aus 2008 bezogen und sogar in der Quellenangabe mit Jahreszahl explizit genannt.

Übrigens ist die „Wiese&Willis-Studie“8, von der Kroiß so schwärmt, eine Könnte-Sein-Studie, eine Kalkulation, eine statistische Annahme oder eine reine Wahrscheinlichkeitsanalyse. Wiese & Willis gingen von den günstigsten anzunehmenden statistischen Annahmen für ihre Altersvorhersagen aus. Dass sich die Ersteller der aktuellen Alters-Studie11 nicht auf diese Studie, als „bisherige Erkenntnisse zum Lebensalter von Elefanten“ berufen, ist nur allzu gut verständlich.

Andere Wissenschaftler*Innen sahen dies ähnlich:

„Further, the longevity of zoo elephants is not better, even under themost favorable statistical assumptions, than that of free-ranging elephants.“12

Quellennachweise

Klicken Sie mit der Maus auf die gewünschte Quelle. Es öffnet sich ein neues Fenster!

1Precht Richard David (1997), „Noahs Erbe“; Seite 328; Rotbuch-Verlag

2http://zoos.media/medien-echo/sterben-elefanten-in-gefangenschaft-frueher/

3Oxford-Studie Clubb & Mason (2002)  (PDF-Datei)

4EEG-Analyse (2002)

5Artikel der ZEIT vom 31.05.2016

6SPIEGEL-Artikel vom 12.1.2008

7Clubb & Mason Studie (2008)

8Wiese & Willis-Studie (2004)

9Facebookeintrag vom „WDR-Lokalzeit-Düsseldorf vom 09.11.2016

10http://zoos.media/medien-echo/zootiere-lebenserwartung/

11Altersstudie (2016)

12Quelle: „Optimal Conditions for Captive Elephants: A Report by the Coalition for Captive Elephant Well-Being“ (2005) von Lisa Kane JD, Debra Forthman, Ph.D., David Hancocks, PDF-Direktlink: http://www.elephantcare.org/protodoc_files/2008/CCEWBOptimalConditionspdf.2.pdf


Der ProZoo Dilettantismus

Der ProZoo Dilettantismus

Ein Beispiel

16.07.2016

Am 09.06.2016 „unterstellt“* Zoo-Unrechtsbefürworter Christian Heidt (ProZoo)der „ZEIT“-Journalistin Dobromila Walasek öffentlich, sie würde in ihrem „unseriösen“* Artikel (Link siehe unten) über die Lebenserwartung von Elefanten, mit „falsche Zahlen und Faktenfälschung“* die Gefangenschaftshaltung „der … Elefanten …. an den Pranger stellen“*.

Auch „unterstellt“* Heidt, dass Walasek „… ungefiltert und unkritisch die schrägen <Erkenntnisse> der <Forscherin> Georgia Mason übernommen“* habe und das „ohne den Inhalt (Anmerkung: Masons Studie) auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen“*. Heidt: „An Einseitigkeit ist dieser Artikel wohl kaum mehr zu überbieten.“*

Weiterhin verkündet Heidt: „Ein absoluter Witz ist die Feststellung, dass sie (Anmerkung: gemeint ist Mason) 4.500 Elefanten in 270 europäischen Tiergärten untersucht haben will.“*

Und: „Weder gibt es 270 Elefantenhaltung in den Zoos Europas, auch keine 4.500 Elefanten werden gehalten. Die Zahl der Haltungen ist um ein Vielfaches geringer und auch die von Mason genannte Zahl der gehaltenen Elefanten ein grandioser <Schuss in den Ofen>!“*.

Heidt behauptet auch: „Die Lebenserwartung beider Elefantenarten in Zoos liegt deutlich über diesen abstrusen Behauptungen von Frau Mason.“*
Gegenbeweise liefert Heidt, wie so oft, hier natürlich auch nicht.

ENDZOO RICHTIGSTELLUNG:

Aufgrund eines Schreibfehlers der Journalistin, mittlerweile auf unseren Hinweis hin geändert, wiegt sich der fachblinde Heidt zunächst in totaler Sicherheit, stolpert aber dann mit großem und mehr als peinlichem Getöse über seine deutlich erkennbare Unwissenheit, seinen fehlenden Fachkenntnissen und Unerfahrenheit im Thema.
Würde Heidt sich nämlich mit den Details dieser und andere Studien zum Thema und mit der Gesamtmaterie auskennen, hätte er wie wir den Fehler der Journalistin sofort erkannt und nicht gleich öffentlich darauf herumgehackt.

