#04/2017 – Berliner Panda-Nachwuchs für die Schlachtbank?

PRESSEMITTEILUNG #04/2017                                                                                                  

Berliner Panda-Nachwuchs für die Schlachtbank?

Tierrechtsorganisation EndZOO spricht von einem Skandal

01.07.2017

Zoo Berlin – Kurz vor der feierlichen Übergabe der zwei Großen Pandas MENG MENG und JIAO QING in Berlin, durch die Bundeskanzlerin Angela Merkel, meldet die Tierrechtsorganisation „EndZOO Deutschland e.V.“ heute erhebliche Bedenken an der zukünftigen Panda-Zucht in Berlin an. Die Organisation vermutet nicht nur Inzucht, sondern spricht auch von einem möglichen Nachwuchs für die Schlachtbank.

Hintergrund der Kritik sind EndZOO-Recherchen zur Verwandtschaft der beiden Pandas im Panda-Zuchtbuch und aktuell vorliegende Panda-Zuchtpläne für 2017 aus China. Nach bisherigem Wissensstand der Tierrechtler haben MENG MENG (geboren am: 10.07.2013/ Zuchtbuchnummer: 868) und JIAO QING (geboren am: 15.07.2010/ Zuchtbuchnummer 769) mit dem männlichen weiblichen anda QING QING (Zuchtbuchnummer: 278) einen gemeinsamen nahen Verwandten im Stammbaum. Das bedeutet, dass bei einer zukünftigen Verpaarung eine Inzucht vorliegt. Diese Vermutung wird auch durch den aktuellen „Panda-Zucht- und Managementplan“ für 2017 des chinesischen Zooverbandes (CAZG) und der chinesischen Forstbehörde (GPCF) untermauert. Darin taucht u.a. MENG MENG als Zuchtempfehlung für 2017 überhaupt nicht auf. Ursache hierfür könne sein, dass sie zu einer der im Zuchtplan erwähnten 31 „Inzuchttiere“ in der Gesamtpopulation zählt. Da aber die Inzuchtvermeidung einer der obersten Prioritäten des Zuchtplanes ist, werden für solche Pandas auch keine Zuchtempfehlung ausgesprochen.

Aus dem China-Bericht geht auch hervor, dass weder JIAO QING und schon gar nicht MENG MENG, für die weltweite Zucht besonders „wertvolle Tiere“ darstellen. Da die Gene der beiden zu oft in der Gesamtpopulation vertreten sind, ihr mittlerer Verwandtschaftskoeffizient (MK) ist zu hoch, wurden sie zur Zucht NICHT EMPFOHLEN. Laut Plan soll ein „verstärkter Fokus auf die Zucht mit genetisch wertvollen Tieren gelegt“ werden. Die Gene von Panda-Dame MENG MENG sind, im Vergleich zur gesamten Panda-Bevölkerung, sogar überpräsent. Tendenz steigend. Sie trägt also nicht zur Erhöhung und Bewahrung der genetischen Vielfalt in der Gesamtpopulation der in Gefangenschaft gehaltenen Pandas bei. Und da die Anzahl der Pandas in Gefangenschaft für 2016 und 2017 nun auch noch seine „Ziel- und Kapazitätsgröße“ erreicht hat, die Haltungs- und Zuchtmöglichkeiten in den weltweiten Gefangenschaftshaltungen ebenso begrenzt und sogar ausgeschöpft sind, wird offiziell sogar eine „Verlangsamung des Bevölkerungswachstumes“ in der Zucht verlangt.

