Frage #04

„Dürfen Sie sich überhaupt in die Belange von Zoos einmischen? Man liest immer wieder, daß EndZOO-AktivistInnen „selbsternannte Tierrechtler“ seien!“

Antwort:

Es gibt keine gesellschaftliche Institution die Menschen zu „Kinderschützer*Innen“, Menschenrechtler*Innen“ oder „Tierrechtler*Innen“ ernennt, anerkennt, promoviert oder dazu auszeichnet. Dies wäre auch das Ende einer jeden wahren Demokratie. Jeder der sich wahrhaft für die Rechte von Kindern, Menschen oder nicht-menschlichen Tieren engagiert hat in Deutschland das uneingeschränkte Recht, sich für deren Belange auch ohne Hindernisse einzusetzen, sich dazu zu äußern oder sich der Öffentlichkeit dazu mitzuteilen. Der Begriff „Selbsternannter Tierrechtler“ wird oft nur von Menschen (Zoo-Speziesist*Innen oder Journalist*Innen) bewusst gewählt, um sich für Tierrechte engagierende Mitbürger*Innen zu diffamieren, ihnen jegliches Mitspracherecht somit verbal abzuerkennen oder ihr Engagement in ein Abseits der Gesellschaft zu drängen. EndZOO sieht in dieser Wortwahl eine klare Diffamierung und sogar Kriminalisierung mündiger Bürger*Innen.

(geändert am: 08.10.2018)

Mehr zum Thema: Selbsternannt (Kommentar von Sascha Lobo)

Nächste Frage #05:

Was sind „nicht-menschliche Tiere“?

>> Hier die Antwort!

 


Frage #05

Warum schreiben Sie „nicht-menschliche Tiere“ anstatt „Tiere“?

Antwort (Stand 21.07.2015):

EZ_Foto_Racism_Speciesism_Sexism

Fotoquelle: thinkvegan.net

Sehr oft wird unsere Sprache dazu benutzt, „Andere“ zu erniedrigen, zu entwürdigen oder zu beleidigen. So benutzen noch heute Menschen das Wort Nigger“, um Menschen mit einer „anderen“ Hautfarbe nicht nur zu beschimpfen, sondern um auch ihr Dasein in einer Gesellschaft absichtlich herabzustufen (Rassismus). Auch Frauen werden noch immer aufgrund ihres „anderen“ Geschlechtes, mit Worten wie Luder oder „Mieze“ beschimpft und erniedrigt (Sexismus). Tierrechtler*Innen sehen daher auch in der Bezeichnung einer Spezies als „Tier“, ebenfalls eine Verunglimpfung und Herabwürdigung dieser Spezies (Speziesismus). Da Menschen auch „nur“ Säugetiere sind, ist die Bezeichnung „nicht-menschliche Tiere“ ihrer mehr als würdig, vor allem notwendig und längst überfällig. Auch wird der Begriff „nicht-menschliche Tiere“ benutzt, um zu betonen, das der Mensch auch nur eines der vielen Tiere (hier Säugetiere) auf dieser Erde ist.

Nächste Frage #06:

„Warum spricht EndZOO von „Gefangenschaft“ und nicht von „Tiere in menschlicher Obhut“?

>> Hier geht es zur Antwort!

>> Hier geht es zurück zum Fragen-Katalog!


Frage #06

„Warum spricht EndZOO von „Gefangenschaft“ und nicht von „Tieren in menschlicher Obhut“?

EndZOO-Antwort:

Das Wort „Gefangenschaft“ ist zu Recht negativ behaftet. Keiner von uns will ja lebenslänglich, zu Unrecht und in Un-Freiheit irgendwo gefangen gehalten werden. Daher zielt die Zoo-SpeziesistInnen-Wortwahl: „in menschlicher Obhut“ nur darauf ab, die leidvolle und unrechtmäßige Realität (Gefangenschaft) der in Zoo-Gefangenschaft inhaftierten nicht-menschlichen Tiere zu beschönigen, zu verharmlosen und als grundsätzlich positiv darzustellen.

In Wirklichkeit werden nicht-menschliche Tiere lebenslänglich und außerhalb ihres arttypischen Lebensraumes in einem künstlichen Gebilde (hier die Zoo-Gefangenschaft) ausgestellt und inhaftiert. Fakt ist, sogenannte nichtmenschliche Wild-Tiere leben in menschlicher Gefangenschaft. Die Schreibweise „Gefangenschaft“ (englisch: Captivity) ist auch unter Biologen oder Verhaltensforscher, die selbst meist keine Tierrechtler*Innen sind, noch immer eine gängige Formulierung. Früher, als es noch keine so große Zoo-Kritik gab wie heute, sprachen oder schrieben auch deutschsprachige Zoo-SpeziesistInnen  übrigens selbst noch in Büchern oder Zooführern von „Tierwärtern“, „Insassen“ oder „Gefangenschaft“.

Zitat: „Wenn gilt: Nichtmenschliche Tiere im Zoo sind nicht eingesperrt, sondern in menschlicher Obhut. Dann gilt auch: DDR-BürgerInnen waren nicht eingesperrt, sondern in staatlicher Obhut.“   (Frank Albrecht 2014)

Lesen Sie auch diese Kommentare zum Thema:

„Sprache deckt auf!“  >> Hier Weiterlesen!

Menschliche Obhut oder Inhaftiert?“  >> Hier Weiterlesen!

Nächste Frage #07:

„Ist EndZOO eine Tierschutzsorganisation?“ 

>> Hier geht es zur Antwort?

>> Hier geht es zurück zum Fragen-Katalog!


Frage #07

„Ist EndZOO auch eine Tierschutzorganisation?“

EndZOO-Antwort:

Wie bereits unter Grundsatz erwähnt, IST EndZOO eine Tierrechtsorganisation.

Zwischen Tierschutz und Tierrechtsorganisationen gibt es jedoch einen grundsätzlichen Unterschied.
Machen wir uns nichts vor: Ein Leben ganz ohne Leiden ist grundsätzlich nicht möglich.
Tierschützer*Innen wollen das Leiden, das wir Menschen nicht-menschlichen Tieren zufügen, lediglich NUR auf ein erträgliches Maß lindern.

Wir Tierrechtler*Innen erkennen aber die nachweisbaren Interessen nicht-menschlicher Tiere (hier sogenannte „Wildtiere“) auf Leben, Freiheit und Selbstbestimmung an und setzen uns (Ziel) für deren gesellschaftlichen Umsetzung, Anerkennung, Umsetzung und Erhalt in Form von Rechten ein. Denn wie beim Menschen auch bieten NUR anerkannte und umgesetzte Rechte einen weitestgehenden Schutz eines leidfähigen Individuums vor Mord, Gewalt, Schmerzen, Leiden, Zwang oder Ausbeutung.
Nur anerkannte und praktizierte Tierrechte bieten also eine weitestgehende Leidminderung.

Tierschützer*Innen lehnen Rechte für nicht-menschliche Tiere ab.
Wir Tierrechtler*Innen, die Tierrechte einfordern, sind daher die konsequentesten aller Tierschützer*Innen.
Tierrechte die konsequenteste und höchste Form des Tierschutzes.

(Geändert, ergänzt oder erweitert am: 30.07.2018)

Frage #08:

Wenn nicht-mennschliche Tiere Rechte hätten, erwartet dann z.B. einen Löwen wegen Kindestötung ein Strafverfahren und einer Verurteilung wegen Mordes?

>>Hier geht es zur Antwort

>> Hier geht es zurück zum Fragen-Katalog!