Richtig ist, so kann jeder in der öffentlichen Studie nachlesen, das Clubb & Mason (2008) tatsächlich die Lebenserwartung aus mehr als 4.500 Elefanten-Individuen-Daten ermittelt haben. Jedoch kamen von den mehr als 4.500 Elefanten, lediglich nur 786 Elefanten-Individuen Daten aus der europäische Zoo-Gefangenschaft.

Von „falschen Zahlen“* oder „verfälschten Fakten“*, wie Heidt Frau Walasek und Frau Mason diffamierend unterstellt, kann in Bezug auf die Anzahl der Individuen nicht gesprochen werden.
Dass Heidt die Studie ganz offensichtlich nicht kennt, kann er zumindest Frau Mason überhaupt nicht zum Vorwurf machen.

Aber wie alt werden oder wie alt können Elefanten denn nun in Zoo-Gefangenschaft werden?

Hierzu hat sich auch Zoo-Unrechtsbefürworter Phillip J. Kroiß in einem vermeintlichem Fachartikel auf der Facebookseite Zoos.media Gedanken gemacht. Leider aber auch sehr fehler- und damit genauso laienhaft wie Heidt.

EndZOO wird in den kommenden Tagen auch hierzu die Fakten richtigstellen.

Leider!

*Originalzitate aus der ProZoo-Facebookmeldung.

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#16 – Zoo Halle: Tödliche Attacke auf Elefantenbaby war vorhersehbar

PRESSEMITTEILUNG #16/ 2015pdficon_large

Zoo Halle: Tödliche Attacke auf Elefantenbaby war vorhersehbar

EndZOO: Mensch allein ist für gestörtes Geburtsverhalten verantwortlich

vom 22.09.2015

Halle – Die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation EndZOO Deutschland e.V. sieht die Ursachen der erneuten tödlichen Attacke von Elefantenmutter BIBI auf ihr 4.Baby in der Zoo-Gefangenschaft Halle als eine logische Folge der anhaltend qualvollen, unnatürlichen und nicht artgerechten Gefangenschaftsbedingungen. Laut heutiger Pressemitteilung sieht EndZOO „allein den Menschen als Ursache für BIBIs gestörtes Mutter-Kind-Verhalten während des Geburtsvorganges“. Warum? BIBI wurde 1987, viel zu jung und als so genannter „Wildfang“, brutal von ihrer leiblichen Mutter weg- und aus ihrem natürlichen Familienverband herausgerissen. Diese Brutalität und psychische Folter vergisst ein junger Elefant nie. BIBI und ihre zweite Tochter PANYA griffen in der Zoo-Gefangenschaft „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ wiederholt ihre Wärter an. Sie wehrten sich gegen brutale Schläge und Unterwerfung. Daraufhin wurden beide aus ihrem Verband in Berlin herausgerissen und als klare „Problem-Elefanten“ 2008 nach Halle abgeschoben. BIBI verlor dadurch ihre engste Sozialpartnerin DASHI. Der nächste, für BIBI sich negativ auswirkende, soziale und psychische Einschnitt. Wie in Berlin, ist auch die Gruppe in Halle kein natürlich gewachsener Sozialverband. Ein Negativfaktor für eine „normale“ Geburt, ohne Ankettung und in der Gruppe. Zudem brachte BIBI ihre zwei vorherigen Geburten (MATIBI und PANYA) immer nur in Ankettung (Siehe Richtigstellung unten!) und ohne Hilfe anderer vertrauter Elefanten zur Welt. Dass der Mensch ihr also nie die Möglichkeit einer normalen Geburt gab, macht BIBI ganz offensichtlich zu einer tickenden Zeitbombe. Das BIBI in Halle schon 2013 psychisch und physisch total überfordert war, bewies die sofortige Attacke und die Tötung ihres 3.Baby. Nach all den enorm belastenden, prägenden und qualvollen Erlebnissen in ihrem Leben, waren der aktuelle Angriff (4.Geburt) und diese zweite Tötung daher für die TierrechtlerInnen „absolut vorhersehbar“. Die Organisation fordert den Zoo Halle heute auf, BIBI zukünftig nicht mehr zur Zucht zuzulassen.