„Herr Andreas Knieriem muss sich jetzt fragen lassen, warum er Pandas ohne Zuchtempfehlung in China ausgesucht hat. Aber auch China steht in der Kritik den Berlinern keine genetisch wertvollen Individuen überlassen zu haben. Sie also keine ernsthaften und aus ihrer Sicht wichtigen Beitrag zur „Erhaltungszucht“ der Pandas im Sinn hatten. Denn mit der Zucht von genetisch „wertvollen Tiere“ hätte sich die Genvielfalt in der Gesamt-Gefangenschaftspopulation weiter erhöht. Dieser deutsche Deal ist also für die Arterhaltung wertlos, kontraproduktiv und somit äußerst fraglich. Für den noch nicht einmal geborenen Nachwuchs der beiden Pandas steht also schon heute fest, er trägt nicht zur Genvielfalt und damit auch nicht zur Erhaltungszucht der Pandas in Gefangenschaft bei. Die Berliner Pandas leisten keinerlei Beitrag zur vermeintlichen Arterhaltung der Pandas in Gefangenschaft und Freiheit. Und aufgrund schon heute ausgeschöpften Gesamtkapazitäten müssen wir die zukünftigen Babys schon jetzt als so genannten Überschuss betrachte. Wie Kopenhagener Giraffe MARIUS könnte also auch der Berliner Panda-Nachwuchs eines Tages auf der Schlachtbank landen.“, so Zooexperte und 1.Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V. Frank Albrecht abschließend.

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#02 – Giraffe Fritz ist nur ein weiteres Opfer von 20 Jahren Qualzucht (PM)

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PRESSEMITTEILUNG #02/ 2016

Tierpark Berlin: Giraffe Fritz ist nur ein weiteres Opfer von 20 Jahren Giraffen-Qualzucht

EndZOO verurteilt jahrelange Untätigkeit der Verantwortlichen

vom 22.07.2016

Berlin/ Friedrichsfelde – Laut aktueller Pressemitteilung der Berliner Tierpark-Gefangenschaft Tierpark Berlin Friedrichsfelde musste Giraffe FRITZ am vergangenen Montag von den Folgen (u.a. Fußleiden) seiner genetischen Vorbelastung und den daraus resultierenden „Leiden erlöst“ werden. Die Euthanasie ist für „EndZOO Deutschland e.V.“, eine Tierschutz- und Tierrechtsorganisation, die sich auch vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, nun Anlass, die 20jährige „Giraffen-Qualzucht“ des ehemaligen Zoo-Speziesisten (Zoodirektor) Blaszkiewitz und die „offensichtliche Untätigkeit der verantwortlichen Tierärzte, Politiker*innen und Behörden“ erneut öffentlich anzuprangern.

Aus Sicht von EndZOO heißt „genetische Vorbelastung“ in direkter und ehrlich ausgesprochener Form nichts weiter als „Inzucht-Depressionen“. Giraffe FRITZ ist nämlich aus der Inzestverpaarung zwischen Mutter JETTE und ihrem eigenen Vater ALEXANDER im Jahr 2013 hervorgegangen. Inzest, die strengere Form der Inzucht, führt zu einem viel höheren Verlust der genetischen Vielfalt und beinhaltet damit auch ein vielfach höheres Risiko an Inzucht-Depressionen. Aus solchen Depressionen, an der auch ganz offensichtlich FRITZ litt, gehen sehr oft körperliche Fehlbildungen, eine hohe Jungtiersterblichkeit und eine sehr kurze Lebenserwartung hervor. Das dies so ist, bestätigt auch eine EndZOO-Auswertung (HIER) von 55 Geburten aus den letzten 55 Jahren der Tierpark-Giraffenzucht. So gingen aus 55 Geburten insgesamt 26 Individuen (47%!) aus einer Vater-Tochter-Verpaarung (Inzest) hervor. Davon starben 14 Individuen (54%) sehr früh und wurden, wie auch FRITZ, nie älter als 2 Jahre. Aufgrund dieser erschreckenden Beweise prangert EndZOO nun öffentlich die jahrelange Untätigkeit der Verantwortlichen an und fordert auch personelle Konsequenzen aus diesem tierquälerischen „Inzest-Skandal“.

