FREIWILLIGE VERMENSCHLICHUNG IN ZIRKUSMANIER?

FREIWILLIGE VERMENSCHLICHUNG IN ZIRKUSMANIER?

(Stand 19.10.2015)

Die Elefanten-Gefangenschaft Halle wird erneut in ihrem Umgang mit seinen inhaftierten Elefanten kritisiert. Diesmal übt die Tierschutzorganisation „WAR – Wildlife at Risk International“ massive Kritik an einer „Mal-Aktion“ mit dem inhaftieren Elefanten ABU. Die Malaktion ist auf einem Video zu sehen, welches wohl nur auf der privaten Facebookseite eines der Wärter veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Tierschutzorganisation soll das Video, nach massiven Protesten im sozialen Netzwerk, mittlerweile gelöscht sein. Die Organisation hat jedoch das Video oder ein Teil der Aufnahmen gesichert. Wir haben diese Filmaufnahmen gesichtet und analysiert. In dem Film sieht man/frau folgendes:

Sekunde 1 bis 2 (1.Versuch)

Elefant zieht seinen Rüssel blitzartig zurück. Dabei hält der Wärter seinen Rüssel fest um eine Flasche mit einer roten Flüssigkeit in den Rüssel einzuführen. Am Ende der deutlichen Elefanten-Verweigerung (Rückzug) lässt der Wärter den Rüssel dann doch los. Die Flasche berührte den Rüssel zunächst nicht und es kommt zu keiner Aufnahme der Farbe.

Sekunde 2 bis 6 (2.Versuch)

Der Elefanten tastet sich mit seinem Rüssel erneut vorsichtig, langsam und deutlich verunsichert nach vorn heran. Wieder greift der Wärter mit der Hand nach dem Rüssel und hält diesen nun fest. Bevor es ihm gelingt die Flasche in den Rüssel einzufügen, zieht der Elefant seinen Rüssel erneut blitzartig zurück. Ablehnung und Verweigerung des Elefanten ist also deutlich erkennbar und offensichtlich.

Sekunde 6 bis 23 (3.Versuch)

Wieder dasselbe Spiel. Der Elefant streckt seinen Rüssel absolut verunsichert nach vorn aus. Dann greift der Wärter zu. Diesmal deutlich fester. Er kneift (zangenförmig) mit seinem Daumen kräftig in das Fleisch der ober Rüsselspitze (Sekunde 11) um den Rüssel besser festzuhalten zu können. Als freiwillige Mitarbeit kann dies also absolut nicht bezeichnet werden. Da der Wärter den Rüssel nun kräftig festhält, gelingt es ihm auch die Flasche in den Rüssel zu schieben. Kaum ist eine erste riesige Menge rote Farbe in den Rüssel eingeflößt, pustet der Elefant die Farbe, als wenn sich jemand beim Trinken verschluckt hat, sofort blitzartig wieder aus. Sofort zieht der Elefant auch seinen Rüssel wieder zurück. Wie kräftig und brutal der Wärter den Rüssel von ABU festhält sieht man auch sehr gut beim Rückzug des Rüssels in Sekunde 22. Der obere Teil des Rüssels wird aufgrund des Fingergriffes extrem in die Länge gezogen und flutscht, wie ein Gummi, aus der zangenförmigen Halterung der Hand. Auch sieht man/frau die Dehnung der Rüsselhaut. ABU zieht also seinen Rüssel zurück und wird trotz deutlichen Kennzeichen von Verweigerung und Unwohlsein zu noch weiteren Aktionen gezwungen. Der Wärter grinst übrigens (Sekunde 25).

Sekunde 29 (4.Versuch)

ABU steckt den Rüssel diesmal nicht weit aus seiner Box heraus. Diesmal greift der Wärter sogar nach dem Rüssel und zieht diesen zu sich heran. Unfreiwilligkeit und Zwang kann ab hier nun gar nicht mehr geleugnet werden. Jede Verneinung von Zwang oder auch nur eine Beschönigung als Freiwilligkeit ist ab hier eine glatte Lüge. In Sekunde 32 sind das Zurückziehen des Rüssels und die Dehnung der Rüsselhaut wieder sichtbar. Der Wärter hält den Rüssel dennoch weiter fest. In Sekunde 40/41 ist auch wieder das Herausflutschen des Rüssels aus dem festen Wärter-Griff sichtbar. Auch erneut klar sichtbar ist das sofortige Auspusten der ersten Flüssigkeitsmenge durch Abu. Wenn Elefanten z.B. Wasser oder Sand freiwillig aufnehmen sieht man/frau übrigens ein solches sofortiges Auspusten übrigens nicht so oft. Bei ABU ist das Einflößen, eine Art Ertrinken, ein Verschlucken und ein schnelles Loswerden mehr als erkennbar. Freiwillig sieht für uns jedenfalls eindeutig anders aus.