„Nur ein Zuchtstopp kann zukünftige Qualen, Stress, Leiden und auch den wiederholten Tod eines weiteren Lebewesens verhindern. BIBI´s bisheriges Dasein war von psychischen und physischen Qualen durch den Menschen geprägt. Der Mensch hat sie entführt, inhaftiert, unterworfen, geschlagen, entrissen, gequält und in ihrem Geburtsverhalten fehlgeprägt. Der Mensch ist Ursache und Übel für dieses wiederholt erschütternde Desaster. Dass die Zooverantwortlichen in Halle die begangenen Fehler jetzt auch nicht einsehen und von ihrem Geburtsansinnen auch nicht abweichen wollen, bezeichne ich als eine Fortführung der menschlichen Ignoranz und Arroganz“, so EndZOO-Sprecher und Zoo-Experte Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

Richtigstellung

(24.09.2015)

Es ist NICHT richtig, wie wir fälschlicherweise oben geschrieben haben, dass Elefantin BIBI auch ihre Tochter PANYA in der Zoo-Gefangenschaft „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ in Ankettung zur Welt gebracht hat. Richtig ist, dass es auf der Außenanlage zur Geburt von PANYA kam.

Leider hatten wir uns, bei unserer der Recherche der Fakten, beim Namen (und damit beim Geburtsvorgang) des Babys vertan. Übrigens der einzige Fehler den man/frau uns vorhalten kann.

Dieser Flüchtigkeitsfehler ändert aber nichts an unserer Gesamtauffassung, die unsere Pressemitteilung in Kurzform vermitteln soll: BIBI ist eine durch Menschenhand in ihrem Geburtsverhalten gestörte Elefantendame und wird zukünftig ein hohes Tötungsrisiko für weitere Babys darstellen.

Erklärung:

In der Zoo-Gefangenschaft des „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ waren Geburten in Ankettung üblich. Das wurde von vormaligen Zoo-Speziesisten Blaszkiewitz auch nie bestritten. Im Gegenteil, diese unethische und Tierschutz widerrechtliche (so Zoo-Gefangenschaft Halle aktuell) Vorgehensweise hat Blaszkiewitz sogar vehement als richtig und stets auch als notwendig verteidigt.

Die Geburt von PANYA auf der Außenanlage war also durchaus kein Regel- sondern wohl eher als ein Zufall zu betrachten.

Dass „die Elefantenpfleger“ PANYA nachweislich nur „wenigen Minuten nach ihrer Geburt“ bergen mussten und „Mutter und Kalb“, so Blaszkiewitz (2008), auch erst später wieder zusammenführten macht deutlich: Auch hier hatte BIBI keine Möglichkeit eines natürlichen, ungestörten und vor allem vollständigen Geburtsvorgangs in einem fürsorglichen, schützenden und natürlich gewachsenen Familienverband.

BIBI war also auch bei ihrem zweiten Baby PANYA nicht in der Lage einen weiteren wichtigen und vollständigen Lernprozess in ihrem Geburtsverhalten zu durchleben. Das benötigt aber eine Elefantin für weitere Geburten. Es ist und war also völlig egal, ob man/frau BIBI ihr Baby PANYA nun in Ankettung oder ohne Ankettung „nur wenige Minuten nach der Geburt“ weggenommen hatte. Es spielte für BIBI ja AUCH, wie jetzt sehr gut erkennbar, keine Rolle für ihre fortlaufende Fehlentwicklung im Geburtsverhalten.

Wir möchten übrigens unbedingt noch betonen, und Falschaussagen von außerhalb hiermit gleich widersprechen, dass wir BIBI mit unserer Pressemitteilung nicht als „Killer-Elefanten“ darstellen oder sie zu einer „schlechten Mutter“ degradieren wollten. Unsere Formulierungen lassen eigentlich auch nicht darauf schließen. Die Aussage, sie sei eine „schlechte Mutter“, ist und war angesichts ihrer Fürsorge zu ihren Kindern MATIBI und heute PANYA schon selbst ad absurdum geführt. Wir haben BIBI vor ca. einer Woche selbst noch als eine tolle Mutter live beobachten können.

Frank Albrecht (1. Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V.)


#34 – Tod Elefantenbaby Zoo Halle: Mensch als Todesursache?

PRESSEMITTEILUNG #34/ 2013

Tod Elefantenbaby Zoo Halle: Mensch als Todesursache?