„EndZOO trauert um Giraffe FRITZ. Er ist ein weiteres Giraffenopfer das der jahrelangen Willkür von Blaszkiewitz schutzlos ausgeliefert war. Trotz des Wissens um die hohe Tierschutz- und Strafrelevanz der Inzestzucht (siehe auch „Qualzuchtgutachten“), und deren nun erneut sichtbar gewordenen tierquälerischen Folgen, habe keiner der für den Tierschutz verantwortlichen Personen das ungebremst tierquälerische und vermeintliche „Auszucht-Treiben“ des Herrn Blaszkiewitz frühzeitig unterbunden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen hat die gesamte Politik, Tierärzteschaft, die den Tierschutz überwachenden Behörden und auch einige Mitglieder der vermeintlichen Ethik-Kommission auf ganzer Linie versagt. Zu viele sind für den Tod und die Leiden von Giraffe FRITZ, der vielen anderen Inzestgeburten und deren Mütter mitverantwortlich. Dass einige damalige Mitverantwortliche heute auch noch von einem <schweren Abschied> sprechen, ist für mich nur ein hässliches Abbild der jahrelangen Heuchelei und Ignoranz. Der Tod von FRITZ bestätigt EndZOO erneut: Zoo-Gefangenschaft ist Tierquälerei!“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

Weitere Informationen:

Die EndZOO-Auswertung von 55 Giraffengeburten (1968 bis 2014): Hier klicken!

Das Qualzuchtgutachten: Hier klicken! (PDF)

Pressemitteilung vom 13.05.2014 („Tierpark Berlin: Knieriem stoppt endlich Inzucht und Inzestzucht bei Giraffen“): Hier klicken!

EndZOO auf Facebook: Hier klicken!

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Aussagen und weiterführende Information zu Thema Inzuchtdepressionen:

„The study re-emphasises the necessity to avoid inbreeding in captive breeding programmes and shows that purging cannot be relied upon to remove deleterious alleles from zoo populations.“
Quelle:
„An investigation of inbreeding depression and purging in captive pedigreed populations“; Boeakes,Wang & Amos, in Heredity (2007)
Link: Hier klicken!

„In management of captive breeding and restoration programmes, the common practice of avoiding inbreeding and small population sizes should be followed whenever possible.“
Quelle:
„Role of inbreeding depression and purging in captive breeding and restoration programmes.“; Leberg & Firmin; in Mol Ecol (2008)
Link: Hier klicken!

„This review shows that inbreeding depression can cause several negative effects in captive zoo populations, especially by reducing reproduction chances and survival rates of inbred animals. Reduced litter sizes and decreasing longevity are two of the most observed indicators of inbreeding depression.“
Quelle:
„Inbreeding depression in captive animal populations“; Xinyu Li; inUni Utrecht (2014)
Link: Hier klicken!


EndZOO-Stellungnahme: Wie die Wilhelma Tierquälerei herunterspielt

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Wie die Wilhelma Tierquälerei herunterspielt

Corinna ist eine verhaltensgestörte und damit keine normale Eisbärin

Nürtingen den 19.05.2016

Am vergangenen Mittwoch sorgte ein Eisbär-Video für viel Wirbel und Protest in der Facebookgemeinde. Im Film, den keine Tierschutzorganisation sondern ein Zoobesucher gemacht und ins Netz gestellt hatte, war die Eisbärin CORINNA aus der Stuttgarter Zoo-Gefangenschaft „Wilhelma“ beim ständigen und unruhigen Hin- und Herlaufen zu sehen. Der Autor schrieb unter das Video: „Man braucht kein Veterinärexperte zu sein um zu erkennen, dass dieses Tier hier eine Verhaltensstörung aufweist! Ihr als Zoo habt die !!!PFLICHT!!! für das Wohl der Tiere zu sorgen …!“

Mit einem Schlag wurde CORINNAS Leiden mehr als 1 Millionen Mal aufgerufen. Nachdem auch die Lokalmedien nicht mehr an einer Berichterstattung vorbeikamen, musste sich nun auch die Stuttgarter Zoo-Gefangenschaft zum Video und zu CORINNAS Verhaltensstörung äußern. Die Auffassungen und Äußerungen der Wilhelma sind von unerträglicher Ignoranz und Respektlosigkeit geprägt.