Sekunde 50 (5. und letzter Versuch)

Im Letzten Versuch zieht ABU gleich wieder den Rüssel zurück. Der Wärter hält den Rüssel aber wieder mit seiner Hand fest und flößt weiter Farbe ein. Diesmal kneift ABU aber erkennbar die Rüsselöffnung zu. Keine Chance. Wieder muss er unfreiwillig die Farbe aufnehmen. Wieder „rotzt“ er diese wieder aus. Wieder grinst der Wärter dabei. Wieder sieht man (in Minute 1:40) wie der Rüssel aus dem festen Händegriff (Zwangsgriff) des Wärter herausspringt. Diesmal hört man/frau sogar ein kraftvolles Flutschen.

ENDZOO-Fazit zum Video.

  • – Ein freiwilliges Auspusten („Kreieren“) von Farbe ist das nicht.
  • – Ein kraftvolles Festhalten (stellenweise Zwangsgriff) des Rüssels ist nicht als eine „freiwillige“ und „zwanglose“
  •    Beschäftigung zu bezeichnen.
  • – Unsicherheit, Unwille, Ablehnung und Verweigerung des Elefanten ABU sind eindeutig erkennbar.
  • – Hier wird nachweislich Zwang ausgeübt. Zwang ist für EndZOO eine Form von Gewalt.
  • – So etwas kennen wir nur aus den fragwürdigen Methoden der Zirkusdressur.

>>Hier kann man/frau das Video einsehen!


#34 – Tod Elefantenbaby Zoo Halle: Mensch als Todesursache?

PRESSEMITTEILUNG #34/ 2013

Tod Elefantenbaby Zoo Halle: Mensch als Todesursache?

EndZOO spricht von erheblichen Haltungsmängeln und fordert einen Zuchtstopp

vom 17.09.2013

Halle –  Im Zoo Halle hat Elefantenmutter BIBI heute Morgen, kurz nach der Geburt, ihr Baby angegriffen und tödlich verletzt. Die internationale Tierrechtsorganisation EndZOO macht Haltungsmängel im Zoo von Halle dafür verantwortlich und fordert ein Auslaufen der Elefantenhaltung. Nach Meinung der Organisation ist auch der Zoo in Halle einer von vielen vorgeblich wissenschaftlich geführten deutschen Zoos, die permanent ignorieren, dass Elefanten in Freiheit in gewachsenen und streng hierarchischen Familienverbänden leben. In solch einem natürlich gewachsenen Verband herrschen besonders feste Bindungen unter befreundeten weiblichen Individuen. Gerade diese Bindungen spielen dann bei einer Geburt eine bedeutende Rolle. Geburtserfahrene Mütter helfen dann unerfahrenen Müttern. In Halle gibt es solch einen natürlich gewachsenen Verband nicht.

EndZOO geht derzeit fest davon aus, dass Elefantenmutter BIBI ihr Baby ohne Hilfe anderer Elefanten, also völlig allein, wohlmöglich verängstigt und auf engstem Boxenraum, zur Welt gebracht hat. Offenbar mit fatalen Folgen. Im Jahr 2007 hatte BIBI ihr Baby PANYA auf der Freianlage des Tierparkes Berlin und in ihrer vertrauten Gruppe geboren. EndZOO spricht in Bezug auf das aktuelle Drama im Zoo Halle daher von einer Fehlentwicklung und von der „Todesursache Mensch“!

„Im Zoo von Halle hatten die Elefanten nie die Chance, einen langsam anwachsenden und stabilen Verband oder so etwas wie eine natürliche Hierarchie aufzubauen. Die Gruppe in Halle ist ein zusammengewürfelter Haufen. Es ist also kein Wunder, dass langanhaltende menschliche Ignoranz bei einem so sozialen Akt wie der Geburt letztendlich in einem solchen Drama endet“, so EndZOO-Sprecher Frank Albrecht.