EndZOO spricht von erheblichen Haltungsmängeln und fordert einen Zuchtstopp

vom 17.09.2013

Halle –  Im Zoo Halle hat Elefantenmutter BIBI heute Morgen, kurz nach der Geburt, ihr Baby angegriffen und tödlich verletzt. Die internationale Tierrechtsorganisation EndZOO macht Haltungsmängel im Zoo von Halle dafür verantwortlich und fordert ein Auslaufen der Elefantenhaltung. Nach Meinung der Organisation ist auch der Zoo in Halle einer von vielen vorgeblich wissenschaftlich geführten deutschen Zoos, die permanent ignorieren, dass Elefanten in Freiheit in gewachsenen und streng hierarchischen Familienverbänden leben. In solch einem natürlich gewachsenen Verband herrschen besonders feste Bindungen unter befreundeten weiblichen Individuen. Gerade diese Bindungen spielen dann bei einer Geburt eine bedeutende Rolle. Geburtserfahrene Mütter helfen dann unerfahrenen Müttern. In Halle gibt es solch einen natürlich gewachsenen Verband nicht.

EndZOO geht derzeit fest davon aus, dass Elefantenmutter BIBI ihr Baby ohne Hilfe anderer Elefanten, also völlig allein, wohlmöglich verängstigt und auf engstem Boxenraum, zur Welt gebracht hat. Offenbar mit fatalen Folgen. Im Jahr 2007 hatte BIBI ihr Baby PANYA auf der Freianlage des Tierparkes Berlin und in ihrer vertrauten Gruppe geboren. EndZOO spricht in Bezug auf das aktuelle Drama im Zoo Halle daher von einer Fehlentwicklung und von der „Todesursache Mensch“!

„Im Zoo von Halle hatten die Elefanten nie die Chance, einen langsam anwachsenden und stabilen Verband oder so etwas wie eine natürliche Hierarchie aufzubauen. Die Gruppe in Halle ist ein zusammengewürfelter Haufen. Es ist also kein Wunder, dass langanhaltende menschliche Ignoranz bei einem so sozialen Akt wie der Geburt letztendlich in einem solchen Drama endet“, so EndZOO-Sprecher Frank Albrecht.


#33 – Elefantengeburt Schönbrunn: Vergewaltigung als Sensation?

PRESSEMITTEILUNG #33/ 2013

Elefantengeburt Schönbrunn: Vergewaltigung als Sensation?

EndZOO kritisiert Zoo-Gefangenschaft von Elefanten in Wien

vom 10.09.2013

Wien – Während der Tiergarten Schönbrunn seine aktuelle Elefantengeburt als eine „weltweite Sensation“ und einen „Zuchterfolg“ verkauft, kritisiert die Tierschutzorganisation EndZOO die Gefangenschaftshaltung der Dickhäuter in Wien. So ist es grundsätzlich ethisch nicht vertretbar, Elefanten unfreiwillig und in Form einer Vergewaltigung zu unnatürlichem Nachwuchs zu zwingen. Zudem sei die künstliche Befruchtung selbst kritisch zu hinterfragen, denn wenn man bedenkt, dass bei der ersten künstlichen Besamung in Schönbrunn die Elefantendame SABI „bis zu zwei Stunden ruhig auf vier Postamenten stehend“ (Tiergarten Journal 2000) ausharren musste. Auch ist nach Auffassung von Experten gesichert, dass die Zoo-Gefangenschaft selbst schuld am weltweit anhaltenden Zucht-Misserfolg afrikanischer Elefanten sei. Denn nicht einmal die Hälfte der in Zoo-Gefangenschaft befindlichen zuchtfähigen weiblichen Elefanten pflanzen sich fort. (1) In Freiheit wird „nahezu jedes Weibchen Mutter“ (2). EndZOO fordert den Tiergarten heute auf, die Zucht zu stoppen und zukünftig nur nach als Auffang-Refugium zu agieren.

„Es zeugt von großer Überheblichkeit, Kritikresistenz und Arroganz wenn der Tiergarten selbst von einem erfolgreichen Zuchtprogramm spricht, während sich der Großteil der Elefanten in der Zoo-Gefangenschaft vehement verweigert, sich auf freiwillige und natürliche Art und Weise fortzupflanzen. Ein Gefangenschafts-Genpool, der schon jetzt auf wildlebende Gene zurückgreifen muss, zeigt damit deutliche Verfallsspuren. Von einer selbsterhaltenden Population und von genetischer Vielfalt ist die Zoo-Gefangenschaft weit entfernt. Diese von Steuergeldern finanzierte Ineffektivität muss schnellstmöglich beendet werden und jegliches Augenmerk muss auf den Erhalt der letzten Lebensräume der Elefanten gerichtet werden“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

(1)   „Das Elefantenmagazin“ (Nr.: 20/ 2011); Elefanten-Schutz Europa e.V.

(2)   „Das Elefantenmagazin“ (Nr.: 19/ 2011); Elefanten-Schutz Europa e.V.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.