ENDZOO-STELLUNGNAHME

Die Wilhelma behauptet in den Medien (siehe unten), dass sich Eisbärin CORINNA mit diesem sichtbar unnatürlichen und nicht arttypischen Verhalten „relativ normal“ verhalte. Die im Video gezeigte Verhaltensstörung (Bewegungs- oder Laufstereotypie) ist jedoch nachweislich kein Verhalten, dass in Freiheit (Natur) sondern nur in Gefangenschaft vorkommt. CORINNA verhält sich also definitiv NICHT NORMAL!

Auch behauptet die Wilhelma in einigen Medien (siehe unten), dass CORINNA im Video keine Verhaltensstörung zeige. Auch diese Aussage ist eindeutig falsch. CORINNAs sichtbares Fehlverhalten ist bereits von mehreren Experten und in vielen Studien als Verhaltensstörung (Bewegungs- oder Laufstereotypie) beschrieben worden. Letztmalig sogar in einer großen Studie von Ulrike Stephan in 2006. In dieser Studie wurde sogar bei allen damals in Stuttgart gehaltenen vier Eisbären (ANTON, CORINNA, HALLENSIA und LARISSA) die unterschiedlichsten Formen der Verhaltensstörungen und Verhaltensauffälligkeiten beobachtet, nachgewiesen und als solche bezeichnet. Die Wilhelma kennt mit Sicherheit diese Studie.

Damals festgestellte Verhaltensstörungen und –auffälligkeiten:

ANTON: Verhaltensauffälligkeit des Lippenhängens

CORINNA: Lauf-Kopfwipp-Stereotypie

HALLENSIA: Stereotypie des Lippenflatterns und einer Laufstereotypie

LARISSA. Zwei Laufstereotypieformen

Die Stuttgarter Eisbären-Gefangenschaftshaltung brachte also nicht nur bei einem Individuum (CORINNA) mindestens eine Form der Verhaltensstörung hervor, sondern bei allen vier damals gehaltenen Eisbären. CORINNA ist also nicht als Ausnahme zu betrachten.

Übrigens zeigen auch die syrischen Braunbären in der unmittelbaren Nachbarschaft von CORINNA langanhaltende und ausgeprägte Laufstereotypien. Ebenso die Tiger und andere Raubkatzen in der Wilhelma.

Wir protestieren auch auf das Entschiedenste, das anerkannte Biologen und die Wilhelma-Geschäftsleitung solch anerkannte Verhaltensstörung nun öffentlich als „normal“ deklarieren und mit fragwürdigen und absurden Aussagen auch noch versuchen herunterspielen. Diese Form der Verleugnung von Missständen, Leiden und Problemen ist für EndZOO die Spitze der Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber nachweislich leidenden Eisbären.

Seit mehr als acht Jahren analysiert und dokumentiert EndZOO-Zooexperte Frank Albrecht die Haltungsbedingungen und das Verhalten der Eisbären in der Stuttgarter Zoo-Gefangenschaft.

Herr Albrecht kann mit weiteren Filmaufnahmen beweisen, dass CORINNA seit mehreren zurückliegenden Jahren diese stark ausgeprägte und bereits manifestierte Verhaltensstörung (Bewegungsstereotypie) aufweist.

Zudem gelangte CORINNA Ende 1990 im Alter von 11 Monaten nach Stuttgart. Bis heute und ohne Unterbrechung verbrachte sie unter diesen Haltungsbedingungen (die heutige Anlage wurde 1991 eröffnet) ihr bisheriges Leben. Es kann also ohne Widerrede davon gesprochen werden, dass diese vorherrschenden Gefangenschafts- und Haltungsbedingungen in Stuttgart CORINNAS Verhaltensstörung ausgelöst, hervorgerufen, geprägt und manifestiert haben.

Diese Eisbärenanlage und weitere artwidrige Faktoren haben CORINNA so sehr geschädigt, dass sie ihre Verhaltensstörung heute (mit wenigen Unterbrechungen) nicht mehr ablegen kann. Das ist bezeichnend!

Ebenfalls zu erwähnen ist, dass CORINNA zum Ausleben ihres angeborenen Lauf- und Wanderverhaltens nicht ganze 800 Quadratmeter (so die Wilhelma-Angabe), sondern nur lächerliche 300 Quadratmeter reine Landfläche (also Lauffläche im Außengehege) zur Verfügung stehen. Bei Abtrennung der beiden Anlagen sogar noch weniger. Für eine Eisbärin, die in Freiheit (Natur) „rund 50 Kilometer pro Tag zurückliegt“ (Würbel) und „Gebiete, die 1 Millionen Mal größer sind als ein Zoogehege durchstreift“ (Würbel) ist diese räumliche Nutzfläche der einer tierquälerischen Massentierhaltung durchaus vergleichbar.

Übrigens entspricht die kleinere Aufzucht-Anlage, bei einer neuerlichen Paar- und gleichzeitig Getrennthaltung, nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen des so genannten „Säugetiergutachtens“. Eine Zuführung und Haltung eines zweiten Eisbären auf dieser linken Anlage, auch mit einer nur kurzzeitigen Getrennthaltung, wäre also ein Verstoß gegen geltendes Tierschutzrecht.

Abschließend muss auch der Wilhelma Aussage erheblich widersprochen werden, dass CORINNA nicht unter dieser Verhaltensstörung leiden würde. Selbst in der Studie von Ulrike Stephan ist beschrieben, dass Verhaltensstörungen das Wohlbefinden und das Wohlergehen empfindlich beeinträchtigen und das die betroffenen Individuen darunter oft sogar erheblich LEIDEN. Weitere entsprechende Expertenaussagen zu Verhaltensstörungen und Leiden finden Sie auf den nachstehenden Seiten.

JA! CORINNA wird eindeutig und Zeit ihres Lebens falsch gehalten! So falsch gehalten, dass sie ausgeprägte und mittlerweile manifestierte Verhaltensstörungen entwickelte und mittlerweile dauerhaft zeigt.

JA! CORINNA leidet nachweislich unter ihrer Verhaltensstörung und damit auch unter dieser Gefangenschaft und ihren Gesamtbedingungen!

JA! Die Stuttgarter Eisbären-Gefangenschaft ist, wie viele andere in Deutschland auch und unserer Auffassung nach, eindeutig als Tierquälerei zu bezeichnen!

Frank Albrecht (1.Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V.)

AUSSAGEN DER WILHELMA

Florian Pointke (Sprecher Wilhelma): „Das Tier habe einen Bewegungsdrang, das sei aber keine Verhaltensstörung. Also keine Verhaltensauffälligkeiten des Bären, obwohl die Bewegungen nicht natürlich sind und keinem essentiellen Zweck dienen?“ Quelle: Focus vom 18.05.2016

Ulrike Rademacher (Zoologin Wilhelma): „Das Hin- und Herlaufen der 26-jährigen Eisbärin Corinna sei <keine Verhaltensauffälligkeit>…Die Eisbärin verhalte sich <eigentlich relativ normal>. Sie habe eben nur die Angewohnheit – wie alle Raubtiere in Gehegen -, ab und zu mal hin- und herzulaufen. <Das ist eine Laufstereotypie>, so Rademacher, und nichts, was das Tier schädige. Man könne daraus auch nicht ableiten, dass dieses Tier komplett falsch gehalten sei.“ – Quelle: SWR-Landesschau vom 18.05.2016

Ulrike Rademacher (Zoologin Wilhelma): „Eigentlich ist Corinna wirklich sehr tiefenentspannt … Das sehe man daran, dass sie sehr viel spiele und sehr aufmerksam sei. Auch davon gibt es Videos im Netz. <Ich glaube, dass es Corinna sehr sehr gut geht>.“ – Quelle: SWR-Landesschau vom 18.05.2016 

Ulrike Rademacher (Zoologin Wilhelma): „Ich habe nicht den Eindruck, dass sie leidet … „Ich würde das nicht überbewerten.“ Besucher dürften sich kritisch mit der Haltung der Tiere auseinandersetzen. Dass gleich von Tierquälerei gesprochen wird, stimme sie traurig bis ärgerlich.“ – Quelle: Schwäbisches Tageblatt vom 18.05.2016

Ulrike Rademacher (Zoologin Wilhelma): „Das ist keine Verhaltensauffälligkeit in dem Sinne. Diese Eisbärin verhält sich eigentlich relativ normal. Sie hat nur die Angewohnheit, das machen aber alle Raubtiere in Gehegen … das sie ab und zu hin- und herlaufen. Das ist eine Laufstereotypie. Das ist nichts, was das Tier schädigt. Man kann daraus nicht ableiten, dass dieses Tier komplett falsch gehalten wird.“ – Quelle: Radiosender „Das Ding“ vom 18.05.2016

VERHALTENSSTÖRUNGEN

„Stereotypien sind definiert als wiederholte, unveränderte Muster von Verhaltenselementen ohne er-kennbares Ziel, die über beachtliche Zeiträume pro Tag ausgeübt werden. Sie treten bei verschiedenen Spezies von Zootieren auf und werden den Verhaltensstörungen zugeordnet.“ – Quelle: Dipl.-Biologin Ulrike Stephan, „Untersuchungen an Eisbären in europäischen Zoos: „Verhalten und Veränderung von Stresshormon-Konzentration unter Berücksichtigung der Gehegegröße und Gruppenzusammensetzung“; 2006

„Stereotypien bei in Gefangenschaft gehaltenen Tieren ist ein Symptom für schlechtes Wohlergehen und Wohlbefinden und weist darauf hin, dass das Tier psychisch und/ oder physisch leidet (Swaisgoog & Shepherdson/ 2005, Wechsler/ 1991).“ – Quelle: Paul Horsman for the Zoo Check Charitable Trust (now the Born Free Foundation), 1986 in “Captive polar bears in the UK and Ireland”

„Zootiere müssen sich in einem hierauf bezogenen sehr kleinen Zeitrahmen in diese veränderten Lebensbedingungen einfügen. Übersteigen diese Anforderungen die Adaptationsmöglichkeiten des Tieres, wird sein Wohlergehen beeinträchtigt (Broom, 1988; Carlstead, 1996). Sichtbares Kennzeichen können Krankheitsanfälligkeit sein, ausbleibende oder fehlgesteuerte Reproduktion oder auch Verhaltensstörungen (Kolter, 1995).“ – Quelle: Dipl.-Biologin Ulrike Stephan, „Untersuchungen an Eisbären in europäischen Zoos: „Verhalten und Veränderung von Stresshormon-Konzentration unter Berücksichtigung der Gehegegröße und Gruppenzusammensetzung“; 2006

„Eisbären laufen vor und zurück, nicken dabei ruckartig … Es sind rhythmische, manchmal über Stunden wiederholte Bewegungen ohne erkennbaren Zweck. Solche Stereotypien entwickeln sich, wenn Tiere dauerhaft gehindert werden, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Das sind <anerkannte Leidensindikatoren>. Wenn Tiere Verhaltensstörungen zeigen, geht es ihnen bereits über längere Zeit schlecht.“ – Jörg Luy, Professor für Tierschutz und Tierverhalten an der Freien Universität Berlin. – Quelle: „Verloren hinter Gittern“ aus dem Greenpeace-Magazin, Ausgabe 4 (2013)

„Hanno Würbel, Professor für Tierschutz an der Vetsuisse-Fakultät in Bern, kennt keine Haltung von Eisbären, <in der diese Tiere keine Verhaltensstörungen aufweisen>. In freier Natur legen sie bei minus 30 Grad rund 50 Kilometer am Tag zurück. <Man kann sie im Zoo nicht halten>.“ – Quelle: „Verloren hinter Gittern“ aus dem Greenpeace-Magazin, Ausgabe 4 (2013)

„Weite Gebiete durchstreifende Fleischfresser neigen ganz offensichtlich eher zu Problemen, die ihr Wohlbefinden einschränken, wie das wiederholte Hin- und Hergehen oder Kindersterblichkeit, wenn sie in Zoos gehalten werden.“ – Quelle: Forschungsgruppe Zoologie der Universität von Oxford (2003)

Hier finden Sie weitere „19 erschreckende EndZOO-Fakten zur Eisbärenhaltung

 

 

 

 


#17 – Stadt Dortmund zur Einhaltung der Informationspflicht verurteilt

PRESSEMITTEILUNG #17/ 2015

Stadt Dortmund zur Einhaltung der Informationspflicht verurteilt

BürgerInnen haben auch das Recht auf Informationen zur Zoo-Gefangenschaft

vom 22.09.2015

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Quelle: Frank Albrecht/ EndZOO (2015)

Dortmund – Im Februar 2013 stellte Tierrechtler und Zoo-Experte Frank Albrecht bei der Stadt, Betreiber des „Zoo Dortmund“, erstmals schriftlich den Antrag auf Akteneinsicht (nach Umweltinformationsgesetz und Informationsfreiheitsgesetz“) in die Belange der Giraffenhaltung. Hintergrund seines bürgerrechtlichen Begehrens war der damalige Tod mehrerer Giraffen in einem kurzen Zeitraum. Eine Antwort blieb daraufhin aus. Erst nachdem er durch seine Anwältin Inga Berg/ Mannheim am 06. Februar 2014 Klage wegen Untätigkeit erhoben hatten, beantragte die Stadt Klageabweisung. Diese begründete die Stadt damit, dass es sich bei den gewünschten Informationen nicht um Umweltinformationen handle. Weitere Begründung: Es wären angeblich nur die „Artenvielfalt und ihre Bestandteile“ vom Begriff Umwelt erfasst und darunter fielen nur geschützte Tierarten, deren Bestand tatsächlich bedroht sei. Da Giraffen aber in ihrem Bestand nicht gefährdet seien, so die Auffassung der Stadt, wäre das Anliegen des Klägers abzuweisen. Doch das Verwaltungsgericht folgte jedoch der Argumentation des Klägers und gab der Klage nun am 17.09.2015, nach mehr als zwei Jahren Rechtsstreit, statt. Laut Gerichtsbeschluss (AZ.: 17 K 531/14) muss die Stadt dem Tierrechtler jetzt „Zugang zu den GESAMTEN Unterlagen gewähren, die die Zucht und Haltung von Giraffen im Zoo der Beklagten im Zeitraum 1. Januar 2003 bis 19. Februar 2013 betreffen.“ Frank Albrecht, der auch 1. Vorsitzender des Vereins EndZOO-Deutschland e.V. ist, zeigt sich weitestgehend zufrieden mit dem Urteil. Er bezeichnet den Ausgang des Verfahrens heute als einen weiteren „Erfolg der Rechtstaatlichkeit“ aber vor allem auch als einen Sieg für die „nicht-menschlichen Tiere in den deutschen Zoo-Gefangenschaften“.

„Eigentlich haben EU-BürgerInnen seit einer EU-Richtlinie von 1990 das Recht auf freien Zugang zu Informationen über die Umwelt. Doch die deutsche Umsetzung des EU-Rechtes sieht in Bezug auf Informationen aus den Zoo-Gefangenschaften in der Realität nachweislich noch immer schlecht aus. Auch wenn deutsche Zoos immer wieder öffentlich behaupten, sie hätten eigentlich nichts zu verbergen, sucht man eine Transparenz auf Freiwilligenbasis in der Realität dann doch immer wieder vergebens. Auch wenn mir das Gericht mein verbrieftes Grundrecht auf Umwelt-Zoo-Informationen nach mehr als zwei Jahren nun endlich zusprach, stellt dieser gesamte Vorgang aber ein Armutszeugnis für ganz Deutschland dar. Denn wie viele BürgerInnen werden von ihrem Grundrecht, angesichts solcher Hürden, wirklich Gebrauch machen? Wer will mehr als zwei Jahre einen Rechtsstreit ausfechten? Wer kann und will sich einen solchen Rechtsstreit überhaupt finanziell leisten? Wenn der Dortmunder Oberbürgermeister die Kosten des Verfahrens aus eigener Tasche, und nicht mit Steuergeldern, hätte bestreiten müssen, wäre mir sicher ohne Umschweife sofort Akteneinsicht gewährt worden. Zumal schon im Vorfeld bereits zwei andere Gerichte in gleicher oder ähnlich lautender Sache ebenfalls zugunsten der Kläger entschieden hatten. Dieser Rechtsstreit stellt aus meiner Sichtweise daher eine Steuergeldverschwendung dar“, so Zoo-Experte Frank Albrecht abschließend.

Ausfürhliche Informationen zum Thema

53/ 2012 – Giraffen-Tod eine Folge von Inzest? > Mehr Informationen (PDF)
#57/ 2012 – Märchenstunde um Giraffen-Todesfälle? > Mehr Informationen (PDF)
#36/ 2013 – Wieder Qualzucht-Tod bei Giraffen? > Mehr Informationen (PDF)

EndZOO-Auflistung des Giraffenbestand von 1985 bis 2012 > Mehr Informationen (PDF)

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.


#13 – Salzburg: Rote Panda-Babys aufgepäppelt

PRESSEMITTEILUNG #13/ 2015pdficon_large

Rote Panda-Babys in Zoo Salzburg aufgepäppelt

Nachzucht für die Zoo-Gefangenschaft?

19.08.2015

Wien (OTS) – Im Salzburger Zoo werden derzeit zwei rote Panda-Babys, deren Mutter an einer Leber- und Nierenerkrankung starb, per Hand aufgepäppelt. Laut Zoodirektorin Sabine Grebner ist es die Aufgabe der Zoos, Tierarten zu sichern, die in freier Wildbahn nicht überleben können. Der rote Panda ist in seiner Heimat – den Bergwäldern Chinas, Nepals und Myanmars vom Aussterben bedroht.

Die Nachzucht von Wildtieren in Zoos ist grundsätzlich zu hinterfragen. Die zwei roten Pandababys werden die Population dieser gefährdeten Tierart in seiner Heimat nicht retten. Für Nachzuchtprogramme werden in Zoos Unsummen ausgegeben mit dem Ziel, die Tiere als Attraktionen für schaulustige Menschen auszustellen. Denn der eigentlich Zweck der Zoos ist nicht – wie von Zoos behauptet – der Artenschutz, sondern die Tiere einem möglichst breiten Publikum zu präsentieren. Das bringt schließlich die Kassen der Zoos zum Klingeln.

Das Geld, das dafür verwendet wird, gefährdete Tierarten am Leben zu erhalten, um möglichst große Zuchterfolge zu feiern, wäre an anderer Stelle viel sinnvoller eingesetzt. So könnte man Artenschutzprojekte in den jeweiligen Ländern finanzieren und damit den roten Pandas wirklich helfen.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.